Hallo,
...ich muss mich immer wieder wundern, mit welchen Vorstellungen der
Auslandstierschutz verbunden ist.
Bleiben wir beim Beispiel Spanien und den Windigen.
Wieso muss man in einem zivilisierten, modernen europäischen Land
Tierschutz betreiben?
Und dann immer wieder die Pauschalaussagen:
-Bei uns gibt es genug Elend in den Tierheimen.
-Man muss die Zustände vor Ort ändern.
So weit die Theorie.
Die Praxis ist meilenweit von solchen Gedanken entfernt.
Die gesellschaftlichen Strukturen z.B. in Spanien sind zu den hier
herrschenden grundverschieden.
Der Männlichkeitswahn (Machismo) und das (Miss)Verhältnis zu Tieren
und Umwelt ist völlig in die Gesellschaft eingegangen, wird akzeptiert
und sogar gefördert.
Dort etwas zu ändern (Zeigefinger heb) ist schier unmöglich, Kritik wird
weder akzeptiert noch verstanden.
Kein Tierschutzhund in Deutschland wird jemals sochen Zuständen aus-
gesetzt sein, wie ein Hund in Spanien. Dies trifft ganz speziell auf die
traditionellen Jagdhunde Galgo Espanol und Pondenco zu.
Usus ist es, für die jeweils kommende Jagdsaison. frische Jagdhunde zu
züchten. Diese werden nach Tauglichkeit aussortiert, der Rest entsorgt.
Dabei bedient man sich z.T. gerne möglichts grausamer Tötungsmethoden
und bringt diese gleich seinen Kindern bei.
Der ausgewählte Jagdhund wird die laufende Saison über eingesetzt,
wobei dabei auf eventuell auftretende Verletzungen keinerlei Rücksicht
genommen wird. So werden gebrochene Beine auch mal gerne mit
Holzstücken und Tape-Band fixiert. Eine Heilungschance ist ausgeschlossen,
da auch mit diesem Provisorium weiter gejagt wird.
Wird einfach immer wieder nachgetaped.
Auch bei Haltung und Ernährung wird sich keine grosse Mühe gegeben,
ist der Hund am Ende der Jagdsaison eh zum Tode verurteilt. Denn den
Winter durchfüttern, den Köter? Ausgeschlossen. Das Vieh frisst ja dann
ohne was dafür zu tun.
Und nein, er wird nicht einfach erschossen. Man muss ja die teure Munition
nicht verschwenden.
Bestenfalls lässt man die Hunde verhungern.
Oder man bringt ihnen 'das Kalvierspielen' bei, man nennt es auch den
Tanz der Hunde.
Dabei werden sie mittels eines Drahtes an einem Baum aufgehängt, so
dass sie mit den Hintepfoten gerade noch den Boden berühren.
Alles andere erledigt die nachlassende Muskelkraft, die Atemnot und die
Schwerkraft.
Kann allerdings Stunden dauern...
Oder man hackt dem Hund einfach die Beine ab (damit er nicht nach
Hause läuft) und steckt Beine nebst Hund in einen Sack und schmeisst
diesen Abfall einfach in den Wald. Lebend natürlich.
Anzünden ist auch ein beliebtes Mittel. Gerade nachts und bei einem
schnellen Hund ein beeindruckendes Schauspiel, welches immer sehr
erheitert.
Totschlagen, lebendig begraben, ersäufen, übergiessen mit Säure, es
gibt Beispiele ohne Ende. Ich könnte Bilder und Berichte hier einstellen,
da würde so mancher einige schlaflose Nächte haben.
Ach ja. Das betrifft jetzt nicht 'ein paar Jagdhunde'. Das betrifft ca. 50.000
Stück. Jedes Jahr!
Mit Gutmenschen-Sprüchen und dem Denken in den hier üblichen Schab-
lonen kann da nicht geholfen werden, das wird die, die dieses tun nicht
erreichen. Sie lachen nur darüber.
Tradition ist Tradition.
Vor diesem Hintergrund versuchen nun Orgas zu helfen.
Und gerade denen jetzt den schwarzen Peter zuzuschieben zu einfach
und grundlegend falsch.
Ohne Orgas wie A.S.P.A. oder far-from-fear, wäre das Elend noch grösser,
die Aufklärung gleich null!
Natürlich gibt es bei den Orgas auch schwarze Schafe.
Wie beim Autohändler, beim ebay-Shop, beim Fleischer, ja in jedem
Berufszweig.
Wegen denen, aber alle Ehrlichen mit zu verteufeln, ist völliger Unsinn.
Und seltsamerweise... wer etwas kaufen will, sei es ein Auto, eine Cam,
ein Drucker, was auch immer, der informiert sich vorher.
Im Fachhandel, im Internet, mittels Testberichten, Broschüren und Ber-
richten.
Nur bei Haustieren, da wird oftmals einfach aus dem Bauch heraus ge-
kauft. Weil, ist ja soo süss!
Plötzlich dann die Erkenntnis: Oh weh! Der Setter will ja jagen! Der ach
so hübsche Beagle ist ein rabiater, dickköpfiger Tyrann, der das Weite
sucht und Häschen apportiert. Und der Afghane (passt soo schön zum
Seiden-Sofa) ist mit dreissig Minuten um den Block nicht zufrieden und
gestaltet mangels Beschäftigung die Wohnung um.
Schuld daran... Züchter oder Orga! Pfui! Die Pöhsen!
-Und ab der Hund ins Tierheim.
Da wird es sich genau so einfach gemacht, wie bei den Pauschalurteilen.
Abgesehen von denen, die den Hund vorher versauen, beim Aberziehen
angeborener Instinkte, bzw. beim Scheitern daran.
Windhunde sind im Übrigen neben ihrem Naturell als Jäger vor allem
eines: Sehr anpassungsfähig und liebevoll.
Wer es schafft, zu so einem Hund eine enge Bindung herzustellen,
ihm Geborgenheit vermitteln kann und ihm auch noch ein gutes Maß an
Bewegung verschafft (hier ist natürlich wieder der HH gefordert!), hat
seinen Hundetraum mit einem Traumhund erfüllt.
Wer vorher die Orgas verglichen und getestet hat, so wie er es bei der
Auswahl seines Autos auch tut, wo er Hersteller und Händler abklopft,
Fragen stellt und Gespräche führt, der wird auch nicht enttäuscht werden
und muss im Zweifelsfalle die Schuld dort suchen, wo sie zumeist auch
zu finden ist. Bei sich und seinem Anspruchsdenken selbst.
liebe Grüsse ... Patrick