So, jetzt bissle ausführlicher.
Ich hatte über den ganzen Film weg, buchstäblich von der ersten bis zur letzten Minute, den Eindruck, dass er darauf ausgelegt war, Angst zu schüren.
Es ging los mit beißenden, fletschenden, aggressiven Hunden.
Die Halter der Staffs & co., die interviewt wurden - naja! Also auf mich hat es so gewirkt, als sollten die Halter als dumme, asoziale halbkriminelle dargestellt werden, die total naiv ihre Schmusebacken vollkommen unterschätzen. Ich fand nicht, dass die Besitzer so arg schlimm rüber kamen, da gibt's ja noch ganz andere... aber trotzdem, der Fokus war im Endeffekt nicht darauf gelegt, die Hunde positiv darzustellen (oder deren Haltung), sondern im Mittelpunkt stand dann doch die illegale Haltung und die Leichtsinnigkeit der Besitzer.
Und bei der Szene mit den Kind und den vier herumrennenden Hunden neben dem Kindergarten, hat ein Goldie das Kind umgebombt, die Angst wird aber auf den Staff bezogen.
Bei den Kaukasenwelpen wird gesagt, es seien Hütehundehunde, meines Wissens nach sind Kaukasen aber Herdenschutzhunde. Kleiner Unterschied, schlecht recherchiert...
Und im Allgemeinen hat, so finde ich, das in Szene Setzen der Aggressivität der Hunde ganz deutlich überwogen. Und dann einfach auch in saublöden Situationen. Auf die Zwinger, in denen die Hunde toben, wird die Kamera gerichtet mit dem Kommentar "da würde ich als Fremder nicht reingehen". Es sind doch bei Weitem nicht nur SoKas, die nen Aufstand machen, wenn Leute am Zwinger vorbeigehen. Oder der Rotti, der so gegängelt wird, dass er nur noch den Schwanz einzieht und irgendwann die Trainerin angeht. Oder dem Staff, dem der Futternapf weggenommen wird... Ja, da wird gut das Bild vermittelt, welches Potenzial in diesen Hunden steckt. Was nicht vermittelt wird, dass so ein Potenzial auch in anderen Hunden steckt und dass es in solchen Situationen nicht verwunderlich ist, dass der Hund aggro wird. Für den Zuschauer, der sich nicht mit Hunden auskennt, bleibt aber nur haften: Das sind Bestien, die nachts davon träumen, Menschen zu killen.
Und obwohl das Ergebnis der Sendung ist, dass es keine wissenschaftlichen Belege für die gesteigerte Gefährlichkeit von Kampfhunden gibt, macht der Nachsatz "aber sicher ist das nicht" alles zunichte. Er hinterlässt den faden Beigeschmack, der den ganzen Film über schon da war.
Ich finde auf keinen Fall, dass eine "Kampfschmuser"-Doko, nach der SoKas rosa Wölkchen pupsende Engelchen sind, die keiner Fliege was zu Leide tun können, besser gewesen wäre. Sondern ich find's wichtig, auf spezielle Eigenheiten, Eigenschaften und Bedürfnisse der Hunde einzugehen. Und darauf, dass dem nicht jeder gewachsen ist und in den falschen Händen Unschönes passieren kann.
Genau das ist mMn in der Doku aber nicht passiert, sondern was bleibt (besonders, wenn man sich nicht mit Hunden auskennt): Aggressive, reißende Bestien oder tickende Zeitbomben, deren Halter naiv/asozial sind. Rasselisten, die nichts bringen. Ergo: Kampfhunde müssen weg, ein härteres Vorgehen muss her!