Hallo,
...im tägliche Alltag gibt es viele Dinge, die man erlebt, an denen man vorübergeht und sie vergisst, ohne dieses Erlebte richtig zu verarbeiten.
Oftmals ist uns noch nicht einmal bewusst, dass diese Erlebnisse uns im
Unterbewusstsein noch weiter beschäftigen.
Doch im Traum durchlebt man solche Situationen und verarbeitet sie.
Und wenn uns etwas sehr Wichtiges und Bewegendes bedrückt, können
diese Träume sehr realistisch und realitätsbezogen sein.
Unser verstorbener Dino ist im Garten unter einer Tanne beerdigt, nur
wenige Meter neben unserem Haus. Das Grab ist vom Schlafzimmerfenster aus gut zu sehen.
Er war erst einen Tag tot, da träumte ich, dass Brit die Eingangstüre öffnete. Dino kam herein. Er roch schrecklich. Der Geruch war das Erste das mir auffiel. (Bevor ich seinen Sarg schloss, war unser Kater hineingesprungen und hatte den toten Dino beschnüffelt. Dabei sprang er ihm auf den Bauch und Gase traten aus. Das war der selbe Geruch, den ich in dem Traum wahrnahm)
Er sah mich an, aber er hatte keine Augen. (Dino war viele Jahre blind gewesen)
Er rannte an mir vorbei. Sein Hals war geschwollen und lila verfärbt. Die
Lymphdrüsen am Körper ebenfalls. (Er hatte in den letzten Lebensmonaten Probleme mit geschwollenen Drüsen)
Er sprang auf unser Bett, wie er es immer getan hatte, wedelte mit dem Schwanz und knurrte mich an. Normalerweise bin ich dann immer zu ihm gelegen oder gesessen und habe ihn geknuddelt, worauf er lautstark knurrte und grunzte -und auch bissle schnappte.
Doch in dem Traum konnte ich das nicht. Ich ekelte mich vor ihm. Überall
sah man seine nackte Haut, am Rücken fehlte fast das ganze Fell.
(Während der Chemo wegen des Cushing-Syndroms hatte er sehr viel Fell verloren, ohne dass mir dies etwas ausgemacht hatte)
Ich ging ans Fenster. Dort standen Bauarbeiter mit Helmen und hielten Schaufeln und Pickel in den Händen. Sie gruben ein grosses Loch in unserem Garten. Ich fragte: 'Warum habt ihr das getan?'
Da schaute mich ein Arbeiter an. Er weinte. Er sagte: 'Warum? Er wollte doch so sehr raus.'
Ich rief: 'Dass ihr mir sofort den Hund wieder beerdigt!'
Da gingen die Männer wortlos weg.
Ich drehte mich um und Dino schaute mich aus leeren Augen böse an.
Ich erwachte, ruckartig. Mir war als ob jemand mich geschlagen hätte.
Ich war total durchgeschwitzt. Tränen liefen mir über das Gesicht. Ich wusste nicht wo ich war, was geschehen war.
Ich hatte nicht einmal eine Stunde geschlafen.
Neben mir lagen friedlich Brit und der kleine Jimmy, den wir an diesem Tage aus dem Tierheim geholt hatten, und schliefen.
Dino's Platz war leer.
Ich sah aus dem Fenster, konnte sein Grab im Dunkeln nicht erkennen. Doch ich spürte, er war da. In dieser Nacht schlief ich nicht mehr.
Dieser Traum hat mich lange Zeit beschäftigt.
Meine grösste Angst war es, ihn abermals zu träumen.
Er war so realistisch.
Doch mit Sicherheit war dieser Traum sehr wichtig für mich um das Geschehene zu verarbeiten.
Mache Dir nicht all zu grosse Gedanken um Deinen Traum. Er ist ein Zeichen dafür, dass Du Dich um Deinen geliebten Hund gesorgt hast, und ein Zeichen dafür, wie wichtig er Dir ist.
liebe Grüsse ... Patrick

