Beiträge von straalster

    In solchen Situationen wäre vielleicht auch eine Notiz am Autofenster hilfreich. Egal ob Minustemperaturen oder Hitze. (Heizung läuft, Klimaanlage ist an, bin dann und dann zurück)

    Ob es den Hunden gut geht oder nicht, ist für fremde Menschen eben manchmal nur schwer zu beurteilen. Und ich kann das verstehen. Man sieht eingesperrte Hunde, hat dazu schon genug Horrorgeschichten gehört - dann lieber einmal mehr Hilfe rufen, als einmal zu wenig. Vor allem, wenn man eben nicht einschätzen kann, ob die Hunde gerade nur aufgeregt sind, weil jemand am Auto steht, oder aus anderen Gründen. Zittern und winseln sie, weil sie frieren und raus wollen - oder weil sie einfach eingesperrt sein nicht mögen, oder oder oder.
    Auch ein augenscheinlich ruhig und desinteressiert im Auto liegender Hund könnte ja ein Problem haben und eigentlich apathisch sein.

    Das ist von außen wie gesagt sehr schwer zu beurteilen.

    Auch in deinem Beispiel, @SophieCat - was waren es denn für Hunde? Wie lange saßen die da? Wie hat der "Finder" das Ganze interpretiert? Ich finde es sehr schwer von außen und mit wenigen Infos zu beurteilen, ob es übertrieben ist, die Polizei zu rufen oder nicht.

    Man sieht ja auch nicht unbedingt, ob da unter der Decke noch ein Wärmepad liegt, der Innenraum vorher nochmal richtig aufgeheizt wurde usw. Und man weiß auch nicht, wie schnell der Innenraum des Autos auskühlt. (Bei meinem geht das sehr schnell)

    Klar, als fürsorglicher Halter hat derjenige vielleicht alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Aber das sieht ein besorgter Passant eben nicht. Der sieht vielleicht: Ich frier mir schon dick angezogen den Arsch ab und da drinnen sitzen Lebewesen, die nicht mal eben aus dem Auto rauskommen.

    Stress kann natürlich eine Rolle spielen in diesem Fall. Aber das Tröpfen passiert meines Wissens nach nicht unbedingt aus Stress. Kann natürlich sein, wenn sie dabei erregt ist - wirkt sie dann aufgeregt oder passiert das einfach nebenbei beim Laufen?
    Es gibt ja Hunde, die zum Beispiel bei Begrüßung oder anderer Aufregung Urin "verlieren".

    Es könnte sein, dass da die Muskulatur schwächelt und sie dann versucht, die Lache zu verstecken. Die Hündin meiner Mutter hat sogar im Schlaf unter sich gemacht. (Sehr früh kastriert)
    Meine Goldie Hündin hatte Blasenkrebs und der ist das in Bewegung und Ruhe sehr oft passiert, dass sie plötzlich die Kontrolle über die Blase verlor.
    Meine Shih Tzu Hündin hatte Harnruhr, die sich lange sehr unterschiedlich äußerte.

    Was ist Babette denn für eine Rasse und wie alt ist sie? Wann wurde sie kastriert?

    @Junivera und @37mara73: Danke für eure Beiträge.

    Genau so etwas wie bei dir meinte ich, Junivera. Das geht mir zum Teil eben ab, weil ich diese Prägung und diese Erfahrungen nicht habe. Daher finde ich es schön und wichtig, diese Erfahrungen zu hören.

    Ich hab meine Ur-Oma über mehrere Jahre betreut und gepflegt, weil sie Schlaganfälle hatte und einiges nicht mehr selbst besorgen konnte. Wir haben uns Wohnungen nebeneinander gesucht, damit ich für sie da sein kann. Ich hab durch diese Erfahrung ein ganz anderes Verhältnis zu älteren Menschen, als andere. So wie eben jeder Mensch seine eigenen Erfahrungen hat und dadurch geprägt wird. Ich kann nicht alle Erfahrungen selbst machen. Dadurch finde ich es eben schön, wenn jemand seine Erfahrungen mit mir teilen mag.

    @37mara73: Wie kommst du von fremden Menschen auf Untermenschen? Das finde ich schon einen ganz schönen Sprung.

    Vor allem, da ich hier gerade wildfremde Menschen nach ihren Meinungen und Erfahrungen und Einstellungen frage, weil sie mich interessieren.
    Die Unterscheidung zwischen Familie, Freunden, Bekannten und Fremden gibt es nun einmal. Formal und emotional. Die Welt ist kein großes Dorf, wo jeder den gleichen emotionalen Wert für mich hat. Mir geht es mehr an die Nieren, wenn einem Nachbarn etwas zustößt, als einem Wildfremden. War der Wildfremde deswegen weniger wert, besser, schlechter als mein Nachbar? Keine Ahnung. Aber den einen kenne ich, von dem weiß ich vielleicht, dass er Sonnenblumen mag, seine Enkel liebt und Angst vorm Alleinsein hat. Von dem Wildfremden eben nicht. Noch krasser wird es bei der eigenen Familie.

