Ich kann beim besten Willen nicht sagen, was ich lieber mag.
Letzten Endes kommt es doch auf das Individuum an.
Mein Rüde ist ein liebenswerter Panzer, absolut grobmotorisch und manchmal ein echter Depp. Er liebt mich abgöttisch, braucht engen Körperkontakt und ganz viel Zuneigung. Er möchte mir immer gefallen, steht sich dabei aber oft selbst im Weg. Ab und zu ist die Birne auch wegen Hormonüberschuss vorübergehend geschlossen. Er jagd wie ein Besessener.
Dafür mag er grundsätzlich erst mal alles und jeden. Mein Freubär.
Er ist ein vorbildlicher Besuchshund.
Er kann total vorsichtig und zärtlich sein, damit er dir ja nicht wehtut, wenn er an deinem Kinn knabbern darf - und wenn er sich dann umdreht, haut er dir seine Rute ins Gesicht, tritt dir auf den Fuß und wenn du „Au“ sagst, muss er dir minutenlang die Hand (Gesicht wär ihm lieber) lecken und sich mit allem, was er hat, an dich drandrücken, damit du ihm nicht böse bist. Mein Trampelbär.
Ich kann mich an kaum einen Tag in den letzten neun Jahren erinnern, an dem er nicht zusammengerollt und an meinen Bauch gepresst (ich darf das große Löffelchen sein) geschlafen hat.
Ich hab ihn furchtbar lieb.
Meine Hündin ist meine Hexe, meine Maus, meine Goaß, meine Löwin.
Sie ist wesentlich ernsthafter als mein Rüde, tendiert viel mehr dazu, mich zu beschützen und Heim und Hof zu bewachen. Sie braucht keine Fremden, die könnten von ihr aus alle bleiben, wo der Pfeffer wächst. Sie ist Fremden gegenüber misstrauisch. Aber wen sie einmal ins Herz geschlossen hat, für den macht sie alles.
Sie ist schlau, gerissen, klaut wie ein Rabe und bettelt. Manchmal ignoriert sie mich bewusst oder versucht, mich auszutricksen. Bzw. sie macht halt nicht, was ich will, gibt mir aber immerhin durch ein „Jaja. Gleich!“-Wedeln zu verstehen, dass sie mich gehört hat, aber grad nicht kann. Wenn sie etwas für mich macht, macht sie es dafür mit Begeisterung. Ich muss immer grinsen, wenn sie so strahlt.
Sie braucht ebenfalls sooo viel Körperkontakt und Nähe - aber dann, wenn SIE es will. Sie vertraut denen, die sie liebt, vollkommen und misstraut allen anderen.
Wenn sie unter meine Decke will und sich mit einem tiefen Seufzen an mich schmiegt, geht mir das Herz auf.
Ich hab sie furchtbar lieb.
Mein alter Rüde war cleverer, als gut für ihn war, und manchmal rotzefrech. Unglaublich lieb, vorsichtig und geduldig mit Kindern. Mit Erwachsenen nicht immer.
Er war ein Lausbub und immer wie im Zeitraffer unterwegs. 14 Jahre lang hat der Tierarzt uns versichert, dass er bestimmt ruhiger wird, wenn er etwas älter ist. ![]()
Er war ganz anders als mein Bär, aber ich hatte ihn ebenfalls furchtbar lieb.
Ich glaub, mir ist vollkommen egal, ob Rüde oder Hündin. Ich dachte früher, ich sei ein Rüdenmensch. Bis meine Hündin kam.
Inzwischen bin ich mir sicher, ich bin weder Rüden- noch Hündinnen-, sondern einfach nur Hundemensch.