Frust muss raus, also lad' ich den mal hier ab...
Nicki konnte noch nie gut alleine bleiben. Sie hasst es und was auch immer wir trainiert und kleinschrittig versucht haben, gerne war sie nie alleine. Absolute Verlustangst. Irgendwie ein Mix aus Unwissenheit zwecks Ersthund, Differenzen in der Familie (weil jeder zu anderen Tages- und Nachtzeiten Zuhause ist) und ihrem Charakter. Hat uns insgesamt alles nicht vorangebracht. Ihr Papa (reinrassiger Akita Inu) öffnet Fenster, wenn sein Besitzer zur Arbeit aufbricht und rennt ihm 5 km die Hauptstraße nach. Auch Nickis Mama konnte noch nie wirklich alleine bleiben. Aber irgendwie hatten wir es nach 3 Jahren geschafft, dass sie durch viel Routine und ein paar Rituale zumindest nicht mehr die Nachbarschaft zusammengebrüllt hat und das bisschen, was sie alleine bleiben muss, ganz entspannt meistert. So ging das jetzt 5 Jahre. Ich bin zwischenzeitlich ausgezogen in eine Wohnung (vor 2 Jahren), keine 2 km entfernt. Hier ist an alleine lassen nicht zu denken, neben meinem Vollzeitjob habe ich keine Zeit, das nochmal korrekt anzugehen. Und dafür ist ein Mehrparteienhaus aus eher ungeeignet.. Meine Eltern sitten aber beide Hunde sowieso immer, wenn ich in der Arbeit bin, also lief das auch so weiter. Sie muss nur alleine bleiben, wenn meine Mutter oder derjenige, der am Vormittag Zuhause ist, Einkäufe erledigt, einen Termin hat... und so auch am Nachmittag. Meine Eltern arbeiten Gegenschicht. In Summe sind es vielleicht 3-5 Stunden in der Woche, aber schon regelmäßig.
Und diese Regelmäßigkeit hat es jetzt natürlich dank Corona komplett umgeschmissen. Meine Schwester, die sonst bis Nachmittag in der Schule war, saß monatelang den ganzen Tag Zuhause und das war Frau Hund sehr angenehm. Welche Termine meine Eltern auch immer zu erledigen hatten, es war ja noch die Schwester da. Mit einem kleinen Drama, jetzt, wo es wieder normal läuft, hatte ich gerechnet... aber dass es so 'ne Krise wird 
Sie hat plötzlich rausgefunden, mit 9 Jahren!!, dass sie die Haustür aufbekommt. Unsere Haustüre hat es komplett verzogen (schon länger bekannt), wir warten aktuell mit langer Lieferzeit auf eine neue und sollten die jetzige nicht mehr abschließen, weil sie sich dann evtl. nicht mehr öffnen lässt. Die ersten 2, 3 Wochen nach Schulstart gab es komischerweise auch gar kein Problem, erst seit letzter Woche dreht sie wieder am Rad. Sie stand jetzt 4x im Hof, als sie vielleicht 20-30 Minuten alleine gelassen wurde. Meine Yorkerine hat derweil brav im Wohnzimmer gesessen. Wir wohnen zum Glück in einer Spielstraße, aber ist natürlich trotzdem sch****. Heute dann nicht mehr nur im Hof gesessen, meine Mama hat sie den Nachbarn abgenommen, die sie auf dem Nachhauseweg mit ihrem Labbi begleitet hat. Sie muss wohl suchend, jaulend und jammernd durch unser Wohngebiet geirrt sein. Dieser Hund 
Jetzt stellen wir nachher die Türklinke senkrecht, aber ich bezweifel, dass sie das nicht auch schafft... sonst absperren auf gut Glück. Bei der neuen Türe müssen wir jetzt Drehknopf wählen, hilft ja nichts.
Sie tut mir leid, aber gleichzeitig macht es mich auch sauer und müde. Es gibt und gab nicht ein anderes Problem mit diesem Hund in 9 Jahren, aber das ist Dauerbrenner und erschwert einem das Leben und die Dinge, die ohne Hund stattfinden, so ungemein... 