Beiträge von pardalisa

    Okay, das klingt doch in Bezug auf die Unverträglichkeit mit fremden Hunden schon besser. :smile:

    Was mir allerdings trotzdem Sorgen machen würde, wäre die Ressourcenverteidigung. Mit einem unverträglichen Hund, der sich andere Hunde einfach nur vom Leib halten will, kann man ja ganz gut leben, wenn die Wohnsituation passt und man nicht z.B. jeden Tag durch den Stadtpark voller freilaufender Hunde muss. So ein Hund, der klar zwischen 'ist fremd, mag ich nicht' und 'ist okay, gehört zur Familie' unterscheidet, kann sicher lernen, dass ein Zweithund okay ist, wenn man bei der Auswahl ein paar Dinge beachtet.

    Schwierig wird's nur, wenn der Ersthund auch gegenüber dem Zweithund Ressourcen verteidigt. Futter, Liegeplätze, Spielzeug, bei Aussies auch gerne mal den eigenen Besitzer – als Ressource, an der sich da der Konflikt entzündet, kann so ziemlich alles in Frage kommen. Und da musst du einfach ehrlich mit dir selbst sein: traust du dir das zu, deine Hündin da so anzuleiten, dass sie gar nicht erst den Hauch einer Chance hat, so ein Verhalten zu zeigen? Hast du die Möglichkeit, die Hunde beim Alleinbleiben zu trennen? Schätzt du deine Hündin so ein, dass sie solche klaren Regeln und enge Führung annehmen würde oder müsstest du, bildlich gesprochen, dauerhaft mit einem Fuß auf der Bremse stehen?

    Das hier bringt dein Problem eigentlich auf den Punkt:

    Im eigenen Heim sieht das allerdings anders aus: Hier gehört ja alles meiner kleinen "Prinzessin", auch der Garten wird teilweise verteidigt. Im Falle eines Zweithundes könnte ich ihr ja auch (zumindest nicht dauerhaft) den Schlafplatz wegnehmen.


    Selbst wenn du beim Füttern aufpasst und keine Spielzeuge herumliegen lässt, wirst du keine Umgebung ohne (aus Hundesicht) wichtige Ressourcen schaffen können. Sollte es da also zu einem mehr oder weniger heftigen Konflikt kommen, müsstest du in der Lage sein, das schon im Ansatz zu erkennen und die nötigen Konsequenzen zu ziehen.

    Ich brauche mal Hilfe, mein räumliches Vorstellungsvermögen ist für die Katz'... :ops:

    Im Moment sitzen meinen Hunde ja zusammen in einer Box. Das klappt auch eigentlich gut, allerdings wird mein Senior zunehmend tüddeliger und ungelenker. Ich bin also am überlegen, ob es langfristig nicht sinnvoller ist, den Hundeplatz im Auto zu trennen.

    Für einen Hund mit 55cm Schulterhöhe und 22kg, wäre da eine Box mit den Maßen 44 x 75 x 60cm (BxTxH) okay?

    Ich wurde gerufen? ;)

    Ja, wie @Czarek schon sagt, ich habe zwei Aussies (beides Rüden), mit einem relativ großen Altersabstand von neun Jahren. Bei uns klappt das gut, aber dazu muss man auch sagen, dass mein Ersthund ein absolut tiefenentspanntes, friedfertiges und nicht direkt typisches Aussie-Exemplar ist und der Zweithund zwar deutlich kompromissloser und mehr "erst draufhauen, dann Fragen stellen" ist, allerdings ausschließlich mit völlig fremden Hunden und mit bekannten Hunden ziemlich sozial und "weich" im Umgang. Wäre der erste nicht so gewesen, hätte es hier deshalb auch keinen zweiten Hund gegeben.

    Ich schließe mich deshalb den Vorschreibern an – ein Zweithund zu einem möglicherweise unsicheren Hund mit Ressourcen-Problemen ist eine riesige Aufgabe. Du müsstest dein Zusammenleben mit den Hunden bis ins kleinste Detail durchstrukturieren, ständig aufpassen und bei der kleinsten Unaufmerksamkeit deinerseits könnte es ganz schön übel krachen. Ich würde mir und den Hunden so einen täglichen Druck nicht zumuten wollen.

    Und nimm's mir nicht übel, aber das hier:

    Dass ihr ein Zweithund gut tun würde, nehme ich an, weil sie sich immer sehr freut, wenn wir beispielsweise zu meinen Eltern mit ihrem Hund gehen. Sie sucht dann sehr viel Kontakt zu dem anderen Hund, geht immer wieder hin und fordert zum Spielen auf.

    ... klingt für mich wie 1a-Kontroll-/Abwehrverhalten, das ich bei ganz vielen Aussies beobachte. Der Hund will eigentlich keinen Kontakt, weiß aber auch nicht, wie er sich dem so richtig entziehen soll, also verfällt er in eine "Spiel"aufforderung. Für den Mensch sieht das nach Freude aus, der Hund ist dabei einfach nur gestresst und sucht ein Ventil. Irgendwann kippt die Situation dann und der Hund versucht, sich die anderen Hunde per Schnappen, etc. vom Hals zu halten. (Dazu würde auch passen, dass du schreibst, dass sie aus dem "Spiel" heraus andere Hunde angegangen ist.)

