Für mich ist das vor allem ein "Problem", das in der Sprache und deren Wandlung sowie dem Zusammenspiel mit Konnotation besteht.
Im nicht näher begrenzten Früher waren Tiere (und das sind sie auch heute noch) Objekte, Ware, Besitz oder aber Lebewesen geringeren Grades. Also wird entsprechend abwertend über sie gesprochen.
Zeigt sich auch darin, dass ich nach wie vor korrigiert werde, wenn ich Begriffe wie Essen und Trinken statt Fressen/Futter und Saufen verwende. Es muss halt für manche ganz klar unterschieden werden, ansonsten "vermenschlicht" man die Tiere oder hebt sie auf ein Level, auf das sie nicht gehören.
Ein Großteil dieses Vokabulars stammt aus eben einer Zeit, als Tiere eine Sache waren. "Gebäude" z.B. - das ist ein Objekt. Ebenso könnte ja Körperbau oder Bewegungsapparat gesagt werden und damit anerkannt, dass es sich um ein Lebewesen handelt.
Das zieht sich durch unheimlich viele Bereiche. Bei Menschen ist es eine Autopsie, bei Tieren eine Nekropsie. Warum diese Unterscheidung? Bei Tieren ist es Kot, bei Menschen Stuhl. Beides ist Kacke - ein Stoffwechselendprodukt. Aber sogar dabei wird eine ganz klare Linie gezogen, um das zu distanzieren. Für mich ergibt das keinen Sinn.
Ich mag es auch nicht, wenn jemand sagt "Deine Hunde sind dein Hobby". Nein, sind sie nicht. Sie sind Familienmitglieder, mit denen ich gemeinsame Hobbies habe. Die sind kein Puzzle, das ich mal mache, wenn ich Lust darauf habe. Oder ein Instrument, das ich in die Ecke stellen kann, wenn ich gerade keine Zeit habe.
Adopt, don't shop macht für mich auf vielen verschiedenen Wegen Sinn. Als Ursprung, um darauf hinzuweisen, dass auch in den Sheltern/Heimen viele Tiere sitzen (und in einem Heim adoptiert man nun mal - ebenso wie bei Kindern). Um von Shops Abstand zu nehmen, in denen man shoppt/kauft. Beides kann absolut unüberlegt sein. Keine Frage.
Aber der Ursprung ist nun einmal: Viele unüberlegte Käufe, die dann zu einem großen Teil im Shelter landen und dort eingeschläfert werden, weil der Platz nicht reicht, während "Züchter" (Puppymills) lustig nachproduzieren unter extrem widrigen Umständen für die Tiere und sich dabei ne goldene Nase verdienen. Es war und ist ein Versuch, Leid und Tod zu vermeiden.
Wird es die absolute Lösung sein? Vermutlich nicht. Aber ein bisschen Bewusstsein hat es doch geweckt.