Erneut wurden zwei geschützte Raubvögel gefunden, die vergiftet worden sind. Die Tiere lagen tot im Wald. Eines wurde bei Eilsbrunn gefunden. Das zweite Tier entdeckte man bei Adlersberg. „Wir haben die toten Tiere an die Ludwig-Maximilian-Universität nach München geschickt, wo sie untersucht wurden“, sagt Tom Aumer vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Jetzt liegt das Ergebnis der Untersuchung vor: Die beiden Vögel wurden, ebenso wie ein Uhu,d er im Nachbarlandkreis gefunden wurde, vergiftet. „Es war auch diesmal Carbofuran “, sagt Aumer.
Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) schreibt über das Gift: Carbofuran ist eines der für Vögel höchst toxischen Pestizide, die heute noch verwendet werden. In seiner fast 40 Jahre langen Anwendung als Fraß- und Kontaktgift hat es den Tod Tausender Vögel herbeigeführt, darunter Falken, Geier, Adler und andere Greifvögel, sowie Singvögel.
Laut Aumer gab es in den vergangenen Monaten vermehrt Fälle von vergifteten Vögeln. So wurden im Raum Kallmünz ein Rotmilan und ein Mäusebussard tot aufgefunden, diese verendeten ebenfalls nach einer Vergiftung mit Carbofuran. Im Landkreis Amberg-Sulzbach starb ein Seeadler daran.
Nach Schilderung der Tierschützer ist die Situation immer ähnlich: Die Tiere werden von Passanten tot aufgefunden. Manche leben noch und krampfen in ihrem Todeskampf. Die Tiere werden dann zur Untersuchung eingeschickt, um tatsächlich nachzuweisen, dass sie an Gift starben – bei den letzten Funden war das auch der Fall, wie der jetzt Bericht der LMU belegt. Die Tierschützer erstatten dann Strafanzeige. „Doch das gestaltet sich auch schwierig, denn das sind natürlich Strafanzeigen gegen Unbekannt“, sagt Aumer. Die Tiere nehmen das Gift auf, haben aber einen relativ großen Bewegungsradius – sprich, dort, wo sie gefunden werden, haben sie das Gift zumeist nicht aufgenommen. Auch wie das Gift in den Körper der Tiere kommt, ist unklar. „Rotmilane und Wanderfalken sind Jäger und keine Aasfresser“, erklärt Aumer.
Ob das Gift gezielt gegen die Greifvögel eingesetzt wird, könne niemand sagen, so der Kreisvorsitzende des LBV. „Wir haben die Opfertiere nicht gesehen, weil die getöteten Greifvögel eben zumeist weit weg von der Nahrungsaufnahme tot oder im Todeskampf aufgefunden werden.“
Der Tierschützer warnt aber auch die Menschen, die im Wald spazieren gehen: „Bei Carbofuran handelt es sich um ein Kontaktgift, man kann sich auch eine Vergiftung zuziehen, wenn man einen Köder berührt.“ Auch für Hunde und Katzen kann das Gift brandgefährlich sein. „Deshalb bitten wir auch, die Tiere nicht zu berühren, sondern sie einfach nur zu melden, wenn man sie findet.“