Beiträge von pardalisa

    Wird Zeit, dass hier mit so vielen Vorurteilen mal aufgeräumt wird! Wer aber wirklich Interesse hat, kann sich gern mal die anderen Videos anschauen (im Welpen- und Junghundealter) auf Vimeo.

    Ich hab' mir gerade mal tatsächlich alle Videos – von 8 Wochen bis 8 Monate – angeguckt. Und ganz ehrlich: zum Abbau von Vorurteilen taugen die zumindest bei mir leider nicht. Ich hätte nicht gedacht, dass dein Hund noch so jung ist und viele der Szenen finde ich (besonders in dem Kontext) zumindest... befremdlich.

    Aber mal weg von meiner persönlichen Meinung: auch in den Videos ist fast ausschließlich Beutespiel und Sportaufbau zu sehen – und damit passt dein Verweis darauf nicht so ganz in die Diskussion hier. Der Hund ist in den Videos ja ständig "an"/unter Kommando/auf das Spielzeug fixiert. Wie er sich z.B. allein mit einer neuen Situation auseinandersetzen würde oder wie ein normaler Spaziergang abläuft kann man da gar nicht sehen – und eben die Fragen tauchten hier ja auf.

    Insofern: ja, ich würde ein Video vom "Alltagsgassi" tatsächlich total spannend finden und lasse mich gerne überzeugen, dass diese Art von "Frühförderung/Fixierung im Sport" und ein ausgeglichener, auch-mal-abschalten-können Hund sich nicht automatisch gegenseitig ausschließen.

    @Ashy Schön geschnittenes Video und wirklich ein wunderschöner Hund! Einziges Verständnisproblem meinerseits: ich glaube, niemand hier hat bezweifelt, dass Border Collies im Sport erfolgreich und bei der Arbeit mit Schafen einfach genial anzuschauen sind. ;)

    Hier ging's doch eher um die Alltagstauglichkeit von reizempfindlichen Hunden und deren Ansprüche an ihren Besitzer... insofern wäre es total spannend, ein "langweiliges" Gassivideo, mit all den Sachen, die einem beim Spaziergang halt so begegnen (Radfahrer, Jogger, fremde Hunde, Wild, ...), von BC-Besitzern zu sehen. Genau da gehen doch die Vorstellungen so auseinander und tauchen die Fragen auf: Wie gut lässt sich ein BC im Alltag führen? Wie viel Fingerspitzengefühl ist da als HH nötig? Was läuft gut und einfach; was sind Punkte, auf die man achten muss, wenn man sich einen jungen BC anschafft?

    Und als Anmerkung von jemandem, der solche Gespräche auch gelegentlich beim Spaziergang führt: ich sage auch ab und zu, dass einer meiner Hunde "Angst" hat, wenn ich keinen Kontakt will, weil das in den allermeisten Fällen dazu führt, dass andere Leute verständnisvoll nicken und ihren Hund einsammeln – und genau das will ich in dem Augenblick.

    Keiner meiner Hunde hat Angst vor anderen Hunden, aber die ehrliche Antwort wäre halt häufig: "Mein Senior ist wackelig auf den Beinen und ich traue Ihrem Junghund momentan nicht zu, dass er vorsichtig genug ist" oder auch "Ihr Hund fixiert schon seit 50m und Sie tun nix dagegen; ich glaube nicht, dass 'Spielen' jetzt eine gute Idee ist" oder manchmal auch schlicht "Ich hab' eine Nachtschicht gearbeitet, bin immer noch müde und will im Moment keinen Smalltalk und kein Hundespiel, also gehen wir flott weiter". Das ist dann nicht böse gemeint, aber "Angst" versteht jeder sofort, während die ehrlichen Antworten häufig zu Nachfragen und Diskussionen führen – ist also manchmal auch reiner Selbstschutz des Besitzers. ;)

    Auch muss ich mittlerweile lächeln, wenn es heißt, dass BCs und auch Aussies absolute Arbeitstiere sind und beschäftigt werden müssen - also viel Bewegung etc.

    Ach so, und Nachtrag hierzu: natürlich braucht kein Border Collie und auch kein Aussie eine Dauerbespaßung! Wie du schon sagst – längere Zeiten des Nichtstuns sind bei beiden Rassen im ursprünglichen Aufgabengebiet völlig normal und sollten von jedem Hund gut "ausgehalten" werden. Solche Sprüche wie "Oh, ein Aussie/BC, mit dem müssen sie aber bestimmt viiiel machen!" kommen ja auch eher von Laien, die "Hütehund = viel Beschäftigung" mal irgendwo aufgeschnappt haben.

