Beiträge von pardalisa

    Mal ganz vorsichtig gesagt: Wo ist der Unterschied, ob man mit dem Hund nicht mehr glücklich ist, weil er als Familienhund nicht mehr taugt oder, weil er nicht mehr als Sporthund eingesetzt werden kann?

    Das finde ich wirklich schwierig zu sagen, weil bei mir Sport einfach nicht den großen Stellenwert hat. Wie weiter vorne schon geschrieben: Alltag ist immer, Training ist nur ein paar Mal die Woche für begrenzte Zeit. Ich find's unglaublich schwierig, mich in eine Lage hineinzuversetzen, in der eine Nicht-Sporteignung genauso schlimm und einschränkend wäre wie eine heftige, tägliche Alltagsproblematik. Oder anders gesagt: ich mache Sport, weil ich eine Beschäftigung mit meinem Hund machen möchte. Was das genau ist, ist nebensächlich. Ich will damit nicht sagen, dass das der "einzig richtige" Weg ist oder "moralisch besser" oder dass alle das so machen müssen – wie gesagt, ich kann irgendwie auch verstehen, wenn jemand komplett Feuer und Flamme für eine bestimmte Sportart ist –, aber ich kann mich schlecht in jemanden hineinversetzen, der einen Hund ein, zwei Jahre ausbildet, mit ihm als Team zusammenwächst, den Hund mit all seinen Ecken und Kanten liebgewinnt und dann den gewünschten Sport nicht ausüben kann und über Abgabe nachdenkt. Mag sein, dass ich da zu emotional verklärt rangehe, aber ich geb' mir Mühe, es zu verstehen ;) – und finde die Beiträge dazu hier auch wirklich spannend, gerade weil sie teilweise völlig außerhalb meiner Überlegungen und Erfahrungen liegen.

    Macht es wirklich Sinn mit einem Hund 10 Jahre lange einen Sport zu betreiben, den ich ätzend finde, zu dem ich zwingen muss, weil alles andere nicht geht? Oder ist es nicht auch dann fairer jemanden zu suchen, der dem Hund bieten kann was er braucht und selbst Spaß daran hat?

    Wenn man das mal als Ausgangssituation annimmt – also "Hund ist für die heiß ersehnte Sportart überhaupt nicht einsetzbar, Frust auf beiden Seiten ist vorprogrammiert" – finde ich eine Abgabe überhaupt nicht schlimm. :ka: Lieber ein Besitzerwechsel zu jemandem, der dem Hund das geben kann, was er braucht und möchte, als dauerhaft als "Anhängsel" mitzulaufen. Aber die vorgeschobenen Gründe dabei sind doch teilweise wirklich seltsam – da will der Hund lieber bei jemandem anders wohnen, hat sich das "ausgesucht", man "trennt sich schweren Herzens, aber der Hund will das so", ... Ja, klar. Warum können viele Leute da nicht so ehrlich sein und sagen "Mit diesem Hund werde ich die Ziele, die ich mir gesteckt habe, nicht erreichen, also gebe ich ihn in ein weniger sportorientiertes Zuhause ab?" (Wobei das vermutlich sportartenspezifisch ist – besonders negative Erfahrungen habe ich in der Hinsicht mit Agilityleuten gemacht, die IPO-Sportler scheinen da pragmatischer und ehrlicher zu sein.) Da muss ich als watteweicher Mein-Hund-ist-ein-Familienmitglied-Mensch zwar kurz schlucken ;) , aber das ist wenigstens 'ne klare Ansage und zeigt, dass man reflektiert und überlegt vorgeht.

