Ich stelle jeden meiner Hunde mal aus, das tut mir nicht weh. Es gibt auch sehr vernünftige Richter, die im Sportlager unterwegs sind und auf Funktionalität achten, einen zu kurzen Nasenrücken z.B. rügen.
Vor etwa 20 Jahren hat mich ein alter Zuchtrichter, der ehemalige VDH-Präsident Kurt Gendrung, für das Problem Übertyp beim Boxer sensibilisiert. Er hat auf einer CACIB meinen Hund für seinen Kopf kritisiert, den vorher andere Richter gerade gelobt hatten. Erst wollte ich es nicht wahrhaben, dann habe ich alte Literatur ausgewertet und mußte ihm recht geben. Dafür muß man aber bereit sein, die eigene Beleidigtheit runterzuschlucken und versuchen, objektiv zu denken. Im Moment der Kritik ist mir das auch nicht leichtgefallen.
Viele Aussteller tun bei einer kritischen Bemerkung so, als wolle ihnen der Richter aus persönlichen Gründen eine reinwürgen, und benehmen sich dann nicht gerade sportlich. Bei diesem unfähigen, ungerechten Richter, wird dann rumgetönt, stelle ich nicht mehr aus! Dieser Richter wird dann eben immer seltener eingeladen, weil die Ausstellungsorganisatoren natürlich auf viele Meldungen angewiesen sind, um die Kosten zu decken.
Mich interessieren eher viele unterschiedliche Ansätze und Gesichtspunkte, die man durchaus beim Besuch von Ausstellungen erfahren kann, ob beim eigenen Hund oder durch Beobachten anderer Hunde.
Einen Titel habe ich für einen meiner Hunde wirklich mal mit großer Freude errungen, das war der Veteranen-Champion für meinen Quarus. Die Richter haben alle gesagt, er ist mit gut 9 Jahren noch so frisch, trainiert und muskulös, daß er in die Gebrauchshundklasse gehören würde, und darüber habe ich mich für meinen alten Kämpen gefreut.