Hier hat sich viel verändert
Natürlich gehe ich viel öfter raus, was auch mir guttut. Ich bin weniger krank und mich fährt nach einem Misttag so eine Runde durch den Wald so runter, dass ich quasi tiefenentspannt nach Hause komme.
Ich treffe Menschen, mit denen mich sonst nie etwas zusammengeführt hätte und stelle fest, dass ich mit Mitte 30 durchaus auch gern Zeit verbringe mit HuHa zwischen 50 und 70 oder ganz jungen um die 20 (lustigerweise ist in meinem Alter fast keiner dabei. Entweder "vorm Kinderkriegen" oder nach dem "Kinder sind groß"))
Plötzlich kenne ich viel mehr Nachbarn hier, auch hundelose - und wir wohnen seit fast 20 Jahren hier!
Allerdings verbringen wir auch weniger Zeit als Familie, weil ich ja nun eben oft mit dem Hund los muss und mein Mann nach anstrengendem Arbeitstag nur noch auf die Couch will.
Und wenn der Hund mal kränkelt, schlafe ich unten auf der Cocuh, mein Mann oben im Bett (Hund läuft keine Treppen)
Besuch ist auch anders. Oft darf Mia nicht mit (jemand mag keine Hund, hat Katzen, hat Krabbelkinder etc) also timt man die Besuche entweder um die Gassizeiten oder einer bleibt zu Hause.
Wir bekommen deutlich weniger Besuch, denn ich weigere mich, meinen Hund in unserer 5qm Küche einzusperren.
Abendunternehmungen fangen nun langsam wieder an. Mia kann jetzt von 17Uhr bis Mitternacht gut allein bleiben, wenn man ihren Tagesablauf vorher entsprechend umstellt.
Allerdings ist das Besuch-Gassizeiten-Problem auch hausgemacht, denn wir haben Mias Futter- und Gassizeiten auf unseren normalen Tagesablauf abgestimmt
Früher sind wir gern mal mit der ColorLine unterwegs gewesen. Einfach mal 3Tage raus. Das geht nun nicht mehr.
Wir haben keinen in Familie/Freundeskreis, der unser Trampeltier betreuen kann und ich habe noch keine Pension gefunden, die mich überzeugt.
Urlaub generell ist anders. Hotel geht eigentlich gar nicht mehr, denn sie bleibt in fremder Umgebung nicht allein und auf ständig getrennte Mahlzeiten wegen Hundeverbot im Restaurant habe ich keine Lust.
Sie ist auch recht nervös in fremder Umgebung.Locker durch die Einkaufsstraßen flanieren ist da nicht
Nur mit meinen Eltern ecke ich öfter an. Sie sind schon fast 80 und sehen eben vieles anders als ich. Früher gabs noch Stachelhalsbänder und sowas... Sie sehen auch nicht mehr gut und merken nicht, wenn zB ein zerbröselter Spülmaschinentab auf dem Boden liegt oder Schokolade
Mehr aufräumen muss ich nicht, ich kann sogar die benutzten Teller auf dem Tisch stehen lassen wenn Reste darauf sind und sie klaut nichts. Sie macht auch nichts kaputt.
Klar, ich muss etwas öfter saugen durch den reingetragenen Matsch bei Regenwetter, aber sie haart wenig und zumindest das Haarproblem haben wir nicht.
Unterm Strich bedeutet das Leben mit Hund derzeit für uns viele Einschränkungen, aber trotzdem wollen wir nicht eine Sekunde unseren Lockenwolf missen, denn sie bereichert unser Leben trotzdem ungemein und zaubert uns jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht. Und sie ist noch jung und lernt.
Wir haben sehr sehr lange auf ein Leben mit Hund gewartet und auch wenn vieles nicht so rosarot ist, wie man sich das vorher vorstellt - sie gehört zu uns!