    @Murmelchen Das wäre für mich jetzt z.B. ein Fall, wo alles passt. Du kennst deine Hunde, schätzt die rassetypischen Eingenschaften und weißt, wie sie reagieren, wenn irgendwas krankheitsbedingt nicht optimal läuft, stellst dich darauf ein und machst im Rahmen der Möglichkeiten für jeden Hund individuell das beste draus. :smile:

    Ich weiß nicht, ob das jeder so hinbekommen würde, selbst mit langjähriger Erfahrung. Die Agility- und Treibballtrainerin bei uns im Verein hatte beispielsweise immer zwei Mixe – mittelgroße, 'abgeklärte' Hunde mit hoher Reizschwelle und Ein-Aus-Schalter. Der eine ist gestorben, sie hat jetzt 'nen Border Collie dazu. Und sie sagt ganz offen, dass sie den nicht hätte, wenn er im Sport nicht so toll wäre – die Hektik, die Reizempfindlichkeit, die krasse Sensibilität, das ist eigentlich alles nicht so 100%ig ihr's, aber sie nimmt das in Kauf wegen des Sports. Da frag ich mich dann, was passiert, wenn der Sport nicht mehr ausgeübt werden kann – ob dann die Bereitschaft, auf die speziellen Bedürfnisses eines Hundes einzugehen dann noch genauso gegeben ist, wenn der Hauptanschaffungsgrund wegfällt. Oder ob sich da dann nicht irgendwann Frust und Zweifel einstellen.

    Insofern: ja, das Gesamtpaket muss stimmen, seh' ich auch so.

    Die gleiche Frage lässt sich aber stellen, wenn der Hund als guter familienhund und alltagsbegleiter angeschafft wurde und diese Rolle nicht mehr oder gleich gar nicht, erfüllt.

    Ja, natürlich gibt's das auch.

    Aber ich würde da noch mal unterscheiden zwischen a) Problem, das wirklich im Verhalten des Hundes begründet liegt und b) Problem, das allein in der Erwartung des Besitzers besteht.

    Also z.B.: ein Hund, der im Erwachsenenalter nicht (mehr) mit Kindern klarkommt, erfüllt seine Rolle als Familienhund ganz objektiv nicht gut. Je nach Einzelfall war das absehbar, weil falsche Rassewahl oder auch nicht, man kann daran trainieren oder auch nicht, usw. aber völlig unabhängig davon, wie es dazu kommen konnte, steht fest - da ist ein handfestes Problem, sowohl für die Familie als auch für den dauergestressten Hund.

    Anders sieht das m.M.n. aus, wenn das Problem, ganz platt gesagt, nur den Ehrgeiz des Besitzers betrifft. Der Kelpie aus meinem Beispiel ist ein wirklich wunderbarer Hund - zeigt rassetypisches Verhalten, ist motiviert bis zum Umfallen, für jeden Mist zu begeistern, im Alltag eines Rasseliebhabers ein absoluter Traum. Und das "Problem", das seine Besitzerin mit ihm hat, besteht allein darin, dass sie diese eine Sportart mit ihm nicht ausüben kann und sie das als so einschränkend empfindet, dass es ihr Frust bereitet.

    Ist schwierig in Worte zu fassen, aber die Probleme der Kelpiebesitzerin sind reine Einstellungssache, die Probleme eines nach-Kindern-schnappenden Familienhundes nicht.

    Und das ist genau der Knackpunkt, den ich bei der Sache mit dem "den Hund für den Sport anschaffen" immer im Hinterkopf habe: ist der Besitzer in der Lage, seine Erwartungen und Ziele notfalls an den Hund anzupassen? Wurde über solche Eventualitäten vorher nachgedacht? Wenn ja – und ich glaube, das trifft auf die meisten Hundesportler zu! – prima; wenn nein, finde ich das wirklich schade und den Frust auf allen Seiten vermeidbar.

