Beiträge von straalster

    Seid froh, dass es bei euch Worte sind. Wenn Jin denkt, dass etwas ansteht (Gassi, Futter, wegfahren...) dann springt sie auf, wenn ich "falsch" atme oder mich "falsch" bewege :ugly:

    Ist aber auch so etwas... speziell, wenn du am Telefon nicht mehr sagen kannst "bis gleich" oder "bis dann" weil dein Hund wie von der Tarantel gestochen aufspringt und am liebsten selbst die Tür aufmachen will, denn bis gleich bedeutet, da kommt jetzt jemand. Und dann musst du ihm versichern, dass da jetzt niemand kommt "Franz, kommt keiner, wir telefonieren dann nur nochmal." weil er nämlich sonst nicht wieder von der Tür weggeht.

    Mir wurde ja immer zugesichert, dass Hunde keine ganzen Sätze verstehen. Nur den Hunden hat das keiner gesagt...

    Oder bei meiner Oma. Hat so das eine oder andere Lebensmotte. Ordnung ist das halbe Leben. 5 Minuten vor der Zeit, ist die rechte Pünktlichkeit. Alltag war bei ihr lange Zeit minutiös durchgetaktet. 11:30 Mittagessen. 16:00 werden die Hunde gefüttert. 22:00 geht es ins Bett. Und zwar jeweils PUNKT 11:30, 16:00 und 22:00 Uhr. Nicht 16:01 oder 16:05.

    Joah, jetzt hat sie einen Terrier-Mix, der darauf besteht, PUNKT 16:00 gefüttert zu werden und PUNKT 22:00 Uhr ins Bett zu gehen. Nix da mit Oma kann noch ihre Serie zu ende schauen oder bis 22:15 einen Film sehen. Der wird da echt fuchsig. Theoretisch könnte er ja zumindest alleine ins Bett gehen. Aber nein. Der steht echt 22Uhr auf der Matte, rennt zwischen Schlafzimmer und Oma hin und her, bis sich Madame dann endlich mal bewegt und mit ins Bett geht und dann rumningelt, dass sie schon wieder das Filmende verpasst hat xD

    Bestimmte Worte darf man in Gegenwart meiner Hunde nicht sagen. Das Wort "raus" z.B. weil dann alle zur Tür rennen.

    Wir umschreiben das also, buchstabieren es oder drücken es irgendwie anders aus. "Nicht drinnen" "R-A-U-S" "Müsst ihr dann noch, du weißt schon, das Wort, das man nicht sagen darf" etc.

    Telefoniere gestern mit Lautsprecher.

    Gesprächspartner: "Konntet ihr denn nochmal r-a-u-s, bevor es zu böllern anfing?"

    Alle Hunde rennen zur Tür.

    Ich: Shit

    Er: Fuck...aber wir wussten, dass dieser Tag kommen würde. Jetzt können sie buchstabieren...

    Hat hier irgendwer eine Idee, wie man das vermarkten kann? So Lernprogramme für Hunde oder dergleichen?

    Weil man das häufig folgende Elend nicht sieht, nicht hört und sich nicht drum kümmern muss? Aber Hauptsache, man war nett... Und Hauptsache, man gesteht dem Menschen mehr Fehler, Unzulänglichkeiten und Respekt zu, als einem hilflosen Hund.

    Ich denke, man muss sehr aufpassen, dass man sich nicht in der Bubble, in der man sich bewegt, verliert und dann auf alle schließt. Ich habe z. B. berufsbedingt sehr viel mit straffälligen Menschen zu tun und da kann es leicht passieren, jeden, der in dieses Profil passt, als potentiellen Straftäter zu sehen. Die ganze Welt ist plötzlich voller (potentieller) Straftäter. Aber so ist es nicht. Man muss sich immer wieder bewusst machen, dass das nur ein Bruchteil vom Ganzen ist, den man selber halt - durch diverse Umstände - verstärkt sieht. Es sind nicht alle so.

    Man kann es auch sachlich formulieren, dass da grad was gewaltig schief geht oder Fehler gemacht wurden. Wie schon gesagt, die Person kann nichts dafür, dass sie die 127. Person ist, bei der was schief läuft, ob nun selbstverschuldet oder nicht. Und nein, ich meine damit nicht, dass man Kritik nicht klar sagen kann. Aber man kann es sachlich formulieren oder halt draufhauen.

    Von dem abgesehen, dass nicht alles zum Scheitern verurteilt ist, was auf dem ersten Blick so scheint.