    Deswegen finde ich es trotzdem auch schlimm, wenn jemandem, den ich nicht kenne, etwas zustößt.

    Vielleicht nicht der schönste Vergleich aber irgendwie passend:

    Das ist ein bisschen wie der Aufbau eines Spinnennetzes. Für mich ist meine Familie im Zentrum und wir haben extrem viele Verbindungen zwischen uns. Haben die ein Problem und fangen an zu zittern, spüre ich das somit am stärksten. Die sitzen mir nun einmal am nächsten, ich hab die meisten Bindungen zu ihnen.
    In den äußeren Bereichen werden die Verbindungen weniger und sind weiter auseinander. Wenn da etwas zittert, spüre ich das immer noch. Aber eben nicht so stark, wie bei den Wesen, die mir nahe stehen.

    Deswegen spreche ich doch anderen nicht ihre Würde oder ihren Wert ab und mache sie schon gar nicht zu Untermenschen.

    Aha, jetzt stehen also vllt. doch mal in anderen Situationen fremde Menschen über einem Tier? :???:

    Zuerst ist es eben nicht ein Tier, es ist mein Tier. Mit Bindung und ganz direkter Verantwortung, die ich für dieses Wesen übernommen habe.
    Das ist für mich tatsächlich wie die Frage: Würde ich zuerst Fremden helfen oder meinen Kindern, meinen Verwandten, meinen Freunden? Für mich ist meine Antwort da klar. Hat meine Meute nur einen Kratzer abbekommen aber der Fremde liegt schwer verletzt da - dann verbinde ich nicht zuerst den Kratzer, nur weil es einen meiner Verwandten betrifft. Sofern ich dazu überhaupt in der Lage bin.

    Und ja, ich kann mir Situationen vorstellen, wo ich anders reagieren muss oder nur anders reagieren kann. Wie ich jetzt schon mehrfach sagte: Für mich kommt meine Familie an allererster Stelle. Inklusive Tieren. Vor allen anderen und ich setze ganz egoistisch oder wie auch immer das gesehen werden mag, meine geliebten Wesen vor Fremde. Auch wenn die Fremden Menschen sind. Weil mir da meine Bindung und meine Verantwortung für diese Wesen wichtiger sind. Das heißt aber nicht, dass ich für andere keinen Finger krümme, wenn es mir möglich ist.

    Ich geh "das andere" auch noch suchen bei Gelegenheit

    "Musst" du nicht. Ist nur eine Wiederholung des nochmal Geschriebenen.

    Du schaust ja dann auch zuerst nach deiner Familie samt Tieren, wenn ich das richtig verstehe?

    In den zum Glück wenigen Situationen, in denen ich damit bisher konfrontiert war, war das nicht anders. Ich hab auch anderen geholfen aber mich zuallererst eben versichert, dass es meine Meute gut geht. Das find ich eben auch natürlich / instinktiv. Da hab ich nicht drüber nachgedacht.
    Und in anderen Situationen sähe es vielleicht anders aus.

    Kann man diese Sichtweise verurteilen? Nein - ich finde, sie ist verständlich - auf Grund der gemachten Erfahrung.

    Genau das!
    Ich verurteile das auch nicht. Aber es gibt eben einen Unterschied beim Verständnis:

    Ich sehe, da überfüttert jemand seinen Hund. Weiß nicht, aus welchem Grund. Da tendiere ich ganz offen eher zu eine negativen Sichtweise. Tut dem Hund ja nicht gut.

    Dann erfahre ich, warum derjenige das macht. Und DANN verstehe ich das zum einen und zum anderen kann man ganz gezielt eine Lösung suchen, die das Bedürfnis des Menschen erfüllt und zugleich gesünder für den Hund ist. Also in dem Fall hochwertigere aber kalorienärmere Speisen. Selbst kochen, anstatt fertiges Zeug kaufen usw.
    Denn der Mensch will ja nicht, dass daraus Probleme entstehen. Er möchte dem Tier was Gutes tun! Nur geht das auf andere Art und Weise vielleicht besser. Dazu muss aber erst einmal die Motivation dahinter verstanden werden.


    Nein, das sollte nicht in diese Richtung gehen. Die Extreme gibt es natürlich aber ich glaube nicht, dass es allen Hunden bzw. Tieren bei "ist doch nur ein Tier"- Haltern automatisch schlecht geht, sie vernachlässigt oder gar misshandelt werden.

    Ich finde das Thema einfach interessant, wie Menschen Tiere sehen oder welche Einstellungen es gibt.

