Beiträge von Chatterbox

    Mein Gedanke ist halt: Marker-Belohnung. Ganz automatisiert, man übt das ja lange genug, bevor man es einsetzt. Und damit wirkt der Marker zuverlässig. Dann denkt der Hund eben NICHT mehr nach, ob er die Belohnung haben möchte oder das Reh wichtiger ist. Aber wenn Du variabel bist im Markerwort, könnte nachzudenken beginnen, ob DIESE Bestätigung jetzt die ist, die er wollte. Verstehst, was ich meine?

    Ich versteh's, weil ich exakt denselben Gedanken auch hatte.

    Das Argument kann man aber für jede Belohnung nehmen. Sobald Hund anfängt zu überlegen ob die Belohnung besser ist als, hat man doch sowieso ein Problem.

    Das stimmt, aber mein Gedanke ging auch in die Richtung, dass man sich durch die sehr große (exakte) Erwartungssicherheit auch so bisschen die Vorteile der intermittierenden Verstärkung nimmt. Aber Achtung, ich weiß grad nicht sicher, ob das überhaupt ein Fall der intermittierenden Verstärkung ist. Zur Erklärung: Marker-Belohnung ist insofern intermittierend, dass unterschiedliche Dinge folgen. Hoffentlich treffe ich den Punkt und es ist die gerade super passende Belohnung. Manchmal verkacke ich es aber auch und der Hund wird mit was Mäßigem abgespeist. Macht nichts, weil nächstes Mal - so die Hundehoffnung - besteht ja wieder die Chance auf was Supergutes.

    Und dadurch kommt es vielleicht wenigr zum Überlegen, ob es sich für DIESE Belohnung "lohnt", sondern es wird leichter automatisiert.

    Aber wie gesagt, das sind nur lose Gedenken, die können toaler Mist sein und/oder wieder je nach Hund unterschiedlich sein?

    Wirklich schöner Thread.

    Meine erste Hündin wurde ein Golden Retriever, weil es mein Kindheitstraum war. In jedem Freundschafts-Buch stand bei "größten Wunsch" entweder "Hund" oder eben ganz konkret "Golden Retriever". Warum ich so eine Liebe für die felligen Blonden hatte bzw. habe, weiß ich nicht. Das war einfach da, so weit ich weiß weder mediengeprägt noch dass im Bekanntenkreis wer einen Goldie gehabt hätte. Tja, bekommen habe ich nie einen Hund ... und trotz Rassebücher-Wälzen blieb es immer beim Goldie, sodass ich mich kurz vor dem Abi auf Züchtersuche gemacht habe. Ganz kurz hatte ich nochmal nach links und rechts geschaut und überlegt, ob nicht ein Dalmatiner, Samojede oder Springer Spaniel vielleicht auch toll wäre, aber ich hab dann schnell gemerkt, dass der ursprüngliche Kindheitstraum vom Goldien auch mit Abstand am besten in mein Leben passen würde - was für ein Glück. Die Züchtersuche selbst lief recht naiv - Google, Züchter in der Nähe mit Welpen, Züchterin angerufen, noch eine Hündin frei (ich wollte vom Bauchgefühl her unbedingt eine Hündin), Welpen mit 5 Wochen besuchen gefahren und eine Hündin (Mia) in die Hand gedrückt bekommen. Ich bin übergesprudelt vor lauter Glück, weil ich es halt nicht fassen konnte, dass sich mein Wunsch jetzt erfüllen sollte ... ja, und drei Wochen später habe ich sie dann abgeholt und wurde mit dem allerbesten aller (Erst-)Hunde beschenkt, den ich mir hätte wünschen können. Ein so grundguter, wahnsinnig lieber Goldie war damals einfach genau das Richtige. Ich hatte zwar immer schon Unmengen kann Büchern und Zeitschriften über Hunde verschlungen, aber so richtig lernt man halt doch dann erst mit dem Hund.

    Da werd ich richtig wehmütig ... schade, dass die Jahre mit ihr so schnell vergangen sind.

