Wieviele solcher Fälle brauchst Du, also wieviele qualvoll verendeten Hunde, bis Du die Existenz dieser Kampagnen als notwendig erachtest? Es spielt faktisch keine Rolle ob sich die Zahlen gegenüber den Vorjahren drastisch, spürbar, kaum spürbar oder gar nicht verändert haben. Denn das Ziel ist nicht, irgendwann bei Null zu landen und keine Kampagne mehr starten zu müssen, sondern schlicht JEDES Jahr aufs Neue dafür zu sorgen, dass in genau diesem Jahr so wenig Hunde wie möglich diesen qualvollen Tod erleiden, bzw. nicht quälen müssen. Ein NULL wird man nie erreichen und deshalb sind solche Kampagnen auch in Zukunft nötig.
Schön, dass wir wenigstens was das fett Markierte angeht einer Meinung sind. ![]()
Zum Rest: Ich bezweifele nicht die Sinnhaftigkeit einer vernünftigen Aufklärung zu dem Thema, noch finde ich, dass sich so eine Aufklärung erst ab einer Zahl X von gestorbenen Hunden "lohnt" (... auch, wenn du mir das gerne unterstellen möchtest).
Ich bezweifele nur, dass die Aufklärung wie sie im Moment läuft wirklich schon das ganze Potenzial ausschöpft, konkret: ich finde Erklärungen per Mailverteiler (bspw. Tasso) oder in sozialen Netzwerken (Twitter, Facebook) bis zu einem gewissen Grad sinnvoll, aber ich frage mich, ob es da nicht noch andere, zusätzliche Wege gibt, die man einschlagen könnte.
Ich hab's ein paar Seiten vorher schon mal erwähnt, aber für mich hat dieser Online-Aktivismus ein bisschen was von "Ich fühl mich gut bei minimalem Aufwand". Es ist schließlich soviel bequemer auf "Teilen" zu klicken, anstatt sich selbst als Helfer bei einer großen Veranstaltung freiwillig zu melden - aber da würde man wenigstens direkt Leute ansprechen und Hunden helfen können. Seltsamerweise ist es irre schwierig, freiwillige Helfer für 'ne Parkplatzkontrolle zu finden (haben wir gerade durch das Thema, als hier in der Gegend zum Tag des Hundes Aktionen organisiert wurden), aber wenn man in den lokalen Tierschutzgruppen fragt, haben ausnahmsweise alle, die vorher fleißig Warnhinweise zur Hitze im Auto geteilt haben, ausgerechnet schon an dem Tag irgendwas ganz Wichtiges vor...
Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, wie er seine Zeit und sein Involvement sinnvoll eingebracht sieht – aber für diesen Thread: ja, m.M.n. nehmen die Warnhinweise in sozialen Netzwerken teilweise hysterische, beleidigende Züge an, während gleichzeitig wenig Bereitschaft vorhanden zu sein scheint, den großen Worten auch Taten folgen zu lassen.
Man IST aufmerksamer geworden und zwar so stark, dass es vielen "Hunde-im-Auto-Lassern so peinlich ist, dass sie unzählige Threads mit ebenso unzähligen (Pseudo)Gründen aus dem Boden stampfen um sich zu rechtfertigen. Wären die Kampagnen ohne Wirkung, dasnn wäre das kaum nötig oder?
Und das ist ein weiteres Problem: die Kampagnen erreichen offensichtlich (zumindest zum Teil) die falschen Leute – nämlich die, die sich eh schon Gedanken gemacht haben und damit um das Problem wissen. Die Deppen, die ihren Hund völlig unreflektiert bei 34°C in praller Sonne im geschlossenen Auto sitzen lassen, wird es immer wieder geben, mit reiner Aufklärungsarbeit erwischt man die nicht (s.o., ein Null erreicht man nie), aber diejenigen, die sorgfältig abwägen und situationsabhängig entscheiden, werden dafür dann auch noch zur Rechtfertigung gedrängt. Ziemlich verquer, wenn man mal drüber nachdenkt.