Ich unterscheide da ganz stark zwischen dem Eindruck, den meine Hunde auf fremde Leute machen, und dem, was sie dann tatsächlich tun sollen/dürfen.
Natürlich hab' ich meine Hunde nicht zur Selbstverteidigung – wie schon gesagt, ich bin für den Schutz meiner Hunde zuständig, nicht umgekehrt. Und ich würde auch nicht wollen und von keinem Hund 'erwarten', dass er sich dazwischen schmeißt, wenn ich tatsächlich das Pech hätte, überfallen zu werden oder so. Mein älterer Rüde hat, als er noch jung und fit war, zwei Mal ziemlich eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er genau das tun würde und da überhaupt keine Rücksicht mehr auf seine eigene Unversehrtheit nimmt, und das ist wirklich überhaupt kein schönes Gefühl und hilft zumindest mir auch nicht groß weiter, weil ich in der einen Situation viel mehr Angst um ihn als um mich selbst hatte.
Im Idealfall möchte ich, dass meine Hunde 'verdächtiges Krams' einfach melden und sich dann raus halten (der jüngere macht das auch genau so). Und das könnte ein kleinerer Hund sicher genauso wie ein großer.
Was aber für mich ein wirklich spürbarer Vorteil von zwei (mittel-)großen Hunden ist, dass die blöden Sprüche, das gelegentliche Gepöbel von Spaziergängern und so manche 'komische' Situation* sich spätestens seit dem Einzug von Hund Nummer 2 komplett gegeben hat bzw. schnell auflösen lässt. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass selbst die dümmsten, stänkerigsten Rentner keine Lust haben, auf knapp 50kg Hund an der Leine zuzugehen und denen mit ihrem Gehstock im Gesicht herumzuwedeln (kam früher mit dem Dackel an der Leine auf dem Dorf tatsächlich öfter vor), oder ob es bloß ein Placebo-Effekt ist, weil ich mich mit den beiden 'Großen' besser aufgehoben fühle und das austrahle und deshalb von solchem Schwachsinn verschont bleibe – aber zumindest 'wirkt' es.
(* Beispiel von unserer mehrtägigen Wanderung letzten Monat: Meine Schwester und ich machen Pause, rundherum kilometerweit nix außer Wald. Plötzlich fällt uns auf, dass ein Typ abseits des Weges immer wieder auf uns zugeht, anhält, zu uns herüberstarrt, dann einen Halbkreis läuft und wieder starrt. Kam uns beiden echt komisch vor, also haben wir den Hund unter der Sitzbank vorgeholt und demonstrativ vor uns hingelegt – und da konnte der Typ dann plötzlich abdrehen und verschwinden.
)
Klar, solche Situationen hat man nicht ständig. Und für mich wäre das auch kein sooo wichtiges Kriterium für oder gegen einen bestimmten Hund. Aber es ist zumindest für mich ein 'nettes Extra' bei einem Hund ab einer gewissen Größe bzw. mit dem entsprechenden Auftreten.