Hallo,
wollte hierzu doch auch nochmal etwas schreiben. Wird vmtl einiges doppelt kommen. Habe nicht mehr alles verfolgt, was so kam. Ich schreibe mal direkt rein:
Alles anzeigenAlso ich hab jetzt mal versucht alle noch so bescheuerten Contra-Argumente zu sammeln:
1. Unsichere Situation in ca. 6 Jahren (sofern nicht irgendwas Unvorhergesehes passiert)
Das ist auf jeden Fall ein Punkt, den man besonders bedenken sollte, wenn man sich noch im Studium befindet. Man weiß ja im Allgemeinen selten, was man später genau für einen Job haben wird und wo dieser sein wird. Eine Freundin von mir hat nach dem Referendariat zum Beispiel keine Stelle hier bekommen und musste dann deswegen wegziehen. Sie war dann drei Jahre lang eine 3,5-stündige Autofahrt von hier entfernt. Ihr Partner (mittlerweile Ehemann) konnte hier aus beruflichen Gründen nicht weg und so führten sie in dieser Zeit eine Fernbeziehung. Und dann ist es plötzlich doch so, dass man schauen muss, wie man den Hund an 5 Tagen der Woche versorgt bekommt, da man ja Vollzeit arbeitet...
2. Freizeit muss akribischer geplant werden / weniger Spontaneität
Ja, das stimmt. Wobei man das hinbekommen sollte. Das halte ich für das kleinste Problem.
3. Warum hat man überhaupt Hunde? (Sorry, diese Frage stelle ich mir echt manchmal, weil es objektiv betrachtet ja total sinnlos ist, da die wenigsten Hunde ja noch als Gebrauchshunde tätig sind) Ich frage mich irgendwie welche unbewussten Wünsche dahinter stehen?
Naja, da gibt es viele Gründe und man sollte sie genau hinterfragen. Für mich ist mein Hund vor allem Freizeitpartner. Ich bin ein Outdoor-Mensch, die meisten meiner Freunde sind eher Stubenhocker. Ich finde sehr viel Spaß daran, mit Newton Wanderungen zu unternehmen, oder einfach mal drei Tage wohin zu fahren, wo man schön wandern und schwimmen kann. Klar, bin ich auch bei Spieleabenden, Filmabenden, Kinoabenden dabei. Und meistens (bis auf Kino) kann Newton da auch mit.
Irgendwie werden Hunde natürlich immer aus egoistischen Gründen angeschafft. Glaube da wird es schwer sich davon zu befreien.
4. Es könnte eine Veränderung in die Beziehung bringen (und da wir noch nicht 30 Jahre verheiratet sind oder so und alles super läuft, besteht die geringe Gefahr, dass es vielleicht eher Missstimmung bringt, wobei ich das eigentlich nicht glaube)
Wichtig finde ich es hier, dass beide gleichermaßen hinter der Entscheidung stehen. Ich finde es auch prinzipiell schon mal schwierig, wenn man aufteilt in Hauptverantwortung und Nebenverantwortung. Wenn der Partner nicht bereit ist, in gleichem Maße Verantwortung zu übernehmen, sind Unstimmigkeiten meiner Meinung nach vorprogrammiert.
5. Reisen werden schwieriger (wobei meine Schwiegereltern in spe um die Ecke wohnen und auch mal aufpassen würden)
Auch das stimmt. Ich würde mich hier auch nicht auf die Schwiegereltern verlassen. Meine Eltern sagten auch, bevor Newton da war, ja, sie passen mal auf. Gott sei Dank war mir schon damals klar, dass das nicht gehen würde. Sie wären mit ihm nämlich heillos überfordert.
6. Großstadt (wir wohnen zwar am Rand und haben Main und Parks um die Ecke, aber in den "richtigen" Wald fährt man 10 Min. bis 15 Min mit er Bahn)
Den Wohnort finde ich jetzt nicht so ausschlaggebend. Vor allem wenn Gebiete wo man mit dem Hund laufen kann in unmittelbarer Nähe sind.
7. Wir haben kein Auto
Finde ich nur wichtig, bei einem großen Hund. Ich wüsste nicht, wie ich ohne Auto zurande käme...
8. Kosten (wäre auf jeden Fall machbar)
Das muss man sich tatsächlich im Vorhinein mal gut durchrechnen. Mal als grobe Hausnummern, was ich so pro Monat bezahle: 130€ Futtermittel (Hauptfutter, TroFu als Leckerlie-Ersatz, Kauknochen), 60€ Hundeschule, ca. 20€ für jährliche Kosten sparen (Hundesteuer, Tierarzt, Haftpflicht). Dann sind wir bei 210€. Für die absoluten Basics. Ich hätte mir das als Studentin nicht leisten können....
9. Theoretisch bin ich ja noch jung und könnte auch einfach noch ein paar Jahre warten.
Ja, das stimmt wohl. Aber die Frage ist auch, wird es im Laufe der Zeit einfacher einen Hund zu halten? Eher nein.
(10. bei einer eventuellen Trennung irgendwann - schaffe ich das alleine? Wie viel kostet denn ein Sitter so ungefähr im Monat?)
Ja, schaffst du. Eventuell kannst du den Hund mit ins Büro nehmen. Immer mehr Firmen lassen das zu. Oder du trittst etwas kürzer. Wenn man 30Std/Woche arbeitet, klappt das mit einem Hund meiner Meinung nach ganz gut.
Aaaaaaaaber: Ich will unbedingt einen Hund und habe, denke ich auch, die Fähigkeiten und Motivation dazu eine gute Hundehalterin zu sein.
Was meint ihr dazu?
Noch ein kleiner Zusatz: Auch wenn du dich im Studium befindest und im Moment viel Zeit hättest. Es wird Zeiten geben, da wird es auch im Studium zeitlich ganz eng. In meinem Studium gab es Zeiten (besonders gegen Ende), da bin ich um 10 Uhr vormittags in die Bibliothek gefahren und habe die letzte Bahn des Tages (0.10 Uhr) nach Hause genommen. Nicht, weil ich mich so gerne in der Bib aufgehalten hätte. Ne, einfach weil die Bücher, die ich brauchte Präsenz-Bestand waren. Und ein 200-Seiten-Buch durchkopieren. Kosten- und zeitaufwändig...
Was ich auch noch bedenklich fände, im Studium ist man meist noch in einem hohen Maße abhängig von der (finanziellen) Gunst der Eltern. Aber da kommt es auch auf die Eltern an. In meinem Fall wäre das eine kritische Konstellation gewesen.