    Tja, und wie kam es dann zur Wahl des Nachfolgers? Mein Leben(sstil) hat sich bisschen verändert, ich hab gemerkt, was ich für Hundetypen mag, was ich für Aktivitäten mit Hund mag, hab geguckt, was passen könnte ... und bin beim Rumsuchen beim Cattle hängengeblieben. Von Größe und Gewicht her ideal, aber gut, Charakter ist ja doch noch bissel wichtiger. Gelesen und gedacht "ja geil, genau das will ich, hier bin ich richtig". So vom Bauchgefühl her, ohne einen zu kennen. Also ein paar Cattles persönlich kennengelernt, die haben mich komplett überzeugt. Klar, auch die Horrorgeschichten gehört und gelesen (gibt's ja zur Genüge bei der Rasse). Aber das Ding war gegessen, ein Cattle sollte es werden ... ich habe bei der Züchterwahl geschaut, dass mir die Hunde zusagen (mir gefallen bei Weitem nicht alle Cattles ...), dass es menschlich passt, und joa, dann hat sich das so ergeben mit einem Treffen. Mia war bei dem Treffen noch dabei, es war 8 Tage vor ihrem Tod. Da war Rémys Züchterin in Ö, um die Mutter des B-Wurfes decken zu lassen. Ich hatte gedacht, dass Mia noch länger bei mir sein wird, deshalb war das eher ein lockeres Treffen mit vielleicht auf die Warteliste beim C-Wurf ... naja, als ich dann Rémys Züchterin eine gute Woche später geschrieben habe, dass Mia gestorben ist, wollte sie mich auf die (eh schon volle) Warteliste des B-Wurfs setzen. Das war mir in dem Moment zu früh, aber drei Wochen später dachte ich mir, warum soll ich länger als nötig ohne Hund sein, da ist eine bezaubernde Cattle-Hündin, Mia hat sie sogar noch kennengelernt, warum nicht doch jetzt einen Welpen. Das war emotional eine ganz schön aufregende Zeit ... also Warteliste. Ich wollte von der Farbe her einen roten Cattle (weil ich ein Faible für helle Hunde habe und mich nicht so mit dem dunklen sehe (gesehen habe :ugly:). Vom Herz her wollte ich direkt damals schon einen Rüden. Vernunfthalber habe ich mich dann auf eine rote Hündin eingestellt (einfach weil mir an vielen Ecken gesagt wurde, ein Rüde ist schon ne Hausnummer, Hündin würde mir das Leben leichter machen). Tja, und beim ersten und einzigen Welpenbesuch hat es mit der roten Hündin, die mir optisch am meisten zugesagt hätte, irgendwie nicht so gefunkt. Dafür mit einer anderen roten Hündin, einem roten Rüden und - einem blauen Rüden. Die blauen Jungs hatte ich bei den Fotos gar nie auf dem Schirm, weil ich ja keinen blauen Cattle wollte. Hab dann letztlich trotzdem diese drei als Favoriten angegeben (Zuteilung war letztlich durch die Züchterin) und ich dachte mir da schon "am Ende bekomm ich echt den blauen Bub". (guckst du in Profilbild, surprise, es wurde der blaue Bub!). Und was soll ich sagen, bislang beste Herzensentscheidung. :herzen1: Bin verdammt froh, dass ich ihn trotz "falscher Farbe" in die Auswahl genommen hab. Und oh Wunder, inzwischen liebe ich blaue Cattles und ich hatte auch noch das Glück, den hübschesten von allen zu erwischen! :cuinlove:  :lol:

    Nutzt doch einfach variable Marker. Dann hat der Hund Sicherheit was er bekommt, aber man kann variabel belohnen.

    Ich hab so fünf verschiedene Marker und benutze sie Im Alltag ständig.

    :skeptisch: 5 :skeptisch: verschiedene :skeptisch: Marker :skeptisch: :lol:

    Ich muss jetzt erstmal daran gewöhnen, überhaupt ein Markerwort im Alltag zu benutzen, nach meiner langen mehr-oder-weniger-Weigerung, das wird für mein Gehirn schon heftig genug. :lol:

    Hab das mit den verschiedenen Markern schon mal wo mitbekommen (waren es die Kynotec-Leute oder wer anders?) und wahrscheinlich ist es weniger abgefahren, als es sich anhört, wenn man das für sich einfach mal klar und routiniert hat.

    Ich gucke jetzt erstmal, wie/ob das mit einem bei uns funktioniert. :D

    Bei meinen Hütehunden war bzw ist variable Belohnung keine gut Option. Das hat die Erregung hoch gehalten und dazu geführt, dass sie in Grunde nur noch Jagen im Kopf hatte und jeder Gassigang in Arbeit ausartete. Ich habe bessere Erfolge mit monotoner, immergleicher und nicht zu hochwertiger Belohnung. Bei anderen Hundetypen kann das allerdings ein Schlüssel sein.

