Beiträge von pardalisa

    Für mich ist das auch eine situative Frage, aber als "herausragend tierlieb" würde ich mich selbst nicht bezeichnen.

    Klar, für meine eigenen Hunde würde ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen, wenn's nötig wäre, aber das hat für mich mehr mit der Übernahme von Verantwortung zu tun, weniger mit Tierliebe. Was andere Tiere angeht, bin ich hilfsbereit und für Kompromisse offen, aber das hat beides definitiv Grenzen.

    Ich bin total stolz auf Myrddin: Wir wollten heute eigentlich eine richtig schön lange Wanderung machen, mussten dann aber auf halber Strecke abbrechen, weil da eine Treibjagd war, an der man nicht vorbeikam. Wir sind also umgedreht, aber die Schüsse hat man natürlich weithin gehört – und Myrddin war total locker, hat nicht mal gezuckt bei dem Geknalle und hat sich nicht für irgendwelche Wildspuren interessiert (obwohl da im Wald bestimmt einiges in Bewegung war).

    Man merkt in solchen Situationen echt, dass er mit dem Erwachsenwerden noch mal eine ganze Portion Selbstsicherheit und Gelassenheit bekommen hat und ich find's klasse. :herzen1:

    "Muss die immer durchweg gefüttert werden?"

    In solchen Situationen lächele ich ja einfach zuckersüß und sage: "Ne, der ernährt sich von Luft & Liebe und pupst Regenbögen. Und er hält dabei die Klappe, das finde ich besonders angenehm."

    ... und dann grüßen, sich über den eigenen Hund freuen und fröhlich weitergehen. :D

    Geht ihr immer mit allen zusammen, oder teilt ihr sie auf beim Spazieren gehen? Oder mal so mal so wie ihr gerade Zeit und Lust habt ?

    Ich hab' "nur" zwei Hunde und die allermeisten Runden gehe ich mit beiden zusammen. Einzige Ausnahme: wenn wir mehrere Tage hintereinander wirklich große Spaziergänge oder allgemein körperlich anstrengende Sachen machen, gibt's für den Senior zwischendrin immer mal wieder Ruhetage mit kleineren Runden, also z.B. einen Tag Wandern mit beiden, nächsten Tag Radfahren nur mit dem jüngeren und mit dem großen eine kleine Runde zu Fuß, tags darauf dann wieder mit beiden einen größeren Waldspaziergang, usw.

    Das ist aber dem Altersabstand geschuldet, vom Traingsstand oder so her macht das für mich keinen Unterschied, ob ich mit ein oder zwei Hunden unterwegs bin – und am liebsten habe ich sie beide dabei, man ist dann irgendwie "komplett". :smile:

    Auch nochmal eine allgemeine Frage in die Runde: Inwiefern habt ihr euch bei der Wahl des Zweithundes am Ersthund orientiert?

    Teils, teils. Ich mag einen bestimmten Typ Hund und hatte da beim Zweithund sehr genaue Vorstellungen, insofern war schon klar, dass das von der ungefähren Richtung her gut zum Ersthund passen würde. Ähnliche Größe, ähnliches (Spiel-)Verhalten, ähnliche Beschäftigungsmöglichkeiten waren da u.a. Kriterien, die in die Entscheidung mit eingeflossen sind.

    Was ich aber nicht gemacht habe und auch zukünftig nicht vorhabe, ist, die schon vorhandenen Hunde den Neuzugang "aussuchen" zu lassen. Wenn ich hier einen Welpen mitbringe, dann wird der eh akzeptiert, da muss ich mir keine Sorgen machen und würde die Hunde auch nicht "fragen" oder vorher schon mit zum Züchter oder so nehmen. (Bei einem schon erwachsenen Hund aus dem Tierschutz wär's vermutlich anders, da wäre mir ein vorheriges Kennenlernen der Hunde ev. wichtiger.)