    Ich find's total spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Herangehensweisen und die Prioritäten vor dem Hundekauf und bei der Rassewahl sind. :smile:

    Ich gehöre ja eindeutig zur Fraktion "ich mag diesen Hund/diese Eigenschaften/diese Rasse und möchte das täglich um mich haben, weil's zu mir passt – wenn darüber hinaus noch 'richtiger Sport' möglich ist - super; wenn nicht - kein Drama". Mir sind solche allgemeinen Dinge wie Wille zur Zusammenarbeit, Motivierbarkeit, usw. auch wichtig, aber ich hatte bspw. keine konkrete Sportart im Kopf, als mein Zweithund einzog; ich wusste, dass ich irgendwas mit ihm machen wollte (und das auch 'ordentlich' und strukturiert, nicht nur Schönwetter-Herumprobieren ;) ), aber was genau das werden würde war mir erst mal gleichgültig. Das wurde später entschieden, als absehbar war, woran der Hund halt Spaß hat und was ihm guttun würde.

    Aber ich kann's auch absolut verstehen, wenn jemand sagt "ich hab' diese eine Sportart gefunden, die mich rundum glücklich macht und der ich den überwiegenden Teil meiner Freizeit widmen möchte - und ich möchte einen Hund haben, der mit der größtmöglichen Wahrscheinlichkeit genauso sehr wie ich in diesem Sport aufgeht und sich dafür eignet". Es sind vermutlich einfach zwei gegensätzliche Herangehensweisen.

    Das einzige, was ich bei Letzterem wirklich traurig finde, sind Leute, die einen großartigen, vielseitigen Hund haben und von dem immer wieder genervt und frustriert sind, ausschließlich weil er sich - warum auch immer - nicht in dem Maße für den Sport eignet, wie sie gehofft haben. Beispiel: eine Kommilitonin hat sich letztes Jahr einen Working Kelpie für's Agility gekauft. Der Hund war vielversprechend und zeigte, soweit ich das verstehen kann, wirklich schöne Ansätze - und hatte dann einen Unfall, der die Sportkarriere beendet hat, bevor sie überhaupt so richtig angefangen hat. Jetzt hat der Hund 'ne Platte im Bein, darf nicht springen, will aber natürlich trotzdem beschäftigt werden. Und die Kommilitonin ist schwer genervt – Fußarbeit und UO findet sie blöd und langweilig, Nasenarbeit fehlt ihr die Geduld zu, reine Spaßsportarten wie Rally-O sind ihr nicht ernst genug. Ende vom Lied ist, dass mit dem vorhandenen Hund mehr schlecht als recht herumprobiert wird und sie ständig am Seuftzen ist, was die Leute aus ihrer alten Agilitygruppe alle für Erfolge haben, während sie wegen des Hundes ja "nix machen kann". Für Anfang des nächsten Jahres ist ein Zweithund geplant...

    Natürlich sind nicht alle, die ihren Hund "für den Sport" anschaffen so! Und natürlich färbt meine eigene Einstellung auch die Sicht auf solche Dinge bzw. kann ich manches wohl auch einfach nicht nachvollziehen, weil die Voraussetzungen und Erwartungen völlig andere sind. Aber, um auf das Thema des Threads zurückzukommen, frage ich mich bei einigen, wenigen Leuten, die ihren Hund hauptsächlich für einen bestimmten, sportlichen Zweck kaufen, ob die einen Plan B haben, falls der Sport plötzlich wegfällt. Und ob sie immer noch bereit sind, im Alltag Zugeständnisse für einen Hund zu machen, wenn dessen 'primärer Anschaffungsgrund' plötzlich nicht mehr gegeben ist.

    Ich bin schon alleine wegen der dreieinhalb Monate Brut- und Setzzeit (= flächendeckender Leinenzwang überall außerhalb geschlossener Ortschaften) hier in Niedersachen darauf angewiesen, dass meine Hunde die Leine nicht als 'Strafe' empfinden - und dementsprechend geb' ich mir Mühe, Spaziergänge an der langen Leine von Anfang an mit jedem Hund so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Kurze Löserunden oder zügiges Ich-muss-mal-flott-wohin-und-hab'-den-Hund dabei mal ausgenommen; für solche Gelegenheiten kennen meine Hunde es natürlich auch, dass sie einfach ohne "Bespaßung" an der kurzen Leine mitlaufen. ;)

    Was die Beschäftigung bei Leinenspaziergängen angeht: Schnüffelspiele und Tricks mögen beide Hunde gern, aber so viel Beschäftigung läuft bei unseren Spaziergängen allgemein nicht. Dafür gibt's feste Trainingszeiten auf dem Platz und unregelmäßige Übungseinheiten im Garten.

