Beiträge von straalster

    In Tierheimen arbeiten halt auch nur Menschen - und Menschen sind ja leider nicht alle gleich intelligent. Vor ein paar Monaten ging mal ein Fall durch's Netz, wo ein Tierheim einen ausgebildeten Jagdhund (Deutsch Drahthaar) von einem verstorbenen Jäger übernommen hatte, diesen aber ausdrücklich nicht wieder an Jäger vermitteln wollte, weil die Tierheimleiterin Jagdgegnerin war.

    Ich kann verstehen, dass nicht alle Jagd toll finden, aber einem Hund, der dafür lebt, aus persönlichen Gründen das Leben zu versauen, finde ich sehr egoistisch. Dazu kommt noch das Leben der Nichtjäger, die sich mit einem Hund vergnügen dürfen, der komplett frustriert und extrem triebig ist. :ka:

    Wie ist das dann eigentlich, wenn ein Jagdhund in Rente geht? :???:
    Darüber hab ich mir noch nie Gedanken gemacht.

    Die Tierheime hier in der Nähe sind teils auch etwas schwierig.
    Eins hat meiner Tierärztin keinen Hund vermitteln wollen, soweit ich weiß ohne Begründung. Sie hat Haus, Garten, keine kleinen Kinder mehr im Haus, war mal Züchtern. Andererseits haben sie aber einer Frau mit Problemen beim Gehen und Bücken, die ohne Fahrstuhl im zweiten Stock wohnt, einen Hund vermittelt, der kaputte Knie hat und die Treppen getragen werden müsste - was sie aber nicht kann.

    Mein Tierarzt hat immer mal medizinisches Futter ins Heim gebracht. Der wurde wohl nur angepatzt und als er fragte, ob man mit Leuten, die helfen möchten, nicht vielleicht ein bisschen höflich umgehen könnte - nö, sie sind ja nicht darauf angewiesen.

    Falls es auch mal jemandem so geht:

    Die Mädels hier waren gerade nacheinander läufig (hat sich sogar ein wenig überschnitten) und
    meine weiblichen Katzen waren in der Zeit sehr anhänglich mir gegenüber, untereinander aber etwas auf Krawall gebürstet. Ich hatte mich ja gewundert, ob das wirklich "nur" an den Läufigkeiten liegt.
    Jetzt sind die Mädels endlich fertig und Tatsache: Die Katzen sind wieder normal. Also, so normal wie die drei Verrückten eben sein können.

    (Endlich kann ich mich wieder setzen, ohne sofort drei Katzen auf mir und an mir hängen zu haben. :applaus: )

    Nun ja, ich hatte geschrieben inkl. Gewaltandrohung. Egal, ich will mich auch gar nicht aufregen. Am Ende ist nichts passiert, aber das war halt einer der Situationen die kein Mensch braucht im Leben. Hätte kein Zettel im Auto gelegen, hätte wahrscheinlich gar keiner gemerkt dass hinten im Kofferraum/Rückbank Hunde schlafen.

    Das hab ich gelesen aber nicht gedacht, dass es soooo heftig war.

    Schade, denn man weiß ja nie, wie viele Menschen diese Notiz abhält. Es fallen ja leider nur solche unnötigen Reaktionen auf.

    Möchte übrigens nochmal betonen, dass ich nicht missionieren will. Ich versuche nur, die "Gegenseite" zu verstehen. Da gibt es mit Sicherheit Leute, die das einfach mal als Gelegenheit nutzen, sich als Retter darzustellen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das auf alle oder auch nur den Großteil zutrifft. :ka:

    Und zu dem Glauben, dass der Hundehalter schon weiß, was er macht, seinem Hund zumuten kann und nur sein Bestes will... den hab ich nicht generell. Da fallen mir zu viele extrem übergewichtige Hunde ein. Solche, die wahnsinnig verfilzt und mit viel zu langen Krallen rumlaufen. Nicht zum Tierarzt kommen, draußen vergessen werden, die natürlich nie frieren, weil sie ja Hunde sind und die Halter Hundemäntel albern finden aber kein Problem damit haben, ihrem Vierbeiner beim Schlottern zuzugucken...

    Deswegen muss ich nicht jedem gleich das Allerschlechteste unterstellen aber man hat eben auch nicht immer die Gelegenheit, nachzufragen und ich gehe durch meine Erfahrung auch nicht in jedem Fall automatisch vom Allerbesten aus.

    Hm... weil du etwas von sterben ins Spiel gebracht hast? Man sollte bei seiner Argumentation schon irgendwie in einem gewissen Rahmen bleiben. Das hat sonst etwas von den Leuten die bei allen möglichen unpassenden Gelegenheiten "aber wenn nächstes Mal ein Kind?" einwerfen.
    Ja, wenn die Option ist das da jemand stirbt oder nachhaltig geschädigt wird, dann kann ich besser ein Mal mehr als weniger hin schauen. Aber auch einem nicht Hundekenner wird doch wohl klar sein, dass ein Hund in einer geschützten Umgebung in unseren Breitengraden eher nicht erfriert. Wenn du da andere Informationen hast, dann würde mich das schon brennend interessieren.

    Ich soll dir jetzt wirklich erklären, wie ein Lebewesen bei Minusgraden erfrieren bzw. sterben kann?
    Okay.

