Hallo,
...wir haben diesen Chip auch ausprobiert.
Waren sogar die Ersten, denen unsere TÄ so ein Teil verkauft hat.
Versuchsballon sozusagen. 
Das Problemkind war ja unser Jimmy.
An sich ein lieber und liebenswürdiger Vertreter seiner Art, schaltete er
regelmäßig sein Gehirn aus, sobald wir das Haus verliessen.
Sabbernd und tropfend durchschritt er fortan seine eigene Welt aus
Düften, Hormonen und Träumen.
Ihn abzuleinen war schlichtweg unmöglich.
Sofort machte er sich auf den Weg und folgte Nase und Schniedel, immer
auf der Duftspur irgend eines Weibchens.
Mit der Zeit wurde es unmöglich ihn während eines Spazierganges
überhaupt anzusprechen. Er reagierte auf gar nichts mehr und ignorierte
uns schlichtweg.
Anfangs war er wenigstens zu Hause noch bei sich.
Mit der Zeit begann er aber auch hier abzudriften.
Stundenlang sass er auf der Couchlehne im Wohnzimmer und schmach-
tete aus dem Fenster.
Zuletzt verweigerte er die Nahrung und heulte wie ein Wolf, wenn er
am Fenster sass.
Bei 60 Zentimetern Schulterhöhe, erreichte er knapp 19 Kilo und die
Hüftknochen begannen sich deutlich abzuzeichnen.
Kastrieren lassen wollten wir ihn nicht so einfach.
Er und Verona blieben während all der Probleme ein Traumpaar.
Sie schmusten und kuschelten miteinander und während der olle Jimmy
alles bestieg, was im Weg herum stand, verschonte er die Verona von
plumpen Annäherungsversuchen.
Seltsam bei ihm war ohnehin, dass er an allem rammelte, wenn er aber
auf eine läufige Hündin traf, beschränkte er sich auf das Beschnüffeln
ihres Umfeldes. Die Hündin -und war sie auch noch so heiss- ignorierte
er schlicht und einfach.
Jedenfalls wollten wir ihn nicht einfach so kastrieren lassen, auf die Gefahr
hin, dass er und Verona angesichts seiner hormonellen Veränderung sich
nicht mehr verstehen würden.
Also traten wir in die Testphase ein.
Jimmy bekam einen Chip.
Sechs Wochen dauerte es. Dann wurde er ruhiger.
Er begann sich für Leckerlis zu interessieren. Begann seinen Napf leer zu
fressen.
Er spielte plötzlich wieder mit Verona, wurde ansprechbar und wach.
Er begann zu schmusen und zu kuscheln. Etwas, dass er vorher nie
freiwillig gemacht hatte und geniesst einfach Streicheleinheiten und liebt
es sich am Bauch kraulen zu lassen.
Und... er darf inzwischen jeden Abend auf de Hundewiese von der Leine.
Er tobt und spielt mit den anderen Hunden und hat grossen Spass.
Das Beste an der Sache: Verona und er haben ihr liebevolles Verhältnis
nicht geändert. Im Gegenteil, sie spielen wieder richtig miteinander und
Verona scheint seine Veränderung nicht im Geringsten zu stören.
Seine Gaggele sind inzwischen richtig klein geworden und das Beutelchen
sieht aus, als enthielte es Rosinen.
Wir haben mit unserer TÄ geredet und wenn sich das weiterhin so
bewährt, wird Jimmy im Spätjahr wohl auch die Rosinchen einbüssen.
Lieber sehe ich ihn glücklich ohne, als leidend, sabbernd und jammernd
mit seiner ganzen Männlichkeit, die ihm eh nichts nützt.
Der Chip jedenfalls hat sich bewährt und der Versuch war's wert. Denn
hätten sich unsere zwei Kamele nimmer vertragen, wäre es bei dem
Versuch geblieben. Bällchen gleich ab, ist nimmer rückgängig zu machen.
Was immer auch weiter geschieht, ich werde berichten.
liebe Grüsse ... Patrick