    Muss man sehen, eine dauerhaft hohe Erregungslage ist natürlich nicht das Ziel. Wobei "variabel" ja nicht unbedingt heißen muss, dass extrem hochwertige oder actionreiche Belohnung eingesetzt wird.

    Ich bin gespannt drauf, das in den nächsten Monaten ganz genau zu beobachten. :rollsmile:

    aber ich hab mich auch bislang immer nur so halbherzig mit dem Thema Markerwort auseinandergesetzt. Und offensichtlich (deshalb?) Vieles nicht verstanden ... und weil das halt ein sehr wesentlicher Baustein von dem Kurs ist, damit zu arbeiten (kein MUSS, aber es ist sehr einleuchtend, warum es absolut naheliegend ist)

    Kannst du das genauer ausführen? :smile:

    Also was für mich der wichtigste Punkt war: Dass es am besten "wirkt", wenn man es in den gesamten Alltag bzw. an möglichst vielen verschiedenen Stellen integriert. Und dass es so v. a. nicht so leicht die Nebenwirkung hat, dass es zum "oh-ja-da-ist-was-Jagdbares"-Signal wird (gerade für schnell Schlüsse-ziehende Hunde wie meinen jungen Mann ganz, ganz wichtig, glaube ich).

    Ich hatte ja schon mal ein Markerwort konditioniert (für Scent Detection), aber es war halt ein "prima" (viel zu lang und emotional gesprochen) und ich hatte es nur dafür verwendet. Dabei leuchtet das so ein, dass es am besten ganz variabel und oft und vielfältig eingesetzt werden soll.

    Und der nächste Punkt, den ich so nicht auf dem Schirm hatte: Variable, der Situation angepasste Belohnung auch beim Markerwort. Konditionieren schon klassich erstmal über Wort -> Futter, aber dann recht schnell, wenn der Hund es verstanden hat, zu variabler Belohnung übergehen. Das hatte ich bei der Scent Detection zwar automatisch gemacht (hatte dann mit bei mir mit Zergelkong zergeln bestätigt, weil ich gemerkt hab, in der Situation ist Beute für ihn die bessere Belohnung als Futter).

    Also an sich nicht SO viel neues (was das was neu war, war sehr wichtig) und intuitiv hab ich manches auch schon richtig gemacht, aber manches halt auch nicht ("priiima" als Wort ...). Und ich denk, dass ich jetzt auch viel mehr Potenzial ausschöpfen kann mit dem Markerwort, grade mit der angepassten, variablen Belohnung. :bindafür:

    Ich fand den Input zum Jagdverhalten auch nochmal gut und bin da jetzt auf jeden Fall ganz guter Dinge, dass angemessen zwischen verschiedenen Hundetypen und -rassen und -individuen unterschieden wird. Man muss halt vor allem selber genau auf seinen Hund schauen.

    Diese Woche ist das Markersignal (und Kommunikation) dran und ich muss sagen, dass ich hier jetzt schon fast an dem Punkt bin, dass sich der Kurs für mich gelohnt hat, völlig bumms, ob uns das beim Thema "Jagen" hilft oder nicht. :lol: Ich möchte keinen Clicker nutzen (auch in Zukunft nicht, ist mir vom Handling her zu blöde), aber ich hab mich auch bislang immer nur so halbherzig mit dem Thema Markerwort auseinandergesetzt. Und offensichtlich (deshalb?) Vieles nicht verstanden ... und weil das halt ein sehr wesentlicher Baustein von dem Kurs ist, damit zu arbeiten (kein MUSS, aber es ist sehr einleuchtend, warum es absolut naheliegend ist), hab ich mich jetzt endlich mal damit befasst. Und glaube, dass ich das jetzt auch vernünftig hinbekomme und richtig einsetzen werde. :rollsmile:

    Ich muss den Rest der Einheit leider morgen anhören, schaffe heute nicht mehr alles. Aber vielleicht melde ich mich danach nochmal.

    Deswegen ist es ja auch etwas komisch, dass sie so sehr vorselektiert.

    Nur nochmal, weil das so einfach nicht stimmt. Ich verstehe gar nicht, warum du dich da so drauf eingeschossen hast.