    Wenn hier darauf hingewiesen wird, dass es sich bei Border (und Aussie) um Arbeitstiere handelt, dann ist damit eine gewisse Fokussierung und Ernsthaftigkeit der Hunde gemeint. Jemand, der als Hundeanfänger einen "klassischen Begleithund" vor Augen hat, ist mitunter erstaunt, was ein Hund, der als Selektionsziel in der Zucht das klare und hartnäckige Verfolgen eines Ziels hat(te) so für Eigenschaften hat – das ist kein Drama, die Hunde sind dadurch auch nicht automatisch unfassbar kompliziert oder völlig unhändlebar, aber man muss halt wissen, worauf man sich einlässt und ob man das will. Für manche Leute passt's, andere werden mit anderen Rassen glücklicher, ist ja nix dabei. Aber das mögliche Auseinanderklaffen von Erwartungen sollte halt bei Anschaffungsüberlegungen von "Arbeitsrassen" mal angesprochen werden. (Und deshalb bin ich auch absolut dafür, dass man sich die Hunde seiner bevorzugten Rasse vorher mal in allen möglichen Sitationen 'live' anguckt: bei ihrer Arbeit, beim Sport, beim normalen Spaziergang, etc. – und dann ehrlich mit sich selbst ist, ob man genau so einen Hund will.)

    Trotzdem sehe ich - bis auf die Hütetätigkeit an welchem Vieh - viele Ähnlichkeiten bei den Rassen. Sagt mir, was da noch der wesentliche Unterschied ist?

    Siehe oben. Der Aussie ist ganz explizit auch Wach- und Hofhund, d.h. Misstrauen gegen Fremde, "nicht mit jedem arbeiten wollen", mehr oder weniger ausgeprägtes Terretorialverhalten ist z.T. ausdrücklich erwünscht. Das, gepaart mit der Durchsetzungskraft, die beim Treiben von beispielsweise Jungbullen erforderlich ist, macht aus dem Aussie eben einen völlig anderen Hütehund als den Border Collie, der in großen Schäfereien fremden Menschen gegenüber eher freundlich sein sollte und bei der Arbeit an den Schafen, die teilweise verstreut auf großen Flächen stehen, eine ganz andere Herangehensweise/Sensibiltät braucht.

    Und genau diese Eigenschaften merkt man halt auch im Umgang und im Leben als "normaler Hund mit Familienanschluss (ohne Hüten)" – die Problemlösungsstrategien der sind mitunter völlig anders. Die Aussies, die ich kenne, zeigen Defizite in Zucht, Erziehung und Wesen z.B. eher nach außen, d.h. als teils heftige Unverträglichkeit mit Mensch und/oder Tier, die Border eher nach innen, d.h. in der Entwicklung von Neurosen und Zwangsstörungen.

    Das muss nicht passieren, kann aber – und man sollte sich gut überlegen, mit welchem Typ Hund man als Mensch besser klarkommt, auf was man sich eher einstellen kann und was besser (oder überhaupt nicht) ins eigene Leben passt.

    Wo ist eigentlich der große Unterschied von einem Border Collie zu einem Aussie?

    Ganz kurz auf die Schnelle: mehr Wachtrieb und Aggressionspotenzial beim Aussie, dafür auch weniger Sensibilität gegen Reize aus der Umgebung und weniger "Fachidiotentum"; der Aussie ist mehr Allrounder was das Einsatzgebiet und die Beschäftigungsmöglichkeiten betrifft, dafür aber auch gewollt deutlich "härter" als ein BC. Irgendjemand hatte das in einem anderen Thread mal perfekt erklärt, wenn noch mehr Interesse besteht, suche ich danach gerne und verlinke dann. :smile:

    (Und ich weiß, dass das scherzhaft gemeint war, aber für außenstehende Mitleser: "gaga" sollte keine der beiden Rassen sein, dann läuft was gehörig falsch... Der Spruch mit der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn klingt zwar unterhaltsam, ist für den Hund aber eigentlich sehr, sehr traurig, wenn's in Extreme abrutscht.)

    Und ich würde auch nicht sagen, dass Aussie und Border "austauschbar" sind, die sind – trotz Zugehörigkeit zur Gruppe der Hütehunde – doch ziemlich verschieden. (Ich hab' z.B. zwei Aussies und könnte mir einen BC nur schwer vorstellen – und ich kenne BC-Besitzer, denen es umgekehrt genauso geht. :D Aussie ist auf keinen Fall der "Border light", als der er gerne mal angepriesen wird. Ich würde auch gar nicht unbedingt sagen, dass eine Rasse 'komplizierter' oder die andere 'einfacher' ist, sie haben halt unterschiedliche Schwerpunkte und Bedürfnisse.)

    funktionieren Leuchties auch gut bei Langhaar ?

