Wie sind euer Aussies denn so charakterlich?
Ich mache auch mal 'ne simple Liste...
Shawnee: in jungen Jahren unglaublich reizanfällig, mit einer deftigen Portion Schutztrieb ausgestattet (... in der Kombination eine ganz zauberhafte Erziehungsaufgabe
), wenig bis gar nicht für Hundesport zu begeistern, ausgeprägte Abneigung gegen alkoholisierte Männer und alle Kinder – mittlerweile ist er da entspannter und ein problemloser Alltagsbegleiter, wenn man seine "Auslöser" kennt und entsprechend regelnd eingreift, liebt lange Wanderungen und ist mit fremden Hunden fast bedingungslos verträglich. (Den Geduldsfaden, der ihm bei fremden Menschen fehlt, hat er bei anderen Hunden gleich doppelt so lang.) Ist unglaublich clever, hat Jagdtrieb, der aber kontrollierbar ist.
Myrddin: sportlich, leichtführig, ausgesprochen nett mit fremden Menschen (= er ignoriert sie von sich aus komplett; lässt sich aber locken und streicheln, wenn ich das 'Okay' gebe) und überwiegend nett mit fremden Hunden (fällt gelegentlich ins Mobben bzw. ist penetrant und versteht nicht, wenn ein anderer Hund auf sein aufmerksamkeitsheischendes Verhalten nicht eingeht, wenn ich ihn nicht ausbremse, würde aber nicht lostackern und reagiert selbst in "hitzigen Situationen" konfliktvermeidend), ist unglaublich leicht für alle Arten von Blödsinn, Sport oder Beschäftigung zu motivieren und dabei herrlich klar im Kopf, d.h. er überdreht nicht und denkt prima mit. Gruselige und ungewöhnliche Dinge meldet er, überlässt es aber mir, die Situation dann zu klären.
Die Charaktere können beim Aussie eben recht verschieden und breit gefächtert sein und man sollte sich vorher fragen, ob man mit dem jeweiligen 'Extrem' leben könnte. In den meisten Rassebeschreibungen wird das Aggressionspotenzial der Rasse vernachlässigt oder heruntergespielt, das sollte man sich klar machen. Wenn man auf jeden Fall einen verträglichen, "netten", nichtjagenden Hund will, sollte man vom Aussie Abstand nehmen.
Nicht falsch verstehen – die meisten Aussies sind längst nicht so 'krass' oder heftig, wie man das manchmal hört. Aber sie brauchen 'ne klare Führung und jemanden, der die ursprünglichen Rasseeigenschaften mag und nicht ständig dagegen ankämpft und sich eigentlich einen "unkomplizierten" Hund gewünscht hätte.
Am besten ist es, sich länger mit verschiedenen Haltern zu unterhalten und die Hunde 'live' zu erleben. 