    Nicht sie selektiert (zumindest kann ich mir absolut nicht vorstellen, dass sie irgendwem, der sich anmeldet, die Teilnahme am Kurs verweigern würde), sondern sondern der potenzielle Interessent selektiert sich selbst heraus (im Sinne einer Selbstselektion). Sie möchte einfach nur möglichst passende Kunden, möglichst sinnvolles Erwartungsmanagement betreiben, nicht mehr und nicht weniger ...

    Ob ihr Ansatz aufgeht muss man halt gucken, im Buch waren es halt Kekse werfen fürs raus da, muss man halt schauen in wie fern das ausreicht und wenn einem die Zuverlässigkeit die man damit hinbekommt ausreicht, ist doch wie gesagt auch alles gut.

    Das kann ich mir nicht so richtig vorstellen, kenne es von ihr und anderen CumCanlern primär das Barrieremarkern zur Etablierung der Wegtreue. Dann müsste im Buch etwas vollkommen anderes als in den Webinaren und Seminaren stehen.

    Da kommt sicher auch noch mehr dazu ... hätte es aber in der Kürze jetzt auch so verstanden, dass die Grenze gemarkert wird. Dadurch möglichst vermeiden, dass er Hund die überhaupt übertritt, weil vorher Marker kommt. Wenn doch übertreten, Hund freundlich rausbitten/holen und ignorieren.

    We will see.

    was siehst du an dem Konzept als kritisch für Hütis?

    Das der Hund sich trotz Bedürfnisorientierter Belohnung den Kick holen will und deshalb kein Zuverlässiger Gehorsam da ist, obwohl die Übungen oberflächlich gesehen klappen und Sinn ergeben. Die sind ja schon klug und gut zu motivieren, aber Bewegungsreize haben einfach auch einen großen Charme für diesen Hundetyp.

    Ich gebe auch Zu, dass mir diese ausgefuxtheit sehr sympathisch ist :-D

    Ja, also genau aus diesem Grund denke (fürchte) ich auch, dass bei uns rein positiv/bedürfnisorientiert nicht klappen wird. Ich mein, ich fänd's absolut klasse, wenn das geht - aber ich seh das ja auch in anderen Bereichen, dass es ihm oft auch hilft, wenn etwas halt mal einfach verboten wird. So nach dem Motto "Ist nicht, brauchst gar nicht mehr drüber nachdenken, dass das mal ok wäre". Das meinte ich auch in einem anderen Post mit dem Schwarz/weiß, das manche Hundetypen vielleicht mehr brauchen als andere, die sich ganz von selbst nur bis maximal "mittelgrau" bewegen.

    Aber, und das ist halt auch, was ich merke: An sich ist da eine super große Kooperationsbereitschaft da und die möchte ich nutzen. Denn wenn ich ihm (schwarz) verbiete, die Klopapierrolle zu klauen, dann brauch ich da keine Kooperation, brauche nicht viel Druck, weil es ihm kein Grundbedürfnis ist (so wie das Jagen, Kontrollieren von Bewegungsreizen). Das Klopapierrolle-Klauen ist einfach ein kleines Späßle, wo er es problemlos akzeptieren kann, wenn das verboten ist à la "ok Mutti, dann lass ich das halt".

    Das ist aber bei genetisch tief verankerten Dingen eine ganz andere Geschichte. Und ich weiß halt nicht, wie massiv ich wie oft werden müsste, dass das zuverlässig unterdrückt wird. Und ob ich das fair finde, dass ich mir ein Lebwesen anschaffe mit genetisch verankerten Grundbedüfnissen und die dann nur rausdeckel.

    Ich würd halt schon viiiel lieber übers Zusammenarbeiten gehen, aber sehe schon auch die Gefahr, die du oben beschreibst. :D

    Ich seh schon, das wird ein Drahtseilakt ... :ugly: :D

    Je nachdem was ihr da wie belohnt und wie dein Hund gestrickt ist, könntest du ihn damit sogar erst recht anfixen. Deshalb wäre mein Weg, sich von einem Hütehunderfahrenen Trainer begleiten zu lassen, und zu besprechen, welche Elemente aus dem Kurs für euch Sinn machen und welche Elemente zum Problem werden könnten.

    Ja, das wäre vielleicht echt gut. Nur hab ich da gerade keinen zur Hand (dessen Meinung ich dazu hören will). Falls da auch noch Tipps da wären, sehr gern. :sweet:

    Aber erstmal möchte ich gucken, wie Ines Scheuer-Dinger da zwischen den Hundetypen differenziert. Wir haben alles im Kurs, Labrador, Dackel, Pudel, Aussie, klassische Jäger ...