Hallo,
bei diesen Auslands-Tierschutz-Diskussionen hat man manchmal das Gefühl, einer
Stammtischrunde beizuwohnen. Das Bier an diesem Tisch schmeckt allerdings
reichlich schal.
Auslandstierschutz ist nicht das wahllose nach-Deutschland-karren von niedlichen
Hunden um große Mengen Geld in die Taschen von raffgierigen Orgas zu spülen.
Sicherlich gibt es auch da schwarze Schafe, aber erwachsene Menschen, die ein
Tier aufnehmen wollen, sollten auch in der Lage sein, sich anständig zu informieren,
bevor sie sich irgendwas von irgendwo her holen.
Dan gäbe es vielleicht auch weniger Tränendrüsen-Threads von kleinen Welpen, die
man von armen Menschen, aus dem Kofferraum eines alten Ford heraus, an der
Autobahn gerkauft hat. Aus Mitleid und das die Kleinen ein gutes Zuhause bekommen.
Und jetzt, ist der kleine Scheißer soo krank und der Tierarzt soo teuer...
Vernünftiger Auslandstierschutz bedeutet -vor allem anderen- Hilfe vor Ort und die
Vermittlung von Hunden aus dem Tierschutz heraus ist ein Nebenpodukt, nicht die
eigentliche Aufgabe. Es kann auch niemand ernsthaft glauben, dass die Kosten des
Auslandseinsatz, das Einfangen der Tiere, die medizinische Versorgung, die Kastration,
Futter, Unterbringung, die Vermittlung und die Flugreise nebst Impfen, Chippen usw.
durch die Einnahmen aus den Vermittlungsgebühren gedeckt sind.
Was Auslandstierschutz bedeutet, kann man z.B. hier nachlesen:
http://www.tieraerztepool.de/cms/de/tieraerzte-pool
Sieht man, was die Organisationen und Ärzte bei ihrer Arbeit leisten, vor allem was an
Leid und Elend sie vorfinden, stellt sich die Frage nach dem warum eigentlich nicht mehr.
Die Vergleiche hinken nämlich.
Natürlich gibt es auch hier Tierleid, aber dagegen kann jeder, der es wahrnimmt, etwas
tun. Denn hier haben wir die Mittel -sowohl medizinischer, als auch finanzieller Art- und
Gesetze -wenn auch nicht optimale- die Hilfe ermöglichen.
Das fängt schon vor der Haustüre an. Die Katze, die schon wochenlang um die Häuser
streunt, dabei schlecht aussieht und mal wieder trächtig ist... da genügt halt nicht ein
Schälchen Mitleidsmilch und eine Dose Aldi-Almosenfutter.
Anfüttern, einfangen, dem TSV übergeben, kastrieren und versorgen lassen... es ist so
einfach, man muss nur mitdenken und mithandeln.
Alleine das Katzenelend in den dt. Großstädten ist ein Armutszeugnis für das Verhalten
unserer Wohlstandsgesellschaft und unkastrierte Freigänger sind immer noch die Normalität.
Leider wollen nur wenige die Probleme sehen oder eingestehen.
Hier, an unserem imaginären Stammtisch, verteufelt man dafür gerne die Auslandstiere. wo
das Elend in den dt. Tierheimen doch so groß ist. Das Elend im eigenen Vorgarten, darüber
redet man geflissentlich nicht.
Doch wie gesagt, die Vergleiche hinken.
Was findet man denn in dt. Tierheimen?
Viele alte Tiere, die keiner will. Sokas. Tiere, die krank sind und Medikamente brauchen.
Will auch keiner.
Natürlich gibt es auch junge, hübsche, durchaus vermittelbare Tiere, die bekommt aber
nicht jeder. Garten zu klein, Stockwerk zu hoch, Arbeitslos geht nicht. Vollzeitjob dann
aber erst recht nicht...
Viele Probleme sind da auch hausgemacht.
Ja und natürlich ist es schlimm, wenn ein Hund jahrelang in Deutschland hinter Gittern
sitzt. Das ist kein Hundeleben. Aber darüber klagen, dass der alte, schwarze Mix mit den
vorstehenden Zähnen und dem krummen Bein schon so lange im TH sitzt, sich aber dann
selbstverständlich, für das junge, süße Knopfauge zu entscheiden, das ist auch nicht so
ganz ehrlich. Oder?
Ach ja, der hinkende Vergleich.
Der alte, schwarze Pirat im dt. Tierheim, wird wenigstens versorgt. Er hat zu fressen,
man kümmert sich um ihn. Es gibt Gassigänger, die mit ihm rausgehen, der Tierarzt
schaut ab und an nach ihm.
Wie gesagt kein Hundeleben, aber immerhin ein Leben und nebenbei der Versuch, ihn
trotzdem zu vermitteln.
Seine Kollegen im Ausland, haben es da nicht ganz so gut.
Kommen die ins 'Tierheim' werden die oftmals nicht versorgt. Sie sitzen zusammenge-
pfercht, krank, hungrig und ohne Hoffnung. Sie kämpfen, verletzen sich und wer nach
einer gewissen Frist nicht herausgeholt wird, wird getötet.
Nicht wie bei uns getötet.
Manche füttern Gift. Andere Glasscherben. Oder man erschlägt das Viehzeug.
Man kann es auch machen, wie in Istanbul.
Man schliesst das Tierheim einfach und überlässt hunderte von Hunden sich selbst.
Irgendwann hört das Schreien und Klagen von selbst auf...
In Spanien werden jedes Jahr am Ende der Saison die Jagdhunde entsorgt. Dumm,
wenn man das Drecksvieh den Winter über durchfüttert.
Für eine gnädige Kugel reicht es aber nicht, die ist teuer, der Köter eh nur Dreck.
Also lässt man ihn einfach verhungern.
Oder man -sehr beliebt- hängt ihn einfach an einem Draht auf. An einem Baum. So,
dass die Vorderbeine den Boden nicht mehr berühren und der Scheißköter nur noch
auf den Hinterbeinen steht.
Lustig, wie er zappelt, der Drecksköter.
'Ihm das Klavierspielen beibringen' nennt man das.
Bei starken Hunden geht der Todeskampf Stunde um Stunde...
Andere hacken ihnen die Gliedmaßen ab und werfen sie in den Wald. Selbstentsorgend
sozusagen. Braucht auch seine Zeit. Machos finden das toll.
Anzünden geht auch. Kommt sehr schön nachts. Fast wie Feuerwerk.
Na ja, wird so mancher sagen. Die paar Jagdhunde... ist halt ein raues Volk. Folklore.
Die paar, sind 50.000 Stück. Jährlich.
Eben so viele Racer -Windhunde, Greys usw.- springen in Irland über die Klinge.
50.000 Stück. Jedes Jahr.
Griechenland. Kreta.
Wer's mag, kann ja mal nach Tonnenhunden g00geln.
Jagdhunde dort gehen übrigens die Klippen runter. Sorry. Ich meine fliegen.
Volkssport dort ist übrigens das Anfahren von Hunden mit anschliessendem Liegenlassen.
Auch fein. Selbst schuld, die Mistviecher.
Verhungern lassen ist da übrigens auch recht üblich. Mal bei Archenoah-Kreta nach dem
Hund 'Bones' suchen. Viel Spass.
Noch prickelnder war der Werdegang der spanischen Galgohündin 'Luz' auf der Far from Fear-
Homepage. Leider geht der Link nimmer. Auch auf die Gefahr hin, vom pöhsen Mod gerüffelt
zu werden, hätte ich den gerne mal eingestellt.
Hach,
ich Dummes. Geht ja nicht. Bin doch selbst der Pöhse.
Esel -hab' ich schon erwähnt, dass ich Esel leibe- sind auch ein Thema. Gerade Griechenland
ist da ein gutes -ich meine natürlich schlechtes- Beispiel.
Mal selbst danach im Net suchen? Wird interessant.
Meine Landsleute übrigens -wir Briten haben alle einen Spleen- haben die wundervollste
Esel-Hilfs-Orga ins Leben gerufen. Kann man im Net auch finden. Warum?
Na, weil's den Inlands-Eseln nicht gar so schlecht geht.
Für Freunde der Huftiere, wären die Touristen-Pferde bei den Pyramiden in Ägypten (eine
ehemalige Hochkultur, wie die Griechen) noch ein Thema.
Bitte nicht unter die Sättel gucken. Wer wissen will warum, das Net ist weit und
die Suchfunktion intakt. Wer ein wenig leicht gebaut ist im Nervenkostüm, lässt das lieber.
Aber ich schweife ab. Unser Thema sind ja die Hunde.
Rumänien fällt mir da noch ein, wenn wir schon vom Abhacken, Vergiften, Anzünden und so
reden, hier am Stammtisch, mit dem schalen Bier.
Nee, damit habe ich mich noch gar nicht so sehr beschäftigt. Die Südländer reichen mir,
damit ich manchmal schlecht schlafe... ich glaube, ich lass das.
Auslandstierschutz. Warum?
Würde eher sagen, warum stellt sich die Frage überhaupt?
Spüren inländische Hunde anderen Schmerz, als ausländische?
Das Bier wird schlechter, die Stimmung mieser. Da hilft vielleicht eine kleine OT-Schätz-
frage zur Erheiterung.
Wieviel Haie (sind auch Tiere, nicht ganz so niedlich, wie ein Kofferraum voller sterbender
Welpen) sterben jährlich durch Finning?
Finning ist das Abschneiden der Flossen vom lebenden Hai. Danach fliegt er lebendig zu-
rück ins Wasser. Antriebslos sinkt er unter Höllenqualen (Das Nervensystem eines Haies
ist so empfindlich, dass wir dagegen wie ein Stück Holz wirken) immer tiefer, bis er einfach
platzt. Der verdammte Wasserdruck aber auch. ![]()
5.000? 50.000? 500.000? Na, wer weiß es?
Spielverderber, der ich bin, verrate ich die Lösung. 100 Millionen. Jedes gottverdammte Jahr.
Blöde Idee, mit dem Auslands-Tierschutz. Bei den riesen Zahlen. Da weiss man gar nicht, wo
man anfangen soll.
OT-Ende.
Hunde.
Hund aus dem Ausland.
Warum eigentlich. Bei so viel Elend hier... wer will da diskutieren?
Übrigens. Ich bin auch so ein :motz: . Habe zwei Köter aus dem Ausland.
Sind schon jahrelang bei uns. Haben noch immer Panik, bei manchen (harmlosen) Situationen.
Wie mag es ihren Kameraden gehen, die -eben so panisch- nicht so behütet leben können,
wie unsere beiden Idioten?
Hund aus dem Ausland. Tz-tz-tz. Nur Geldmacherei. So was aber auch.
...wer will darüber nachdenken?
liebe Grüsse ... Patrick *bissle angefressen und zynisch heute. Muss auch mal sein*