Hallo Lisa,
...ich weiss gar nicht, wo ich das mal aufgeschnappt habe, aber die Idee
hat mir gefallen und ich glaube auch daran:
Unser aller Leben verläuft zyklisch.
Mit unserer Geburt beginnen wir den Lebenskreis.
Was wir auf unserem Weg daraus machen, ist jedem selbst überlassen.
Fakt ist einfach, dass wir alle eines Tages wieder zu dem Punkt zurück-
kehren, wo unser Leben begonnen hat.
Und wie wir als Neugeborenes waren -schwach, hilflos, auf Hilfe angewie-
sen und zerbrechlich, so werden wir dereinst auch enden.
Aber jeder Lebenskreis war, wenn er sich schliesst, einzigartig. Unique.
Wie ein Paket unbekannten Inhaltes. Oftmals gleichförmig zwar, aber im
Innern voller Eigenart, Persönlichkeit und voller Überraschungen.
Lauter gleiche Pakete, lauter ähnliche Leben...
Aber alle unvergleichlich und einzig auf ihre Art. Ja, unvergleichlich.
So sehe ich das auch mit unseren Tieren.
Man kann, man darf sie nicht vergleichen.
Jedes Wesen, dass zu uns kommt, hat das Recht auf seinen Zyklus, auf
sein Leben, auf seine Eigenart.
Und wir haben nicht das Recht, zu vergleichen.
Unser Jimmy wird niemals unseren Dino ersetzen können, trotz der Tat-
sache, dass er der schönere, der liebere, der unkompliziertere Hund ist.
Und meine Verona, wird niemals ersetzlich sein, unvergleichlich ist sie,
einzigartig, aber doch wird irgendwann wohl ein anderes Hundemädel an
ihre Stelle treten.
Wen ich letztendlich lieber habe... kann ich nicht sagen. Ehrlich.
Denn ich vergleiche nicht.
Ich sehe nicht, meinen ersten Hund, den anderen und die verrückte
Hündin.
Ich sehe immer nur den Lebenskreis, den unser Dino erfüllt hat und den
unsere anderen beiden Hunde gerade gehen.
Jeder ist anders, jeder ist wichtig und jeder in seiner Art schön und ein-
zigartig.
Versuche Dich doch mal in diesen Gedanken hinein zu versetzen.
In Deinen Gedanken wird Dein erster Hund Dich immer begleiten.
Doch auch der jetztige Hund hat die Chance verdient, seinen Weg zu
gehen. Er hat die Chance verdient, sein Leben mit Dir teilen zu dürfen,
ohne dass Vergleiche gezogen werden.
Auch er darf seinen Lebensweg gehen, so wie er ist, nicht so, wie ein
anderer es ihm vorgelebt hat.
Diese Sichtweise ist vielleicht so etwas wie Fairness, dem gegenüber,
der jetzt bei Dir ist. Mache Dir mal seine Sichtweise zu eigen und schätze
ein, was er von Dir denkt... gib ihm die Chance.
Schau, unser Dino hat mich so oft angeknurrt, sogar gebissen. Und trotz-
dem war ich nach seinem Tod so traurig, dass ich unseren Jimmy auf die
Pflegestelle zurückgeben wollte.
Ich bin froh, dass ich das nicht getan habe.
Aus meiner heutigen Sicht, wäre es ein unverzeihlicher Fehler gewesen.
Versuche Dienen neuen Hund auf seinem Weg zu begleiten und sieh ihn
als Individuum.
Oder sei so ehrlich und gestehe Dir ein, dass es nicht geht und gib ihn in
gute Hände.
Nur dann, solltest Du das schnell tun.
Denn einen kurzen, schmerzhaften Weg auf seinem Lebenskreis kann
Dein Hund schneller verkraften, als einen langen, quälenden und schmerz-
haften.
Was richtig ist -für Dich- kannst nur Du wissen.
Ich wünsche Dir die Kraft und die Weisheit, richtig zu entscheiden.
liebe Grüsse ... Patrick