Hallo djeniva,
es ist sehr schwer jemandem in einer so sehr persönlichen Situation einen Rat zu geben.
Ich erzähle Dir einfach von unserem Hund.
Fünfzehneinhalb war er.
Blind. Fast Taub. Cushing Syndrom. Schwere Arthrose. In den letzten Lebensmonaten war er zudem von einer übelriechenden Anal-Fistel geplagt.
Mit Medikamenten und Schmerzmitteln hatte er sich jahrelang tapfer gehalten.
Es war schon alles für den Urlaub vorbereitet. 1. September geht's los.
Und Dino darf auch nochmal mit.
(Diese Frage beschäftigte uns jedes Jahr.
-Geht er nächstes Jahr wieder mit, an seinen geliebten Strand?)
Am 23.August bekam er seinen letzten, fürchterlichen Arthrose-Anfall.
Seine Beine tragen ihn nimmer. Er leidet.
Die Schmerzmittel schlagen nicht mehr an.
Wir fragen unseren Tierarzt.
Er schlägt neue, stärkere Medikamente vor. Aufbauspritzen...
Wir überlegen. Was, wenn er sich nochmals aufrappelt?
Wir stellen ihn uns vor.
-Als Welpen.
-In seinen besten Tagen.
-In seinen guten Tagen.
-In dem Zustand, in dem er die letzten beiden Jahre war.
-Wie können wir ihn uns vorstellen, wenn er weiterlebt.
Als Schatten seiner selbst.
Ist das noch ein Hundeleben. Ein glückliches Leben? Lebenswert für ihn?
Nur damit wir sagen können, wir hatten ihn noch ein paar Wochen länger?
Für wen tun wir das eigentlich? Für ihn, oder ist es unser Egoismus?
Das nicht-loslassen-können?
Am 26. August hat unser TA ihn erlöst. Zuhause bei seinen Lieben. Im Wohnzimmer auf seiner Lieblingsdecke.
Es war auch eine Erlösung für uns.
Unser Doc hat das so ruhig und liebvoll gemacht. Alles war so friedlich.
Im Nachhinein mache ich mir Vorwürfe, diesen Schritt nicht schon früher getan zu haben. Damals als das Cushing-Syndrom ihn beinahe besiegt hatte.
Haben ihm die letzen zwei Jahre noch etwas gebracht?
Oder war es wirklich nur Egoismus, falsch verstandene Liebe?
Wenn unser Jimmy irgendwann mal so weit ist, werde ich nicht zögern.
Ich werde nicht seine Würde nehmen um mein Gewissen zu beruhigen.
Ich würde für ihn so entscheiden, wie ich es auch für mich festgeschrieben habe. Keine lebensverlängernden Massnahmen, wenn keinerlei Erfolg auf Heilung besteht.
Wäge gut ab.
Aber egal für was Du Dich entscheidest: Wenn seine Augen Dir sagen 'Es geht nicht mehr' sei bitte gnädig.
-Für ihn.
liebe Grüsse. Viel Kraft und Glück wünscht Dir ... Patrick