    Und ganz knallhart gesagt: der Ersthund hat(te) hier eindeutig mehr Privilegien und Vorrang – wenn das mit dem Zweithund überhaupt nicht geklappt hätte (was unwahrscheinlich war, aber man soll ja nie 'nie' sagen...), wäre der wieder ausgezogen und dementsprechend war auch der Plan B organisiert. In der Hinsicht hätte ich mich dann auf jeden Fall am Ersthund orientiert und das getan, was für den die beste Lösung gewesen wäre. Das aber nur so als Was-wäre-wenn-Szenario.

    Ich hab' im Moment den Luxus, mir meine Arbeits- und Unizeiten relativ frei einteilen zu können, also laufen wir die große Runde im Hellen – finde ich für das Erkunden neuer Wanderwege und so einfach spannender.

    Ich fühle mich aber auch im Dunklen draußen wohl und sicher (... und mit zwei Aussierüden dabei, die ihre "Bodyguard"-Funktion ziemlich ernst nehmen und mir rechtzeitig Bescheid geben, wenn jemand durchs Gebüsch schleicht, bin ich da auch immer vorgewarnt ); dann laufe ich halt Runden in Feld und Wald, die ich schon kenne (gegen Stolper- und Verlaufengefahr) und nehme die Hunde im Zweifelsfall an die Leine (bei Wildschweinen in der Nähe). Angst vor zwielichtigen Gestalten habe ich im Wald nicht, die fände ich eher nachts in der Innenstadt gruselig.

    Wir gehen morgens meist die erste Runde um kurz nach 8 Uhr – zur Wiese am Dorfrand, wo die Hunde flitzen können – und abends das letzte Mal so gegen 11 Uhr nach draußen – manchmal ein Stück durch's Viertel, manchmal nur in den Garten.

    Ich kann solche "kritischen"/erstaunten Nachfragen aber auch echt verstehen, gerade von Menschen, die sonst nicht so viel mit Hunden zu tun haben. Der Aussie-Boom flacht ja zum Glück (zumindest hier bei uns) so laaangsam ab, aber zeitweise hat man hier viele Aussies getroffen, bei denen es einem kalt den Rücken herunter lief: hibbelig, laut, schnappschildkrötenmäßig unterwegs und bevorzugt von Leuten, die "einen lieben, bunten Hund für die ganze Familie" wollten und sich nullkommagarnicht über das richtige Maß an Beschäftigung oder über Schutz- und Wachtrieb informiert hatten. Das war eher so die Fraktion "Sieht plüschig aus und der Züchter hat gesagt, der jagt nicht, also nehmen wir den!" ;)

    ... wenn man als Nicht-HH dann hauptsächliche solche durchgeknallten Exemplare kennt, würde ich bei einem Ersthundehalter auch erst mal erstaunt gucken, ob der weiß, was ihn da erwarten kann.

    Meine beiden bleiben auch von Anfang an zusammen alleine.

    Wobei ich da auch einfach ziemlich Glück habe, dass Shawnee so 'ne coole Socke ist – der ist fast schon zu nett mit anderen Hunden, da habe ich mir nie Sorgen gemacht, dass er Myrddin was tun könnte. In Myrddins Pubertät hätte ich damit gerechnet, dass der aussierüden-typisch mal testet, was er sich so erlauben kann, hat er aber gar nicht (zumindest nicht bei Shawnee... :D ), ansonsten hätte ich in der Zeit getrennt. Und mittlerweile sind die beiden so dicke miteinander und suchen so häufig die Gesellschaft des anderen und Kontakliegen miteinander, dass ich da völlig entspannt bin.

    @Atrevido, hättest du denn die Möglichkeit, während des Alleinbleibens zu trennen? Wenn ein zweiter Hund grundsätzlich schon gut tun würde und du das gerne möchtest, wäre das bei passenden räumlichen Gegebenheiten ja machbar. :smile: