Hallo
,
...nun denn.
Ab sofort rein fiktiv. Der Spekulationen ist nun genug.
Nachdem Pandora einer Weiterführung zugestimmt hat, werde ich den
ollen Inspecteur nochmal bissle rumschnüffeln lassen.
Als nächstes mal an dem Fräulein B. :^^:
Le Jazz fuhr zur Anschrift der Besserwisserin.
Er parkte seinen alten FIAT etwas abseits und sondierte erst mal die
Umgebung.
Ein nettes, kleines Einfamilienhaus im Bungalow-Stil.
Ein hübscher Vorgarten, dem jedoch eindeutig das grüne Händchen
fehlte.
Le Jazz dachte an seinen eigenen Garten und musste grinsen.
'Biotop' nannte ihn sein Nachbar -ein Anhänger der britischen Rasenkultur-
verächtlich.
Sein anderer Nachbar sprach in diesem Zusammenhang eher von einem
Dschungel.
Pah sollen sie doch.
Dafür hatte er Maulwürfe, Mäuse, Igel und sogar vereinzelt Eidechsen.
Von den ganzen Insekten ganz zu schweigen.
Seine und die Nachbarskatzen jedenfalls waren's zufrieden. Und kugelrund.
Die einen züchten halt Rosen, le Jazz eben Unkr... äh Wildkräuter.
Vor dem Bungalow stand der Smart der B.
Höh. Ein Smart.
Ist wie beim Garten, dachte der Inspecteur bei sich. Die einen haben ein
Auto, den anderen reicht eine Geh-Hilfe. 
Le Jazz stieg aus und ging rüber zum Haus.
Er läutete.
'Jäää?' ...quäkte es aus der Gegensprechanlage.
'Pizza-Service!'
Ruckartig wurde die Haustüre geöffnet.
'Was wollen Sie? Ich hab' keine Pizza bestellt!'
Der Inspecteur hielt ihr den Dienstausweis unter die Nase.
'Hab' auch gar keine dabei. Ist nur die Bullerei.'
'Sagen Sie mal, dürfen sie das? Mich so verarschen?'
'Nö.'
'Also, was soll das, was wollen sie denn?'
'Rein. Und reden. Pronto!'
Trotzig stakste die B. vor ihm in's Haus.
Le Jazz bekam bei dem Anblick einen trockenen Mund.
Die B. war klein und zierlich. Fast dürr.
Sie trug eine freche blonde Kurzhaarfrisur.
Ihre hübschen, gepflegten Füsschen steckten in Barbie-Pantöffelchen
mit einem neckischen Pelzbesatz.
Ihre schlanken Beine endeten irgendwo im Nirwana eines fast durch-
sichtigen Mäntelchens vom Typ Nuttenfiffi, ebenfalls mit Pelzbesatz.
Als sie sich zu ihm umdrehte, versank sein Blick in zwei bodenlosen,
grünen Augen.
Der Inspecteur hätte einen Arm für einen Cuba Libre gegeben.
Ihm wurde leicht schwindelig.
Die B. brachte ihn fix wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, als
sie ihn barsch anzickte:
'Also los. Wir sind jetzt drinnen. Reden Sie. Was ist los?!'
Jetzt bemerkte er ihren leicht faltigen, herrischen Mund.
Ihre Brustwarzen stachen fast durch den dünnen Stoff ihres Mäntelchen
und sichienen ihn zu bedrohen.
Ihre zornige Ungeduld war fast körperlich spürbar.
Le Jazz hatte noch nie eine Frau getroffen, die einerseits so wenig sein
Typ und ihm so unsympathisch und andererseits gleichzeitig so was
von (entschuldigung) affengeil war.
Er setzte sich in einen Clubsessel und musterte das Wohnzimmer.
Schlicht, klar und modern. Dabei so gemütlich, wie die Fleischtheke bei
Aldi Nord.
'OK. Genug geblödelt. Es geht um eine Bekannte von ihnen. Die Schrift-
stellerin J.P.W.'
'Oh mein Gott!' Die B. schlug die Hände vor's Gesicht. 'Sie wird doch nicht...'
'Nicht was?'
'Na ja, wenn sich jemand von der Mordkomission hierherbemü...'
'Wieso Mordkomission?' blaffte le Jazz sie an. 'Hat jemand was davon
gesagt? Ich vielleicht?'
'Ööhmmmm... nein, ich dachte... äh, dachte nur. Darf ich ihnen einen
Drink anbieten, Herr Hauptkomissar?'
'Ja zur Hölle' dachte le Jazz.
'Nein. Bin im Dienst.' sagte er.
Die B. öffnete einen kleinen Barschrank, holte eine Flasche Jameson
hervor und schenkte sich gut zwei fingerbreit von der bernsteinfarbenen
Flüssigkeit ein.
'Sie erlauben...?'
'Ja klar. ...äh Jameson. Wissen sie so sehr bin ich ja auch nimmer im Dienst.
S'ist schon recht ...öhm... spät.
Also machen sie ruhig einen klar für mich.'
'Mit Eis?'
'Never! Whisky only with Whisky!'
Die B. reicht ihm einen reichlich eingeschenkten Tumbler und schenkte
ihm dabei einen Blick, dass ihm beinahe die Hauptsicherung durchbrannte.
'Putain' dachte er so bei sich und kostete seinen Jameson.
Le Jazz lehnte sich in seinem Clubsessel zurück, musterte dieses kleine,
rattenscharfe Töpfchen voller Gift :skeptisch3: und fragte wie beiläufig:
'Vergangenen Freitag 16-Uhr. Wo waren Sie da?'
'Und wie lange?'
'Zeugen?'
-'By the way... besitzen sie ausser der Flohpeitsche da draussen zufällig
noch einen Opel Omega?'
Die B. sah ihn an :schiefguck: wie einen Scheisshaufen auf einem weißen
Flokati-Teppich.
Die Augen zusammengekniffen, das Schnütel gespitzt.
Die Arme eng vor ihrem Körper gekreuzt.
Der Inspecteur roch einen Hauch frischen, süssen Schweiss.
Er nahm noch einen Schluck des köstlichen, irischen Single Malt und
lächelte die Besserwisserin an.
'Hab Dich mon amour' ...dachte er bei sich.
Hat er sie wirklich?
Oder legt sie ihn rein?
Oder doch noch um?
Und wenn, wer wen?
Oder doch noch flach?
Trinkt le Jazz wirklich nur Whisky im Whisky?
Wer weiss... wer weiss?
...und werden wir es jemals erfahren?
ungeeiste Grüsse ... Patrick