Beiträge von Einstein51

    Ich kann da nur berichten, was ich so für Erfahrungen gemacht habe: ich bin ehrenamtlich mit meinem Hund in einer Einrichtung für psychisch kranke Menschen (Depressionen, Borderliner und auch noch größeres). Die Leute, die da wohnen, haben es fast geschafft. Sie sind medikamentös eingestellt, werden sozial betreut und arbeiten auch wieder.


    Ich nehme an, du gehst zu einem Wohnheim? Ich möchte gerne wissen, was die Leute geschafft haben? Sie können ja nicht alleine leben und sind noch auf intensive Pflege/Hilfe angewiesen. Sie haben vielleicht die erste Hürde geschafft. Und außerdem siehst du da wahrscheinlich nur die schwierigen Fälle.

    Trotzdem ist da untersagt Haustiere anzuschaffen. Die Betreuer haben die Erfahrung gemacht, dass es einfach nie klappt. Die Medikamente können dösig machen, manchmal müssen Leute zurück in die Klinik, außerdem gehört einfach sehr viel Zeit am Tag dem Anliegen gesund zu werden. Und da ist gar kein Platz für noch mehr Arbeit mit Tieren, zumal die auch echt teuer werden können und man für die Kosten aufkommen muss.
    Deswegen wurde ja meine Orga gefragt, ob wir sie regelmäßig besuchen kommen. 2 von 4 Leuten schaffen es trotz baldigem Therapieende nicht regelmäßig zu den Zeiten zu erscheinen.


    Auch hier wieder, das sind mit ziemlicher Sicherheit die schweren Fälle. Wobei ich mich frage, ob es sinnvoll ist, die Therapie bei den Leuten zu beenden, wenn die es nicht schaffen, regelmäßig zur Therapie zu erscheinen.

    Einige Freunde von mir haben auch Depressionen, teilweise posttraumatische. Das angeschaffte Pferd wurde nach einem Jahr wieder verkauft, der Bolonka war völlig verwahrlost und verfilzt, die Katze hat alles vollgekackt. Eine Züchterin hat auch einen Boston Terrier an eine leicht depressive Frau abgegeben und auch nach wenigen Monaten zurückgeholt.

    Was ist eine posttraumatische Depression? Oder meinst du die Depression ist die Komorbide Störung?


    Im DF finden die sich sicherlich nicht, denn hier schreiben nur Leute, die hundebegeistert sind und die selbst einen Hund haben und alles für sie tun würden.


    Das ist unabhängig von dem Vorhandensein einer Diagnose.


    Erstmal steht die Depression im Vordergrund. Es geht darum gesund zu werden.


    Das würde ich auch sagen, es wurde der Entschluss gefasst, sein Wohlbefinden zu steigern. Daher würde ich der TE raten, auf sich zu konzentrieren und sich als Person am Wichtigsten zu nehmen.
    Die Unterscheidung zwischen Gesund und Krank wird heute nicht mehr in dieser Form getroffen, zwischen Gesund und Krank gibt es ein Spektrum.


    Ich denke halt immer, wer so wenig in der Lage ist, psychisch auf sich selbst aufzupassen und zu achten, daß er eine Therapie benötigt (also mit seinem Leben, so wie es in dem Moment ist, ohne Hilfe nur schwer zurechtkommt) - wie soll der dann auf ein weiteres Lebenwesen verantwortlich und dauerhaft achten können, auch wenns diesem mal schlecht geht, und Dinge passieren, die auch Gesunde aus der Bahn werfen können (Krankheit des Hundes, Unfälle, Pubertätsgezicke u.v.m. - gerade zu letzterem Thema gibts ja hier im Forum geügend Threads....). Diese könnten in einer schlechten Phase unter Umständen sogar dazu beitragen, sich schlecht oder überfordert zu fühlen, kann ich mir vorstellen.

    Wenn man meint, dass Therapie gleich bedeutet, man kommt mit seinem Leben ohne Hilfe nur schwer zurecht, dann ja.

    Ich hab vorgestern mal alle Tierheim-Homepages in 200km Umkreis abgeklappert und tatsächlich keinen einzigen Hund gefunden, der meinen Ansprüchen und Bedürfnissen entspricht.
    Dann ist halt ein logischer Schritt, sich mit der Wunschrasse auseinander zu setzen - oder noch breiter zu gucken, vielleicht sogar ins Ausland (was für mich ausscheidet, weil ich den Hund nicht kennenlernen kann). Ist doch Ok, muss jeder selbst wissen.

    Das ist immer ein Problem, weil es die unauffälligen Hunde sehr schnell weg sind oder erst gar nicht auf der Homepage auftauchen. Da heißt es wie beim Züchterhund einfach geduldig sein. Da bekommt man ja auch nicht sofort einen Hund und muss warten, warum sollte es im Tierschutz nicht auch so sein?
    Ich finde es immer schade, wenn manche einen Hund aus dem Tierschutz wollen, sich bei der Suche dann aber schnell entmutigen lassen. Man muss manchmal auf eine Wartezeit einlassen. In der Zwischenzeit kann man ja mit den Tierheimhunden spazieren gehen, manchmal findet man auf diese Weise seinen Hund, den man rein nach der Optik und der Beschreibung nie ausgesucht hätte.
    Aber wenn man lieber zu einem Züchter geht, dann ist das doch auch vollkommen in Ordnung und man braucht sich nicht rechtfertigen. Wenn ich einen Welpen haben wollte, würde ich auch zum Züchter gehen.

