Ich kann da nur berichten, was ich so für Erfahrungen gemacht habe: ich bin ehrenamtlich mit meinem Hund in einer Einrichtung für psychisch kranke Menschen (Depressionen, Borderliner und auch noch größeres). Die Leute, die da wohnen, haben es fast geschafft. Sie sind medikamentös eingestellt, werden sozial betreut und arbeiten auch wieder.
Ich nehme an, du gehst zu einem Wohnheim? Ich möchte gerne wissen, was die Leute geschafft haben? Sie können ja nicht alleine leben und sind noch auf intensive Pflege/Hilfe angewiesen. Sie haben vielleicht die erste Hürde geschafft. Und außerdem siehst du da wahrscheinlich nur die schwierigen Fälle.
Trotzdem ist da untersagt Haustiere anzuschaffen. Die Betreuer haben die Erfahrung gemacht, dass es einfach nie klappt. Die Medikamente können dösig machen, manchmal müssen Leute zurück in die Klinik, außerdem gehört einfach sehr viel Zeit am Tag dem Anliegen gesund zu werden. Und da ist gar kein Platz für noch mehr Arbeit mit Tieren, zumal die auch echt teuer werden können und man für die Kosten aufkommen muss.
Deswegen wurde ja meine Orga gefragt, ob wir sie regelmäßig besuchen kommen. 2 von 4 Leuten schaffen es trotz baldigem Therapieende nicht regelmäßig zu den Zeiten zu erscheinen.
Auch hier wieder, das sind mit ziemlicher Sicherheit die schweren Fälle. Wobei ich mich frage, ob es sinnvoll ist, die Therapie bei den Leuten zu beenden, wenn die es nicht schaffen, regelmäßig zur Therapie zu erscheinen.
Einige Freunde von mir haben auch Depressionen, teilweise posttraumatische. Das angeschaffte Pferd wurde nach einem Jahr wieder verkauft, der Bolonka war völlig verwahrlost und verfilzt, die Katze hat alles vollgekackt. Eine Züchterin hat auch einen Boston Terrier an eine leicht depressive Frau abgegeben und auch nach wenigen Monaten zurückgeholt.
Was ist eine posttraumatische Depression? Oder meinst du die Depression ist die Komorbide Störung?
Im DF finden die sich sicherlich nicht, denn hier schreiben nur Leute, die hundebegeistert sind und die selbst einen Hund haben und alles für sie tun würden.
Das ist unabhängig von dem Vorhandensein einer Diagnose.
Erstmal steht die Depression im Vordergrund. Es geht darum gesund zu werden.
Das würde ich auch sagen, es wurde der Entschluss gefasst, sein Wohlbefinden zu steigern. Daher würde ich der TE raten, auf sich zu konzentrieren und sich als Person am Wichtigsten zu nehmen.
Die Unterscheidung zwischen Gesund und Krank wird heute nicht mehr in dieser Form getroffen, zwischen Gesund und Krank gibt es ein Spektrum.
Ich denke halt immer, wer so wenig in der Lage ist, psychisch auf sich selbst aufzupassen und zu achten, daß er eine Therapie benötigt (also mit seinem Leben, so wie es in dem Moment ist, ohne Hilfe nur schwer zurechtkommt) - wie soll der dann auf ein weiteres Lebenwesen verantwortlich und dauerhaft achten können, auch wenns diesem mal schlecht geht, und Dinge passieren, die auch Gesunde aus der Bahn werfen können (Krankheit des Hundes, Unfälle, Pubertätsgezicke u.v.m. - gerade zu letzterem Thema gibts ja hier im Forum geügend Threads....). Diese könnten in einer schlechten Phase unter Umständen sogar dazu beitragen, sich schlecht oder überfordert zu fühlen, kann ich mir vorstellen.
Wenn man meint, dass Therapie gleich bedeutet, man kommt mit seinem Leben ohne Hilfe nur schwer zurecht, dann ja.