    Was ich aber in solchen Fällen gerne mache, ist den Spaziergang dorthin zu verlegen, wo eh Leinenpflicht für alle Hunde ist - am Wildgatter entlang oder durch's Naturschutzgebiet oder auf schmalen Pfaden an den Kletterfelsen vorbei. Nach ausgiebigem Rehe-Gucken oder Konzentration auf das Vorantasten auf einem schwierigen Weg sind die Hunde ziemlich zufrieden und müde.

    Einige Sachen gehen natürlich an der Leine nicht: mein jüngerer Rüde rennt und schwimmt unheimlich gerne, das kann ich ihm wegen der Verletzungsgefahr an der Leine nicht bieten; Dummysuche mit dem älteren Hund ist an der Leine auch schwierig bis unmöglich, weil ich da nie auf die Distanzen komme, die man bräuchte; und Kontakt zu anderen Hunden will ich an der Leine auch nicht oder nur eingeschränkt (mit bekannten Hunden zusammen spazieren gehen ist prima, aber toben usw. ist dann tabu; Kontakt zu fremden Hunden gibt's an der Leine gar nicht).

    Insofern: ich finde Leinenspaziergänge nicht furchtbar und nutze die manchmal auch gerne, wenn ich schon merke, dass Hund oder ich unkonzentriert/gesundheitlich angeschlagen/o.ä. sind, und wir können uns auch eine Weile am Stück damit arrangieren – aber wenn ich die völlig freie Wahl habe, finde ich Spaziergänge mit viel Freilauf noch ein Tickchen netter für alle.

    Die Belehrungen wurden proportional mit der Anzahl Hunde weniger xD

    Das ist hier netterweise genauso. :D Als Anfang-20-Jährige mit lustigbuntem Plüschfell-Hund durfte ich mir öfter mal blöde Sprüche und Geblaffe wie "Ey, lein den Sch***-Köter an!" anhören - mittlerweile, mit ein paar Jahren mehr und 'nem zweiten mehr-als-kniehohen Hund gibt's nur noch ganz selten mal einen Kommentar von stänkerigen Leuten. Vielleicht brauche ich doch noch meinen ersehnten Windhund und Sheltie, um mit vier Hunden die Sprüche auf Null zu reduzieren? ;)

    Aber ja, die Feststellung, dass man als Frau eher ungefragt Lebensweisheiten und "Erziehungs"tipps bekommt, kann ich leider auch machen - bin ich mit meinem Vater wandern oder mit 'nem Kumpel gemeinsam unterwegs, passiert mir das nie. Und 90% der wirklich unfreundlichen Motzköppe sind Männer über 50...

    @Kleenes87 Wahrscheinlich ist das bei einem kleinen Hund schwieriger als bei einem großen, weil die "Abstände" ja insgesamt überall kürzer sind, aber ich finde, keins der beiden Geschirre sitzt so richtig optimal. Das grüne würde mir die Schulter zu doll einschränken (besonders unter Zug, aber auch so schon) und das rote sitzt auch halb auf der Schulter und zumindest vom Foto her sieht das auch ganz schön dicht an den Vorderbeinen aus. :/

    @Superpferd Ich glaube, du verstehst nicht ganz, was ich mit dem Beitrag weiter oben sagen wollte...

    Deine Antworten bestehen zum großen Teil aus "ich würde", "bei mir ist das so und so", "man müsste aber", "da kann (und muss) man aber". Und ich will gar nicht bezweifeln, dass du das so machst oder dass das von dir vorgeschlagene Vorgehen in manchen Fällen eine gute Lösung ist.