    Ich finde so eine Liste ist gar nicht so schlecht, viele Hundebesitzer sind ansonsten in der Gefahr, ein Standartprogramm zu machen, der für den eigenen Hund und den Halter keinen oder wenig Sinn machen. Viele Besitzer fangen ja mit sitz, platz, etc. an, obwohl das in der Priorität was der Hund können sollte, ganz weit unten steht.
    Ich würde mal den Alltag durchgehen und vorstellen, was soll der Hund eigentlich in der Situation machen. Und da eher er soll als er darf nicht.
    Da kann man mit ganz banalen Dingen anfangen, was soll er z.B beim rausgehen machen? Soll er vorstürmen oder soll er eher geduldig warten. Was soll er machen, wenn ihr Spazieren geht? Soll er auf euch immer wieder warten und auf euch achten? Das kann man dann wunderbar verstärken durch z.B aufmerksamkeit.

    Ich kenne einigeht Retriever (labbi und golden) vom hundeverein und die sind alles andere als Schlaftabletten. Mir wären die zu anstrengend.
    Ich hab auch letztens einen border collie kennen gelernt. Der war erst über 1 Jahr und ruhiger. Mit dem wird aber auch nix gemacht bezüglich Hundesport.

    @Fusselnase: Ich hab dich schon verstanden und stimme dir auch zu. Ich meinte nur, weil von manchen Menschen kommt, dass jeder Hund vom Züchter den Platz für einen Tierschutzhund blockiert. Da du dich gut mit Auslandstierschutz auskennst, wollte ich dir einfach nur fragen, ob es theoretisch genug Hunde im Auslandstierschutz für die Durchschnittsfamilie gibt, sodass der Markt bedient werden kann.

    Wegen dem Argument:
    Hunde vom Züchter nehmen die Plätze von den Tierheimhunden weg,
    ich denke nicht, dass der Tierschutz den Bedarf an unkomplizierten Familienbegleiter decken kann. Ich kann nur von unseren Tierheim reden, wie es jetzt z.B mit dem Auslandtierschutz aussieht, dazu kann Fusselnase mehr sagen.
    Es gibt die unkomplizierten Familienhunde im Tierheim, sogar öfters als manche denken, aber diese bleiben nicht lange dort. Deswegen sage ich immer, man muss geduldig sein, sich mit dem Tierheim absprechen und die Augen offen halten. Würden jetzt alle, die so einen Hund suchen, zum Tierschutz gehen, dann gäben es dort auch Wartelisten.

    Ich streite mich eigentlich nicht und ich habe auch nicht gesagt, dass ich mich in der Situation streiten würde oder ausfallen oder sonst etwas. Ich würde aber deutlich machen, dass es nicht ok ist, meinen Hund, der für mein Verhalten absolut nichts kann und nichts dafür kann im Tierheim abgegeben worden zu sein und als Kram zu bezeichnen.

    Und es tut mir leid, aber ich keines meiner Tiere sind alte, wertlose Gegenstände und ich kenne auch kein Tier auf das die Bezeichnung zutreffen würde. Daher finde ich die Aussage schon ziemlich abwertend gegenüber Tierheimtieren, die, seien wir uns ehrlich, sowieso schon einen schlechten Ruf haben. Mein Hund ist sicher nicht weniger wert als jeder Zuchthund und ich hatte mit ihm wahrscheinlich weniger Probleme als mit einem Welpen vom Züchter, dem man erst alles beibringen muss und der noch durch sensible Phasen ins seinem Leben geht.

    Das Tierheim hier vor Ort hat das so ähnlich auf seiner Homepage stehen |)
    Zitat
    "Du willst also ein Hund vom Züchter kaufen? Welcher dieser Hunde soll zuerst sterben?"
    Daneben ein Bild von Hunden in Zwingern. Das finde ich schon sehr abschreckend.

    Völlig daneben. Emotionale Erpressung kann ich so gar nicht leiden.

    Das Tierheim und Züchter zusammen arbeiten können, sieht man bei meinen Tierheim. Dort arbeitet jemand der Hunde züchtet. Letztes mal hat diese zu der Tierheimleiterin gesagt, dass noch ein Rüde von ihrem aktuellen Wurf zu haben ist. Die Tierheimleiterin hat dann gemeint, sie macht die Leute darauf aufmerksam.
    Wieso kann das nicht immer so sein?

    Hier nicht. Da ist jeder gerettet, vor allem die wirklich unerzogenen. Und bei adoptiert raufen sich bei mir die Haare um einen Stehplatz. Vermenschlichung pur, Tränendrüsengedrücke inklusive.

    Ja natürlich. Weil man als HH verpflichtet ist, den Kram anderer Leute bei sich aufzunehmen, statt den Hund, den man wirklich will? Weil andere einfach Hoppla-Würfe produzieren oder in anderen Ländern die Tiere herumstreunen? Sonst noch was?

    Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber redest du draußen auch so mit Leuten, die einen Hund aus dem Tierschutz haben? Wenn ja, dann kann ich mir vorstellen, dass da manche nicht so entspannt reagieren.
    Wenn jemand zu mir sagt, dass er keinen Hund aus dem Tierschutz will, weil er den "Kram anderer Leute nicht aufnehmen will", dann werde ich dem nicht zu freundlich sagen, dass die Tiere dort sicher kein Kram sind.
    Ich verstehe ja, dass man von den Reaktionen anderer nicht begeistert ist und sich ärgert, es kann aber nicht sein, dass man jetzt Tierheimhunde schlecht macht.