Hallo,
...unser Dino hatte eine Augenkrankheit und erblindete langsam und
schleichend. Er war ca. fünf Jahre alt, als der Prozess endgültig
abgeschlossen war und er vollständig erblindete.
Besondere Medikation oder Futtergabe war nicht erforderlich, da der
Sehkraftverlust krankheitsbedingt und somit unumkehrbar und auch
nicht beeinflussbar war.
Rücksicht haben wir natürlich genommen und immer gewissenhaft
aufgeräumt.
Ein Umstand, der sich aus einem Lernerfolg infolge eines umgerannten,
ehedem vollen, Putzeimers ergab. 
Und wir trainierten das 'Stop!'
Das wichtigste Kommando, wenn man einen blinden Hund hat.
Man lernt, das Auge seines Hundes zu sein. So, wie der Fahrlehrer immer
forderte, dass wir vorrausschauend fahren sollen, so lernt man auch zu
gehen.
Immer auf der Hut. Kellergitter, Gullys, Bäume, Masten, Schilder, zu hohe
Geländer (der Gute ist uns tatsächlich mal von einer Brücke unter dem
Geländer durch in den Bach geplumpst), Senken, Löcher, Abhänge, Kabel,
Buschwerk, Zäune... man glaubt gar nicht, was man alles sieht, wenn
man mit nem Behindi-Hund unterwegs ist.
War am Anfang gar nicht so leicht, als wir Jimmy bekamen.
Dauernd ist man zusammengezuckt, in der Erwartung, dass er irgendwo
dagegen donnert, war man doch so lange einen Maulwurf gewöhnt.
Schwer wurde es erst, als der Dino später noch ertaubte. Da half neben
noch grösserer Vorsicht nur noch die Umstellung auf Tastsignale.
Ging einigermaßen, war aber nicht leicht.
Am wenigsten Probleme schien übrigens bei dem Ganzen, der Hund zu
haben. Zum Glück.
liebe Grüsse ... Patrick