    Aber was mir (und vermutlich einigen anderen auch) so seltsam aufstößt, ist die Vehemenz, mit der du das rüberbringt. Du argumentierst nicht sachlich, warum diese und jene Lösung gut ist, du unterteilst in Schwarz-weiß-Kategorien und verdrängst dabei, dass a) das was du machst oder machen würdest bei anderen nicht automatisch genauso gut und sinnvoll wäre (was für den einen Hund gut ist, muss für den anderen nicht zwangsläufig auch eine tolle, erstrebenswerte Lösung sein); und b) dass solche Dinge nicht bei jedem universell umsetzbar sind und es mitunter sehr, sehr gute Gründe gibt, warum jemand anders handelt als so, wie du das für "gut und richtig" erachtest.

    Und anstatt diese zwei Sachen anzuerkennen und davon ausgehend sachlich formulierte Vorschläge zu machen, vermischt du die rechtliche Seite mit der moralischen Seite der Diskussion und unterstellst Usern mit anderen Vorgehensweisen wieder und wieder, dass sie sich nur nicht genug anstrengen ("Wer will, findet Wege" u.ä.).

    Manchmal kann das Ergebnis einer Diskussion halt auch sein, dass es mehrere, gleichwertige Lösungen für die unterschiedlichsten Lebenssituationen gibt. Und dieses Pochen darauf, dass man selbst aber noch ein Fitzelchen besser ist, sich mehr Mühe gibt, keine Kosten scheut, die "ultimative" Lösung kennt, während die anderen sich weniger Mühe geben, faul sind, es "nur nicht genug wollen" oder weniger gute Lösungen gefunden haben, ist schade, weil es das Diskussionsklima vergiftet, interessierte Mitleser auf der Suche nach Informationen abschreckt und letztendlich sinnlos ist, weil jeder am Ende genau da steht, wo er angefangen hat.

    Nö, ich bin dafür das man gar keine Hunde trennt. Wieso denn auch?

    Weil der Welpe sich z.B. an den Ersthund ankuscheln will, obwohl der nicht auf Körperkontakt steht. Oder weil er den Ersthund nervt und der HH nicht einschreiten kann, weil er schläft (und der Ersthund zu nett ist, um sich lautstark 'Hilfe' zu organisieren, sondern lieber leise gestresst herumsitzt und nicht schläft).

    Hier schliefen alle sofort zusammen im Bett und hatten auch keine Probleme.

    Bin froh das ich so ein Drama nie hatte ! Aber den Hunden ist somit auch genug Platz gewährleistet und keiner von beiden muss in einer Box sitzen.

    ...

    [...] dann sollte man vielleicht zunächst damit anfangen, zu akzeptieren, dass die Lebensverhältnisse anderer Hundehalter nicht 1:1 auf die eigene Wohnsituation oder die Erfahrungen mit dem eigenen Hund übertragbar sind [...]

    Dann kann ich auch ganz einfach den Raum abtrennen mit einem Türgitter oder wie man das Gitter auch immer nennen möchte. Somit kann man dann eben bei beiden Hunden sein.

    Du meinst diese Welpenauslaufgitter, oder? Ja, die sind eine Möglichkeit, aber die unterscheiden sich von einer Box, gerade bei kleinen Rassen, nur minimal. Sechs Quadratmeter oder mehr bekommt man damit in den allermeisten Fällen nicht zusammen – der "Aber die Fläche der Unterbringung muss mindestens so groß sein"-Argumentation auf der legalen Seite der Diskussion entsprechend sind die also auch nicht okay.

    Und auf der moralischen Seite – auch in einem Auslauf ist der Welpe räumlich begrenzt und hat nicht mehr oder weniger Körperkontakt zum Menschen als in einer nach oben offenen Box. Die Diskussion dreht sich da dann nur um ein wenig Unterschied in der Größe des verfügbaren Platzes.