    Wenn ich etwas oder jemanden abwerte, erwarte ich von dieser Sache oder diesem Wesen extrem wenig. Wenn ich jemanden als dumm abstempel, erkläre ich es ganz besonders einfach und "idiotensicher".
    Gerade bei Menschen, die "nur" ein Hund abwertend meinen, erlebe ich es aber teilweise genau andersherum. Das ist dann eben nur ein dummer Hund, der aber bitte schön Gedanken lesen soll - so zum Beispiel:

    Hund rennt offline übers Feld. Halter brüllt den Namen. Nur den Namen. Hund bleibt stehen, nimmt Blickkontakt auf. Es folgt kein Kommando, keine Aufforderung. Halter beschwert sich, dass der Hund doof ist und nicht hört. Äh?
    Was der Hund machen sollte, hat der Halter ihm ja gar nicht gesagt. Der hat nicht "Komm" oder "Hier" gesagt. Also theoretisch hätte der Hund sich aussuchen können oder eben Gedanken lesen müssen, was er jetzt machen soll. Sitz, Platz, im Kreis hüpfen...

    Da renne ich gedanklich gegen eine Wand. Wenn der Hund doch bekanntermaßen dumm und nur ein Hund ist, muss ich meine Kommunikation doch erst recht idiotensicher machen.

    Das ist der eine Aspekt, der mich dabei beschäftigt und interessiert.

    Einer der anderen ist Liebe vs. nur ein Hund / Tier.

    Wie du ja weißt, @Vinimaus, kenne ich da Extreme. Angeblich geliebtes Tier, das langsam vor den Augen von drei Erwachsenen vor sich hin verwest und nicht zum Tierarzt gebracht wird, z.B.

    Aber das gibt es eben auch wieder in vielen, vielen Abstufungen.

    Da gibt es den Terrier der Nachbarn, der "aus Liebe" vollgestopft wird und Diabetes entwickelt. Oder den von @CH-Troete erwähnten Dackel, der es nicht mehr aufs Sofa schafft.

    Da gibt es den Hund meiner Oma, der ganz schreckliche Angst vor allem hat und angeblich keine Treppen steigen kann - also sollte er am besten so wenig wie möglich rauskommen und immer getragen werden. Der Knallkopp braucht halt bei neuen Sachen seine zehn Sekunden aber dann ist alles gut und er ist ein stolzer und selbstsicherer Fellnaserich.

    Da gibt es die Einstellung, dass im Notfall zuerst Fremde gerettet werden und der Hund ganz zuletzt kommt.

    Oder das Füttern von Astronautennahrung. (ich weiß, ich trete damit gerade potentiell Leuten auf die Füße aber lest bitte für die Erklärung weiter)

    Das weicht eben alles von meiner Einstellung ab und ich finde es interessant, die Gründe dafür zu erfahren und damit mein Verständnis erweitern zu können.
    Meine Ur-Oma hat Tiere gerne fast schon gezwungen, sich zu überfressen. Als Mutter im Krieg war Nahrung für sie ein verdammt hohes Gut. Satt sein. Übersättigt sein sogar - purer Luxus und für sie selbst lange Zeit unvorstellbar. Sie hat aus ihrer Sicht den Tieren damit etwas gegönnt und das war aufgrund mehrerer Schlaganfälle auch einer der wenigen Möglichkeiten, ihre Liebe ganz direkt und aktiv auszudrücken.

    Meine Oma, Kriegskind, ist stark von Angst beherrscht. Das möchte sie für ihren Hund nicht, also vermeidet sie alle Situationen, in denen er unsicher / ängstlich wirkt.

    Bei dem "Fremde vor meiner Familie / inklusive Hunde" hab ich noch kein Verständnis. Hat mir noch keiner emotional erklären können. Für mich sind sie eben Familie und damit kommen auch die Hunde und Katzen vor fremden Menschen. Weil ich zu ihnen eine Bindung habe. Klar ist das auch wieder situationsbedingt. Aber ich weiß von mir, dass meine Aufmerksamkeit in Notsituationen zuallererst zur Familie geht, bevor ich mich um Fremde kümmere. Find ich für mich auch logisch - ich liebe meine Tiere. Also haben sie für mich einen anderen Stellenwert als Wildfremde. Auch wenn die Wildfremden Menschen sind. Das ist bei mir "Familienmitglied versus irgendso ein Typ". Klingt für viele bestimmt kaltherzig.

    Astronautennahrung / Trockenfutter und Mäkeln - auch wieder mein Tick. Ich versorge und füttere gerne. Ich koche gerne für andere. Mir selbst hängen Sachen schnell zum Hals raus und ich hab oft Magenprobleme. Wenn mir jemand sagt oder vermittelt "ess ich nicht (mehr)" ist das daher für mich verständlich und kein Problem. Dann biete ich halt was anderes an. Für mich ist es eben ganz wichtig, dass mit Appetit gegessen wird. Das es mehr als Nahrungsaufnahme ist.
    Aber dann gibt es eben Hunde, die vertragen nur Trofu. Und es gibt Menschen, die haben keine Zeit für was anderes oder können sich halt eher hochwertiges Trockenfutter leisten, als Nass, Barf oder gekocht. Kann ich verstehen. Find ich nicht supertoll aber mit der entsprechenden Erklärung kann ich es verstehen.