    Yep, klappt bei uns eigentlich ganz gut. Meine beiden tragen blau (der ältere Rüde mit richtig dicker "Mähne" im Winterfell) und grün (der jüngere Rüde, der für einen Aussie wirklich wenig Plüsch hat).

    Hier mal ein Foto vom blauen Leuchtie bei vollem Winterpelz:

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    Dass du für die Hundeanschaffung auf jeden Fall das schriftliche Okay vom Vermieter haben willst, ist auf jeden Fall vernünftig. :smile:

    Was du noch machen könntest, wäre, in einem ruhigen Gespräch ein paar "typische Vermietersorgen" anzusprechen und versuchen zu entkräftigen (gerade Nicht-Hundemenschen haben da ja manchmal verständliche, aber teilweise unbegründete Sorgen, über die man vorher reden kann):

    - Hund ist alleine zu Hause und bellt dann -> Hundetagesstätten in der Umgebung raussuchen und gleich dazusagen, dass der Hund dann 'außer Haus' betreut werden würde, wenn es mit dem Alleinebleiben (noch) nicht klappt

    - Hund macht irgendwas kaputt -> gleich ansprechen, dass man natürlich eine Haftpflichtversicherung abschließen würde, die auch Schäden an Mietobjekten mit abdeckt

    - Kunden haben Angst vor dem Hund/Hund stört Kunden -> sich mit dem Vermieter ev. absprechen und auf einen kleinen/unkomplizierten/"harmlos aussehenden" Hund einigen, usw.

    Wenn das alles nix hilft, ist das schade, aber das gute Recht des Vermieters. Dann hilft tatsächlich nur, bis nach dem Umzug zu warten. So oder so – viel Glück! :smile:

    Bei so einem Thema hat man halt auch ganz schnell Probleme und Unklarheiten mit den Begriffen. Was ist denn überhaupt "tierlieb"? Die Frage kann man auf so viele Arten und Weisen beantworten, dass die Beiträge hier zwangsläufig ziemlich auseinanderlaufen.

    Um gewisse Abwägungen und Kompromisse komme ich z.B. nicht herum: ich wünsche Freigängerkatzen nix Böses, wir wollen sie aber nicht in unserem Garten haben (u.a. der Vögel wegen, die sich hier wohlfühlen und brüten), also wird den Katzen unser Garten "unbequem gemacht"; ich mag nicht komplett auf Fleischkonsum verzichten, achte aber peinlich genau auf die Herkunft und Haltung der Schlachttiere; ich kann auf ein Auto nicht verzichten, weil ich sonst nicht zur Arbeit kommen würde, auch wenn mir die negativen Konsequenzen des Straßenverkehrs auf die Tier- und Umwelt durchaus bewusst sind; ich leiste mir den Luxus, zwei Hunde nur "zum Spaß" zu halten, auch wenn allein die Produktion des Futters für diese zwei Hunde ihren Teil zu meinem CO₂- Fußabdruck beiträgt und andere Tiere für eben dieses artgerechte, fleischhaltige Futter geschlachtet werden, usw.

    Wenn jemand für all diese oder auch nur einige dieser Punkte meint, ich sei nicht tierlieb genug, dann mag er damit sogar Recht haben – bedingungslos tierlieb zu sein wäre auch nicht mein erstes Ziel im Leben –, aber es ist schwierig bis unmöglich, komplett ohne diese Widersprüche zu leben und sich selbst als "immer tierlieb" zu bezeichnen. Und wie man da im Einzelfall seine Grenzen setzt, was man mit sich selbst vereinbaren kann und was nicht, ist eben genau das – eine Einzelfallentscheidung. Jemand, der mir da eine moralisch einwandfreie Lösung für alle und jede Situation andrehen will, wäre mir ziemlich suspekt... ;)

    @pardalisa: Wo hast du dich dafür angestellt? Ich nehm die auch für Robin, die Selbstsicherheit.

    Die gibt's hier leider nur im Tauschgeschäft – Shawnee, mein knapp zwölfjähriger Senior wird gelegentlich etwas "wunderlich"/welpig im Kopf, dafür entwickelt sich Myrddin zum zuverlässigen, unkomplizierten Begleiter. Als hätten die sich abgesprochen: "Ne, jetzt bin ich aus der Pubertät, fang du mal mit dem Altersstarrsinn an!" :D