Danke euch allen für eure Antworten.
Das auf den Rücken drehen wurde mir halt früher so empfohlen und seit ich weiss, dass die ganze Dominanzthorie überholt ist, wende ich es eigentlich auch nicht mehr an. Passiert ist es mir letztens als Joya einen Mops angegriffen hat und am Nacken gepackt hat und geschüttelt hat. Da ist mir das Herz in die Hosen gerutscht, weil ich Angst hatte, dass sie den Mops tötet. Und da habe ich sie auf den Rücken gedreht. Das ging alles so schnell. War wie ein Reflex. Und hinterher ging es mir ganz schlecht. Und klar muss ich meine Emotionen im Griff haben und so etwas sollte nicht passieren. Es ist aber passiert. Ich kann nur schauen, dass künftig keine weiteren solche Situationen entstehen. Seit diesem Vorfall meide ich übrigens Gebiete mit hoher Hundedichte oder ziehe ihr eben in solchen Situationen einen Maulkorb an.
Hundebegegnungen finden schon noch statt. Sie hat ein zwei Hundefreunde, mit denen sie gut auskommt. Klar sollte ich ihr mehr Hundebegegnungen ermöglichen und sie auch immer wieder in einem kontrollierten Rahmen neue Hunde kennenlernen lassen.
Es ist auch nicht so, dass sie auf jeden Hund aggressiv reagiert. Souveräne erwachsene Hunde z.B. findet sie richtig toll. Es sind eher die ungestümen Junghunde und unsichere Hunde, die Probleme verursachen.
Eine gute Hundetrainerin haben wir. Wir hatten bis jetzt aber erst zwei Termine. Die Hundetrainerin hat u.a. bei Turid Ruugas und Sheila Harper gelernt, arbeitet positiv und hat selber Aussies.
Zu Joyas Herkunft: Sie ist wie gesagt 2.5-jährig, ein Aussie und von einer ASCA Züchterin. Nicht von einem Vermehrer. Die Züchterin hat einen guten Ruf und eigentlich auch gute Hunde. Bei Joyas Wurf hat sie einen anderen Deckrüden als sonst eingesetzt und der ganze Wurf ist ziemlich explosiv. Zwei von Joyas Brüdern wurden neu platziert, weil die Erstbesitzer nicht mit ihnen klar kamen. Ich habe Joya seit sie 9 Wochen alt ist. Sie kam von Anfang an mit mir ins Büro. Das Büro und die Stadt sind auch keine Probleme für sie. Da ist sie daran gewöhnt. Im Büro hat es 2-4 andere Hunde, mit denen sie quasi aufgewachsen ist. Ich habe mit ihr auch die Welpenspielgruppe besucht und liess sie als Junghund viele andere Hunde kennenlernen. Das war nie ein Problem. Sie freute sich über jeden Hund und reagierte nie aggressiv. Die Probleme begannen erst mit der 1. Läufigkeit. Da verhielt sie sich aggressiv gegen andere Hündinnen. Das legte sich aber fast gänzlich nach der Läufigkeit wurde aber mit der 2. Läufigkeit schlimmer. Während der 2. Läufigkeit war sie auch extrem gestresst und da passierte es dann auch, dass sie die Hündin im Büro (mit der sie aufgewachsen war aber die sie nie richtig mochte aber in Ruhe liess) angriff und verletzte. Der Angriff passierte als eine Kollegin Joya Futter geben wollte und die andere Hündin dazu kam. Mittlerweile ist Joya kastriert. Sicher auch weil ich mir erhoffte, die Aggression lasse nach aber in erster Linie weil sie während der Läufigkeit so gestresst war.
Joya ist also gut sozialisiert. Sie hat als Welpe/Junghund viel kennengelernt. Wahrscheinlich habe ich sie ein bisschen überfordert. Sie war so neugierig und schien furchtlos. Sicher habe ich Fehler gemacht. Bei einem anderen Hund wäre das aber kein Problem gewesen.
Durch Joya habe ich sehr viel gelernt und mich extrem mit Hundeerziehung auseinandergesetzt. So gesehen, ist sie ein Geschenk. Und ihr habt Recht, dass ich mich nicht von anderen verunsichern lassen darf. Manchmal ist es nur schwer gegen den Strom zu schwimmen. Bei mir im Büro sind Hundebesitzer, die schon ihr ganzes Leben Hunde haben. Und die finden eben, ich mache alles falsch. „Greif doch mal hart durch, setz ihr mehr Grenzen, zeig ihr wer der Meister ist, die tanzt dir doch auf der Nase rum, etc.“ sind Sprüche die ich häufig höre. Aber ich muss das einfach an mir abprallen lassen und meinen eigenen Weg gehen.
Ich glaube ich bin von einem extrem ins andere gerutscht. Zuerst war ich auf der aversiven Seite und dann gänzlich gefangen in einem Training ohne Strafe. Auch nicht negative. Ich hatte so Angst, zu strafen, dass ich mich selber gehemmt habe. Habe aber gemerkt, dass es Joya gut tut, wenn ich mal resolut werde und dann halt auch mal einen negative Strafe einsetze. Gestern z.B. waren wir abends im Garten. Es war schon gegen zehn. Hinter dem Zaun war eine Katze und Joya hat sich extrem aufgeregt und wie wild gebellt. Ich hab versucht, sie ruhig zu bringen, hat aber nicht funktioniert. Als sie nicht hören wollte, musste sie rein. Heute wieder gleiche Szene. Ich hab sie gewarnt. Ihr gesagt, sie solle die Katze sein lassen, sonst müsse sie rein. Und es hat funktioniert. Jetzt liegt sie im Rasen und schläft.