    Ich verliere mich da nicht. Ansonsten würden hier über 100 Tiere sitzen. Stattdessen hab ich aber gut über 100 weitervermittelt. Zuletzt an eine taubstumme Frau über 70 mit über 50 Jahren Tiererfahrung und gesunder Einstellung (mit Familie als Unterstützung, nach Abklärung, dass da im Fall der Fälle ein Netz vorhanden ist - und dafür hab ich im Forum auch Kritik erhalten, denn die Frau hört ja nicht, wenn mit dem Tier was ist...) und an eine alleinerziehende Mutter, mit zwei Kindern, bereits drei vorhandenen Hunden, vier Katzen, Hühnern und Meerschweinen. Den Tieren geht es da super.

    Den Anspruch an Perfektion stelle ich nicht. Ich stelle aber den Anspruch, dass sich jemand schon Gedanken gemacht hat und die grundlegende Voraussetzung mitbringt, nämlich dem Wissen, dass es sich um ein Lebewesen handelt. In diesem Fall um ein Raubtier. So richtig mit Zähnen, Atmung, Sexualtrieb, Ausscheidungen, Stimme, Grenzen, Angst, Fell und eigenem Willen.

    Das Folgende ist nicht an dich gerichtet:

    Ich werde hier dafür verurteilt, dass ich bei den gegebenen Anforderungen ein Stofftier empfohlen und darauf hingewiesen habe, dass auch die Fellpflege im FCI 9 eine Belastung darstellen kann. Wie viele Beiträge waren das doch noch gleich von meiner Gesamtzahl? Ach ja: nicht mal ein Prozent.

    Es wird mit mir aber deutlich strenger ins Gericht gegangen, als mit Menschen, die sich unbedacht ein Lebewesen zulegen wollen. Wortwahl gegenüber ihnen: Na also da muss man Nachsicht haben. Wortwahl gegenüber mir: Wie kannst du nur?! Deine Erfahrung zählt nicht. Emotionen und Wissen sind außen vorzulassen.

    Manche werden arg schnippisch und beleidigend. Andere wollen mich ins Lächerliche ziehen.

    Wer dann mal meine Beiträge (mehr als zwei bis drei) durchliest, dürfte feststellen, dass ich durchaus bemüht bin, abzuholen und zu helfen. Aber eben nicht auf Teufel komm raus zu einer Rasse oder einer gewissen Art Hund rate, wenn die Basis für egal welchen Hund, nicht vorhanden ist.

    Und ich finde es anmaßend bis gefährlich, immer wieder Rassen zu empfehlen, von denen man selbst keine Ahnung hat. Nicht, weil die ach so special und gemeingefährlich sind - was mir ja ebenfalls unterstellt wurde. Nein, schlicht und einfach, weil manche Sachen nicht bedacht werden. Bleiben wir mal bei Kategorie FCI 9. Wird immer wieder empfohlen. Und zwar häufig von Leuten, die die irgendwo in der Nachbarschaft haben. Selbst kennt man sich aber nicht mit der Fellbeschaffenheit, typischen Prädispositionen und den ganz normalen Fallstricken der Haltung aus. Die sind halt klein und lieb. Easy peacy, bekommt jeder gebacken. Das scheint bei vielen die Leitlinie zu Empfehlungen zu sein, ohne, dass erforderliche Wissen oder die notwendige Erfahrung.

    Keine Rückläufer beim Züchter kann schlicht andere Ursachen haben. Rücknahme wird versprochen, dann aber bitte gegen Aufpreis. Schließlich muss der Hund, der dann eh wieder verkauft wird, ja zwischenzeitlich durchgefüttert werden (wird aber dennoch mehrfach verkauft).

    Manche trauen sich nicht, beim Züchter wieder aufzudauzen.

    Andere verkaufen den Hund direkt wieder - der hat PAPIERE!!!

    Und dann gibt es ebenso Züchter, die über Anzeigen oder Fernsehen erfahren, dass eins ihrer Tiere im Tierheim sitzt. Obwohl sie das sofort übernommen hätten. Also nur weil ein Züchter keine Rückläufer hat, sagt das nix über die Seriosität aus.

    Also kann man vernünftigen Menschen keine kleinen Hunde empfehlen, weil die könnten diese nicht pflegen?

    Wer sagt das denn?

    Aber das ist einer der Punkte, die gerne unterschätzt werden.