    Es geht mir nicht darum Boxen zu befürworten , ich nutze keine. Aber dieses schwarz-weiß denken finde ich furchtbar. Und wie schon im anderen Thread geschrieben, diese Argumentationsart mancher User hier hilft keinem Hund, im Gegenteil sie schadet dem Hund eher.

    Zum einen das und zum anderen – was in dieser Diskussion leider immer und immer wieder miteinander vermischt wird, ist die moralische und die 'legale' Seite.

    Moralisch finde ich es wichtig, dass ein junger Hund, der gerade von Mutter und Geschwistern getrennt und aus seinem bisherigen Umfeld in eine neues 'verpflanzt' wurde, dabei so viel Sicherheit, Zuneigung und Geborgenheit vermittelt bekommt, wie nötig und möglich. Für manche Welpen heißt das, dass sie viel Körperkontakt brauchen - auch nachts; manchen reicht es, wenn sie wissen "aha, diese komischen Wesen, bei denen ich jetzt wohne, sind in Sichtweite und entspannt, also alles gut" (im übertragenen Sinne ;) ). Es gibt anhängliche, kuschelbedürftige Welpen und solche, die im Bett patout nicht zur Ruhe kommen, weil ihnen das alles zu warm und bedrängend ist.

    Rechtlich gibt es - wie hier ja schön zu sehen – verschiedene Interpretationsmöglichkeiten des gleichen Gesetzes. Da kann man sicher diskutieren, welche davon in welchem Fall zutreffend ist, worin berechtigte Ausnahmen zu sehen sind, wo Aufklärungsbedarf besteht, etc. Aber was wirklich stört, ist die Tendenz einiger User, ihre rechtliche Sicht der Dinge moralisch aufzuladen – diese "Ich habe Recht und bin deswegen automatisch ein besserer Mensch und Tierhalter; wer's anders macht liegt garantiert falsch und ist nochdazu ein böser, böser Tierquäler, der sich bloß nicht genug anstrengt, um seinen Hund artgerecht zu halten"- Herangehensweise ist nicht nur sinnlos, da nicht zielführend – das ist auch einfach miese Diskussionskultur.

    Wenn ich jemanden von meinem Standpunkt überzeugen will (also z.B. vermitteln möchte, dass der Einsatz einer Box gut überlegt sein muss und eher auf Notfälle beschränkt sein sollte), dann sollte man vielleicht zunächst damit anfangen, zu akzeptieren, dass die Lebensverhältnisse anderer Hundehalter nicht 1:1 auf die eigene Wohnsituation oder die Erfahrungen mit dem eigenen Hund übertragbar sind – und dann möglichst sachlich argumentieren, anstatt dem Gegenüber mit der Moralkeule den Scheitel neu zu ziehen...

    Ne soll man nicht! Dann muss man eben eine humanere Lösung finden als immer 1 Hund in der Box zu parken. Stichwort Türgitter sag ich da jetzt einfach mal.

    Willkürlich herausgegriffenes Beispiel, aber hier sieht man das schön: die gewählte Lösung (Box für den Welpen zum Schutz der Althunde) wird nicht logisch entkräftet oder auf mögliche Probleme hingewiesen, sondern pauschal als "nicht human genug" abgewehrt.

    Die vorgeschlagene Alternative mit dem Türgitter ist nicht gleichwertig – soll ich meinen Ersthund aus dem Schlafzimmer schmeißen, weil ein Welpe eingezogen ist? Soll der Welpe alleine im Nebenzimmer/Flur liegen und nur durch das Türgitter gucken können? – sollte also jemand mit dieser Problemstellung um Rat fragen, hilft ihm so eine Antwort nullkommanix weiter. Was hier gegen eine Box spricht, obwohl man, wie weiter vorne schön beschrieben, die oben offen lassen und den Arm reinhalten kann, damit der Welpe kuscheln kann, während gleichzeitig der Ersthund ungestört im selben Raum schläft, ist überhaupt nicht ersichtlich. Nur die moralische Entrüstung, die kommt prima rüber – aber hilft niemandem weiter.