Hallo,
ist ja echt irgendwie blöd gelaufen bei euch... Da informiert man sich schon nach bestem Wissen und Gewissen und dann greift man unglücklicherweise doch daneben... Toll, dass der Züchter wenigstens gesprächsbereit ist und die Kosten (bzw. einen Teil davon) übernehmen will. Das kenne ich (leider) auch anders... Ich hoffe, dass für die gesundheitlichen Probleme eures Kleinen entsprechende Lösungen gefunden werden. Und vor allem, dass es bei diesem einen Problem bleibt!
Ich beantrage demnächst für meinen Labrador-Rüden die Zuchtzulassung (allerdings ohne Deckeinsatz) und wollte dir einfach mal schildern, was im LCD dafür nötig ist. Nur, damit du für den nächsten Hundekauf gewappnet bist.
Mit einem zukünftigen Zuchthund macht man zunächst die ganz normale Nachzuchtkontrolle für den Züchter. Dazu gehören ein Wesenstest, bei dem geschaut wird, ob der Hund wesenstechnisch dem Rassestandard entsprechend veranlagt ist. Diese "Prüfung" organisiert der Verein.
Außerdem lässt man ein HD-/ED-Gutachten machen. Ein dafür akkreditierter Tierarzt macht nach genauen Vorgaben des LCD die Röntgenaufnahmen und leitet diese dann (heute meist digital) zum unabhängigen Gutachter nach Gießen weiter. Man erhält dann einige Wochen später das Ergebnis.
Sowohl das Ergebnis des Wesenstest als auch das Ergebnis des HD-/ED-Gutachtens wird in der Ahnentafel und im Online-Profil des Hundes festgehalten. So sind diese Ergebnisse für alle öffentlich sichtbar und lassen sich über Generationen zurückverfolgen. (Beispielhaft hier das Profil für meinen Rüden.)
Will man nun tatsächlich züchten, werden weitere Untersuchungen nötig.
Es wird ein sogenannter Formwert genommen bei dem geschaut wird, ob der Labrador dem Rassestandard entsprechend "gebaut" ist. Nur Hunde, die dort ein V (Vorzüglich) oder ein SG (sehr gut) erhalten, dürfen überhaupt in die Zucht. Desweiteren muss beim Zuchtverband ein DNA-Profil hinterlegt werden. Auch da muss die Blutabnahme von einem akkreditierten Tierarzt erfolgen. Das Ganze wird dann zu Laboklin geschickt, wo dann das DNA-Profil erstellt wird.
Auch das wird im Online-Profil des Hundes vermerkt. Der Formwert wird auch in der Ahnentafel vermerkt.
Desweiteren sind noch einige Gentests zu machen. Welche jetzt davon obligatorisch sind, weiß ich gar nicht genau. Ich glaube EIC, HNPK und PRCD-PRA auf jeden Fall. Wir haben noch Myo und Narc dazugemacht. SD2 ist wohl mittlerweile auch empfehlenswert. Auch hier: Blutabnahme NUR durch akkreditierten Tierarzt. Auch hier: Auswertung durch Laboklin. Auch hier: Vermerk im Online-Profil und in der Ahnentafel.
Als Neuzüchter muss man dann noch ein zweitägiges Seminar (mit Prüfung) besuchen.
Im DRC müsste auch noch eine Arbeitsprüfung abgelegt werden. Das entfällt im LCD.
Die Zuchtzulassung muss, nachdem man all diese Dinge abgehakt hat, noch separat beantragt werden. Das ist aber lediglich eine Formalie. Alles hinschicken, in die Ahnentafel und ins Online-Profil eintragen lassen. Fertig.
Wenn der Hund nun zum Decken "verwendet" werden soll, muss nun noch eine Augenuntersuchung gemacht werden, auch bei einem akkreditierten Tierarzt. Der nächste von uns aus gesehen wäre in der Schweiz oder nördlich von Frankfurt...
So, und das Ganze, das ich hier geschildert habe, ist auf jeden Fall was Anderes als wenn der Dorftierarzt mal drüber guckt und sagt, ja, passt, hier ist die Zuchtzulassung... 
Das Ganze ist natürlich auch ne finanzielle Sache. Ich weiß jetzt die einzelnen Posten nicht mehr, aber so ne Zuchtzulassung wird Alles in Allem schon so 1500€ kosten... Viele züchten denke ich auch deshalb außerhalb des VdH weil es ihnen um Profit geht. Und wenn der Hund schon 1500€ kostet und dann die ZZL weitere 1500€... Dann kommen noch Zwingerschutz, Zuchtstättenabnahme, Prostergon-Bestimmungen während der Läufigkeit, Decktaxe (Sprunggeld + Prämie pro geworfenem Welpen), gesundheitliche Versorgung der trächtigen Hündin, Versorgung der Welpen... Da ist schnell der komplette erste Wurf für Umme... Und dann darf eine Hündin ja maximal viermal werfen...
Klar läuft im VdH und des RZV auch nicht alles prima. Einem Labrador dürfen insgesamt glaube ich 7 Zähne fehlen und er darf noch in die Zucht... Aber man hat idR doch mehr Sicherheit als bei RZV außerhalb des VdH.