    Und in meinen Beiträgen geht es doch bei weitem nicht nur um die Pflege. Es geht insgesamt um den Aufwand, der betrieben werden muss. Um Rücksicht, Einschränkungen und schlicht und einfach das Bewusstsein für ein anderes Lebewesen.

    Wenn ich da basierend auf meinen Erfahrungen rauslese, dass dieses Bewusstsein nicht vorhanden und Zeit Mangelware ist (ist z.B. bei drei jungen Kindern eine logische Schlussfolgerung) warum verharmlosen, schönreden und Anschaffung befürworten?

    Ich glaube bei keinem der Hunde, die ich aufgenommen habe, wo ich erstmal den Genital- und Analbereich freischneiden musste, damit sich der Hund überhaupt lösen kann, dass der Halter da mit der Einstellung rangegangen ist: Den lass ich mal so richtig schön verwahrlosen. Aber so richtig richtig

    Nur war dann eben die Zeit zu knapp. Der Hund fand das nicht gut /hat sich das nicht gefallen lassen. Dann war es zu peinlich zum Groomer zu gehen. Und dann hat man Tiere, wo unter der Filzplatte "unbemerkt" der Schwanz abgefault ist.

    Geht es dir und allen, die das durch Likes betont haben, jetzt besser nach dem Bashing?

    Mal ordentlich Dampf abgelassen, weil ich nicht eingeknickt bin?

    Dabei war doch Abholen so wichtig. Und nett formulieren. Wenn man nix Sinnvolles beitragen kann, bitte auf die Finger setzen.

    Direkt gefolgt von einem derartigen Ausbruch, in dem du gegen alles verstößt, was du ein paar Seiten zuvor postuliert hast.

    Verurteilt werde ich, weil ich bei fast 7.000 Beiträgen in sehr wenigen mal direkt geworden bin. Und das Verurteilen passiert ausgerechnet durch die User nicht zu knapp, die Verurteilen verurteilen. Ironie hoch zehn.

    @Langstrumpf natürlich können sich Menschen verändern. Aber das ist ein Prozess, der länger als fünf Minuten oder ein paar Seiten benötigt.

    Ich muss dabei an all die Threads denken, in denen das ultimative Problem bestand. Hund quasi schon kurz davor, den Halter zu fressen, währenddessen die Weltherrschaft an sich zu reißen und globale Diktatur einzuführen. 30 vage Tipps bzw. 30 Wiederholungen mit gleichem Tipp und damit drei Seiten später ist das Problem vermeintlich sofort gelöst und der Hund verhält sich wie ein Deckchen. Darauf folgen 30 Wiederholungen von "aaawww, wie schön". Alle klopfen sich selbst auf die Schulter, denn man hat mit dem eigenen Post, der so ziemlich die gleiche Wortwahl wie der Vorherige enthielt, Leben gerettet, Leben verbessert und überhaupt einen krassen Beitrag geleistet. Nur, dass der TE den Hund dann doch abgibt und an der Stelle kommen so Leute wie ich ins Spiel.

    Die den Hund aufnehmen, oftmals nicht bei Null, sondern bei minus 100 anfangen, und gelinde gesagt den ganzen Mist, den andere verzapft haben, wieder hinbiegen. Und das nicht mit einem Post. Sondern im echten Leben mit echter Arbeit.

    Scheren unter Narkose, weil hoppala, so hatte man sich die Fellpflege nicht vorgestellt. Absammeln von Maden aus Geschwüren. Mit der Trennscheibe auf dem Dremel Krallen kürzen - zu dritt, weil es anders nicht mehr geht und der Hund keinen schmerzfreien Schritt machen kann. In Kleinstarbeit Maulkorb aufziehen. In Kleinstarbeit halbwegs Leinenführigkeit aufbauen. In Kleinstarbeit bewerkstelligen, dass der Hund sich nicht bei jedem Reiz selbst bepinkelt oder zukotet.

    All das gibt es zur Genüge. Und das sind nur die Hunde, die aufgrund derlei Probleme nicht direkt eingeschläfert werden.

    In Anbetracht aller dieser Sachen, nochmal die Frage: Warum jemandem einen Hund empfehlen, sogar noch eine Rasseberatung durchführen, wenn bereits hundetypische Charakteristika nicht gewünscht oder händelbar sind? Weil man das häufig folgende Elend nicht sieht, nicht hört und sich nicht drum kümmern muss? Aber Hauptsache, man war nett... Und Hauptsache, man gesteht dem Menschen mehr Fehler, Unzulänglichkeiten und Respekt zu, als einem hilflosen Hund.