Beiträge von Millemaus

    "Was liegt denn da? Irgendwelches SM-Spielzeug bestimmt!"

    Zur Aufklärung: Ich übe mit Whiskey gerade Leinenführigkeit. Dafür nutze ich eine Retrieverleine, die nun auf jeden Spaziergang mitkommt. Primär wird er aber noch am Geschirr und mit 4m Biothaneleine (schwarz) geführt.
    Ich gehe dann immer eine bestimmte Strecke, drehe um und gehe ein kleines Stück zurück. Ich lasse Whiskey absitzen, mache die Retrieverleine dran und die Biothaneleine ab. Letztere lasse ich liegen, um mir die Stelle zu markieren wo wir losgehen, damit ich vor allem jetzt am Anfang nicht zu viel zu fordere.

    Jedenfalls war ich gerade an unserem Umkehrpunkt, die Einheit mit der Retieverleine klappte bis dahin echt super, da sehe ich, dass auf unserer Straßenseite zwei Mädels mit je einem Hund lang kommen. Ich habe Whiskey am Wegesrand absitzen lassen und ihn mit Futter "beschäftigt".
    Jedenfalls steigt dann eins von den Mädels total übertrieben (ich hatte den Eindruck, dass die beiden betrunken waren) über die Biothaneleine und sagte diesen o.g. Satz. Ich habe dann geantwortet, dass es die zweite Leine meines Hundes sei. Darauf folgten nur ein "Oh." und albernes Kichern.

    Generell zur Hundeerziehung zu empfehlen (egal, ob man schon einen hat, oder sich erst einen neuen holt) sind diese 3 Bücher hier:




    Alle 3 Bücher (besonders das letzte) haben mir extrem in der Beziehung zu meinem Hund weiter geholfen. Das erste Buch beschäftigt sich auch damit, wie man erreicht, dass ein Welpe/Junghund gar nicht erst anfängt zu jagen, wie man richtig an der Schleppleine trainiert usw.
    Einfach viel gut aufbereitetes Basiswissen drin (also zumindest finde ich, dass es Basiswissen sein sollte - leider habe ich diese Bücher erst nach der Anschaffung meines Hundes gekauft und gelesen, das bereue ich heute sehr).
    Und was Beschwichtigungssignale angeht: Die lesen/erkennen zu können, ist im Umgang mit Hunden Gold wert. Man erlebt einen ganz anderen Umgang mit Hunden, wenn man sich ihrer Körpersprache wirklich bewusst wird.

    Ich denke es wäre sinnvoll, dem Hund beizubringen, was er statt des Bellens machen soll. Nämlich nicht bellen ^^
    Klingt super einfach, ist es aber nicht. Wir haben das Problem, dass unser Wuff sich sehr häufig vor uns stellt und anfängt zu bellen, wenn er was von uns will.
    Wir haben es mit einer Mischung aus dem von @Dschinn beschriebenen Weg und dem aus-dem-Raum-bringen geschafft, das Bellen auf ein Minimum zu reduzieren.

    Allerdings darf Whiskey wieder in den Raum rein, wenn er bellt. Wir haben ein neues Abbruchsignal gewählt. Hund bellt - "Schluß!" - Hund bellt weiter - Hund wird ruhig und unaufgebracht in einen anderen Raum gebracht - Hund bellt weiter - er wird ignoriert - Hund ist ruhig - er wird wieder ins Wohnzimmer gelassen - Hund bellt - "Schluß!" - Hund hört auf zu bellen - er wird positiv bestätigt (durch streicheln, Futter, was auch immer).

    Den Hund ohne Reaktion bellen zu lassen wäre übrigens ursprünglich die richtige Reaktion gewesen. Das ist unheimlich nervig, aber sehr sinnvoll. Der Hund will durch das Bellen erreichen, dass Du ihm Aufmerksamkeit schenkst. Jedes Mal wenn Du ihn dabei beachtest (egal ob nett oder durch eine Bestrafung) hat er sein Ziel erreicht.
    Also für den nächsten Hund merken ;)

    Bei der Erziehung von Hunden ists wie mit der Erziehung von Kindern, Religionen, Politik usw. So gut wie jeder hat seine eigenen Ansichten und so gut wie jeder ist davon überzeugt, dass SEINE Methode die richtige ist ;)
    Meiner Meinung nach sollte man sich über Lerntheorien informieren und dann den Weg wählen, der für den Hund und einen selbst am Besten geeignet ist (und für den Hund nicht mit Zwang, Schreckreizen oder Schmerzen verbunden ist).

    Es gibt Hundekontakt und Hundekontakt. ^^
    Es kommt dabei nicht auf die Quantität an, sondern auf die Qualität. Kontakt an der Leine bringt den meisten Hunden rein gar nichts. Ich denke dein Hund hat auch eher Streß und er nutzt das "flirten" um den anderen Hund zu beschwichtigen.
    Bei Kontakten zwischen Hunden gibt es nämlich verschiedene "Strategien", wie sie mit einander umgehen:
    Flight – Fight – Freeze - Faint - Flirt (oder Fiddle about) (entsprechend den 5 A = Abhauen – Angreifen – Angststarre – Abschalten - Albern sein).

    Vom freien Kontakt ohne Leine haben die Hunde viel viel mehr. Sie können frei agieren und kommunizieren. Eine Leine schränkt die Kommunikationsfähigkeit von Hunden nämlich stark ein. Dafür muss man nur beobachten, wie sich Menschen und Hunde begrüßen:
    Menschen gehen gerade frontal aufeinander zu, sehen sich in die Augen und schütteln sich die Hände.
    Hunde hingehen gehen einen großen Bogen, nähren sich seitlich, vermeiden Blickkontakt, zeigen Beschwichtigungssignale (hol Dir mal das Buch "Calming Signals" von Turid Rudgas und/oder "Das andere Ende der Leine" von Patricia McConell, SUPER Bücher!)... Ein Hund an der Leine muss sich den Gepflogenheiten von Menschen anpassen und kann nicht so agieren/reagieren, wie er es normalerweise tun würde.