Beiträge von Chatterbox

    @Waheela vor paar Seiten hast du geschrieben, dass das Bauchgefühl vom Wissen beeinflusst wird.
    Ich würde eher sagen, dass das eine Wechselwirkung ist. Ich erfahre etwas Neues -> mein Bauchgefühl sagt mir, das ist Mist, also setze ich es nicht um. Oder aber ich erfahre was Neues, was mein Bauchgefühl für gut empfindet -> wird in Zukunft authentisch so gemacht.
    Man kann also mMn authentisch sein und sich gleichzeitig weiter entwickeln.

    Zum Thema Raum begrenzen sag ich nur: Niemand hat jemals davon gesprochen, den Hund ständig immer 24/7 räumlich zu begrenzen. Bei der Zaun-Übung hat der Trainer sogar x-mal betont, diese nur ganz selten zu machen.

    Ich weiß nicht, warum eine innere Haltung/Überzeugung ausschlaggebend sein soll. Das ist doch nicht "individuell auf den Hund eingehen"?

    Warum sollte sich innere Haltung/Überzeugung und individuell auf den Hund eingehen ausschließen?
    Es KANN sich ausschließen. Wenn man sein Ding einfach durchzieht und das für den Hund die absolut falsche Methode ist, dann ist das natürlich nicht so ideal und wird wahrscheinlich auch nicht funktionieren.
    Man muss schon wissen, wie man seinen Hund "nehmen" muss und was bei ihm angebracht/geboten ist. Wenn man das weiß, sucht man Wege, sich entsprechend zu verhalten. Und dahinter muss man dann eben stehen und die entsprechende "innere Haltung" haben. Da sind wir wieder beim Punkt, dass es nicht DIE Methode gibt.
    Und auch das finde ich am Leitwolfprinzip toll (sowohl in Tomasinis Buch wird es so gesagt als auch vom Trainer kommuniziert): Man soll sich auf sein Bauchgefühl verlassen und wenn man einen Weg gefunden hat, der für sich und seinen Hund passt, um Gottes Willen NICHTS ändern.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Tomasini das für sich beansprucht, als erster und einziger Mensch auf Erden auf die Idee gekommen zu sein, was es mit der inneren Einstellung und Sicherheit auf sich hat.
    Das ist ja auch völlig einleuchtend!

    Das Problem ist, glaube ich, eher, dass es viele Leute gibt, die mit 100 Methoden am Hund rum doktern aber eben nicht zu 100% dahinterstehen (können). Und dann funktioniert es auch nicht.

    Ich verstehe Dich, handhabe das ähnlich. Ich habe ein "bei mir" was dem "Fuß" ähnlich ist und nutze es immer wenn mir jemand entgegen kommt, oder auch vor uneinsichtigen Stellen. Ich glaube das "sich beschützt" fühlen setzt beim HH mehr vorraus als ein hinterher laufen, denn das kann ich trainieren, genau wie ein "hopp" über irgendwas. Und das meine ich auch mit individuell - ein hinterherlaufender Hund bedeutet erst Mal noch gar nix. Es kommt immer darauf an wie souverän der HH sich verhält und was er für den Hund ausstrahlt.

    Ein ängstlicher und unsicherer Hundehalter signalisiert seinem hinterher laufen trainiertem Hund sicherlich nicht, daß er ihn beschützt.

    Genau, die innere Haltung des HH ist das A und O. Der Mensch muss sich sicher sein in dem, was er tut. Authentisch, nicht gespielt.
    Vielleicht wirken die Videos deshalb bei ein paar Hund-Mensch-Teams etwas befremdlich. Der Mensch kann es (noch) nicht, sondern macht das unauthentisch und affektiert. DAS bringt natürlich nix, ist aber auch nicht im Sinne von Tomasini.

    Ich glaube, manche Menschen können das "Führen" von Natur aus.
    Manche können es lernen, wenn sie ihre Haltung dazu ändern und bewusster Handeln (und vielleicht die ein oder andere Blockade im Kopf lösen).
    Aber ich bin mir auch sicher, dass es manche Menschen nicht können und nicht lernen können. Bei denen werden solche "Führversuche" immer lächerlich aussehen.

    Summa summarum: Die innere Haltung und das, was der Mensch dadurch ausstrahlt, sind beim Leitwolfprinzip eins der wichtigsten Dinge.

    Mia geht auch wenn sie läufig ist schwimmen wie sie lustig ist - egal ob stehendes oder fließendes Gewässer, nur mal kurz rein oder richtig.
    Passiert ist bisher nie was und sie wird auch künftig schwimmen dürfen.