Gesteht man sich und dem Hund nicht ein, dass er noch in der Entwicklung ist und dementsprechend Verhaltensweisen auftauchen die bis dahin für hundekenner ersichtlich aber für unerfahrene HH nicht deutlich genug waren? Wie kommt sowas zu Stande? 
Also... Whiskey ist als mein allererster Hund mit knapp einem Jahr bei mir eingezogen. Er hat davor auf dem Balkon gelebt, nichts kennengelernt.
Klar, er war mega aufgedreht, hyperaktiv und musste zur Ruhe gezwungen werden. Draußen war er auch sehr aufgeregt, ist aber nicht hinter Joggern, Radfahrern oder Autos hinterher. Nur Eichhörnchen und Katzen waren von Anfang an ein Problem.
Irgendwann (so nach 2,5-3 Monaten) hat er dann "plötzlich" angefangen, Autos zu jagen. Kurze Zeit später kamen Jogger und Radfahrer dazu. Dieses Verhalten trägt er bis heute (er wird bald 6 Jahre) mit sich herum. Es ist besser und kontrollierbarer, aber den Impuls wird er wohl nie ganz verlieren.
Anzeichen dafür hat er schon vor den 2,5-3 Monaten gezeigt, aber ich konnte das, als Ersthundehalter, nicht sehen/richtig interpretieren.
Nala zog vor etwas mehr als einem Jahr als zweiter eigener Hund hier ein. Sie zeigte nach ein paar Monaten ähnliche erste Anzeichen, die ich sofort extrem deutlich abgebrochen habe. Sie ist nie wieder auf die Idee gekommen, Menschen hinterherzulaufen, egal wie schnell sie sich worauf bewegen, weil ich genau wusste, was sie da macht und wohin das führen kann.
Bei beiden Hunden hat(te) dieses Verhalten nichts mit Aggression zu tun, aber mir geht es eh nur um das Prinzip. Es gibt viele kleine Anzeichen dafür, dass Verhalten xy zum Problem wird/werden kann, wenn man nicht rechtzeitig und angemessen reagiert. Wenn man die Anzeichen aber nicht richtig sehen/interpretieren kann, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Problem gibt, um ein Vielfaches.