    Muss bei deiner Hündin nicht so sein, ich hab' sie ja nicht 'live' gesehen, klingt für mich aber verdächtig danach. Sollte das zutreffen, glaube ich nicht, dass deiner Hündin ein Zweithund wirklich guttun würde.

    Das schnelle Tempo gilt, soweit ich weiß, bis zur nächsten Tempoänderung (= anderes Temposchild) oder bis zur nächsten stationären Übung (= Sitz/Platz/Stopp/etc.).

    Die 360° wäre dann also auch noch schnell zu laufen.

    Ich hatte bei Shawnees Einzug 'ne Kudde, die hat auch jahrelang gehalten und war klasse. Das Nachfolgemodell (ebenfalls Original-Kudde) hatte dann innerhalb kürzester Zeit kaputte Nähte und der Kundenservice war super unfreundlich. Keine Ahnung, ob ich da bloß das Montagsmodell erwischt habe, aber das Drumherum war so ätzend, dass ich mich nach einer Alternative umgeguckt habe.

    Aktuell haben die Jungs hier einen Liegeplatz von Klin: Liegebetten 90 cm x 120 cm - hund-sport-shop.de

    Den finden sie beide super, besonders Shawnee mag die gebogene Form und den erhöhten Rand zum Kopfablegen. :smile:

    Das wäre ja gegen jegliches Bauchgefühl.

    Ich hab's nicht so mit Bauchgefühl. ;)

    Wir haben tatsächlich einfach eine Liste mit Eigenschaften gemacht, die wir auf jeden Fall wollten bzw. die überhaupt nicht zu uns passen, und sind so bei der Rasse gelandet. Das Aussehen wurde ganz bewusst komplett ausgeklammert.

    Oder anders gesagt: es war ein netter Zufall, dass mir die Optik letztendlich doch ein bisschen ans Herz gewachsen ist, aber ich hätte auch gut damit leben können, unseren Hund weiterhin "nicht schön" zu finden. Solange ich nicht angeekelt bin (ich mag z.B. keine stark sabbernden Rassen), ist alles andere tatsächlich Nebensache.

    Nun liest man überall, dass der Zweithund sich Unarten und natürlich auch Gutes vom Ersthund annimmt. Ist das so?

    Kommt auf die individuellen Hundecharaktere an und auch darauf, was für 'Unarten' der Ersthund so hat.

    Wenn der schon vorhandene Hund z.B. nicht gut alleine bleiben kann und dabei massig Unruhe verbreitet und Stress hat – ja, vermutlich wird der Welpe sich das abschauen und ebenfalls Probleme haben. Oder wenn der Ersthund jedes Mal völlig austickt, wenn er einen anderen Hund beim Spaziergang sieht – da wäre mir die Gefahr, dass der Welpe sich das abguckt und sich mitreißen lässt viel zu groß.

    Natürlich kann man auch Glück haben und der Zweithund guckt sich die guten Eigenarten des Ersthundes ab, aber verlassen würde ich mich darauf nicht. In allererster Linie ist es halt die Aufgabe des Menschen, den Neuzugang zu erziehen, und nicht die des Ersthundes.

    Hier wird ja oft empfohlen, dass er Ersthund soweit "fertig" sein sollte, bevor man sich einen zweiten Hund anschafft – also körperlich und psychisch erwachsen und mit eingermaßen sitzender Grunderziehung und ohne große Probleme im Alltag. Das ist sicher vernünftig. Zwei Hunde machen wahnsinnig viel Spaß und haben viele, viele Vorteile – aber sie machen halt auch mindestens die doppelte (Erziehungs-)Arbeit, gerade am Anfang, und das sollte man nicht unterschätzen.

    Ich sehe doch keinen Hund den ich eigentlich (sorry) hässlich finde, der aber total nett ist und denke: Joa den nehme ich.

    Ich schon. :ka:

    Ich finde Stehohren nicht besonders hübsch und ich kann mit Hunden, die sehr plüschig und vom Körperbau her eher quadratisch sind, auch nix anfangen. Und einfarbige Hunde, wo alle Welpen eines Wurfes exakt gleich aussehen, finde ich, wenn ich ehrlich bin, auch langweilig.

    Und trotzdem war unser schwarzer Großspitz ein wunderbarer (Familien-)Hund. Anschmiegsam mit seiner Familie, wachsam gegenüber Fremden, sportlich und leicht zu motivieren, aber nicht fordernd und im Grunde zufrieden, wenn er dabei sein durfte. Der war halt vom Wesen her für mich so perfekt, dass ich mich irgendwann mit der Optik angefreundet habe – aber das kam später, da lebte der schon eine ganze Weile bei uns.