    Hypothermie setzt ein (dazu braucht es übrigens keine Minusgrade, dafür reichen schon niedrige Temperaturen), wenn der Körper mehr Wärme abgeben muss, als er produzieren kann, um die Körpertemperatur zu erhalten. Stoffwechsel und Durchblutung der Extremitäten werden zurückgefahren. Das Kreislaufsystem wird gestört.
    Reicht das?

    Dazu braucht es wie gesagt nicht einmal Minusgrade. Es ist eine Frage der Zeit, des Schutzes und Gesamtzustandes des Hundes.
    Natürlich geht das bei einem Chihuahua wahrscheinlich schneller als bei einem gut in sein Fell eingepackten Wolfsspitz. Und natürlich bietet eine Auto einen gewissen Schutz. Aber auch darin wird es mit der Zeit kalt. Also ich friere, trotz dicker Kleidung, wenn ich länger im nicht laufenden Auto sitze - weil ich den Innenraum mit meiner Körperwärme nicht ausreichend erwärmen kann.

    Und weiß der Passant, seitwann das Auto dasteht? Kennt der Statistiken über erfrierende Hunde in unseren Breitengraden?
    Der merkt wahrscheinlich einfach nur "mir ist es arschkalt - dem Hund bestimmt auch".
    Ob ich Statistiken kenne, ist dabei völlig unerheblich. Geht doch darum, dass derjenige, der sich darüber aufregt das weiß oder nicht.

    Ich gehe bei sowas davon aus, dass Sorge der Beweggrund ist und nicht die Absicht, den Hundehalter mal kräftig zu ärgern.

    :shocked: Der hat was gesagt???

    Das möchte ich definitiv nicht entschuldigen oder erklären!
    Aber das hast du auch nicht erwähnt. Und ich ging nicht von sowas krassem aus, wenn die Menschen sich verdrücken, bevor es zur Konfrontation kommt. Das tut mir leid!

    Und nein, ich möchte nicht missionieren. Aber wie kann man das denn ohne Notiz oder auf anderem Wege lösen? Oder zumindest für sich selbst einfacher machen?
    Mir fällt dazu eben nur ein, irgendeine Form der Kommunikation mit anderen zu finden. Und bei stehendem Auto mit Hunden drin - was außer einer Notiz gibt es da?
    Außer vielleicht andere auf anderem Wege aufklären.

    Ich hoffe, es kam an, dass ich hier niemandem den Frust abspreche. Gerade wenn man sich Mühe gibt und doppelt und dreifach sichert, ist es doch extrem ärgerlich, wenn man verurteilt wird. Genau weil ich den Ärger verstehen kann, möchte ich aber nicht sagen: Jo, habt ihr Recht. Voll doof.

    Denn dadurch ändert sich nichts. Es gibt nur weiter Ärger für uns alle.


    @Murmelchen: Ich hab nicht vorgeschlagen, die eigene Telefonnummer zu hinterlassen. Das kam von anderen Seiten.
    Ich meinte bei der Notiz das, was ich explizit aufgeführt habe (Warum geht es den Hunden gut [Heizung, Klimaanlage, haben die Wasser, Frischluft, wann ist der Halter wieder da]). Meine Nummer würde ich auch nicht publik machen wollen. Dann eher: Ich bin in Geschäft xy.

    Äh nein, niemals wieder. Damit provoziert man auch übergriffiges Verhalten.
    Eine Freundin von mir durfte sich am Telefon schon übelst beschimpfen lassen inkl. Gewaltandrohung, als wir nach einer 5std. Wanderung unsere Hunde bei ihr im Auto gelassen haben um uns in einem Gasthaus kulinarisch zu stärken. Die Hunde waren einfach nur froh sich langlegen zu können und haben mit Garantie gepennt bis diese Person näher kam um sich den Zettel in der Windschutzscheibe näher anzusehen.

    Dort stand drauf:
    Den Hunden geht es gut. Sie haben eine langeWanderung hinter sich und wollen sich gerne ausruhen. Bitte nicht klopfen.
    0160 xxxxxxxx

    Tja, meine Freundin (da ihre Handynummer) wurde ohne Anrede, Vorstellung oder Gruß aufs übelste beschimpft und im Hintergrund hörten wir noch die Hunde wie wild toben. Wahrscheinlich waren die Tierretter so frei an der Scheibe zu klopfen. Wir sind dann sofort zurück zum Auto weil wir Angst hatten die schlagen die Scheibe ein oder zerkratzen den Wagen. Gott sei Dank ist nichts von allemdem ist passiert und die Herrschaften auch weg als wir ankamen. Die Gasthof Betreiber haben sich auch sehr (zu unseren Gunsten) aufgeregt als wir erklärt haben warum wir das Essen leider abrupt abbrechen müssen.

    Ach ja, es war Ende April, ca. 14°C bei leicht bewölkten Himmel und der Wagen hat hinten. Perfektes Wetter zum wandern.

    Aber war das nicht besser, als gerufene Polizei?

    Also klar, nervig und frustrierend für euch. Aber sie haben nichts eingeschlagen, nichts zerkratzt. Ihr wisst nicht einmal, ob sie an die Scheiben geklopft haben.

    Du gingst doch gerade noch davon aus, dass jedweder Zweifel an einem Hundehalter Unterstellung ist. Unterstellst den "Tierrettern" aber ebenfalls, dass sie was zerkratzen, einschlagen, an die Scheibe klopfen...
    Macht das denn nicht deutlich, wie ähnlich wir Menschen da ticken?

    @straalster

    Irgendwie kommt es mir auch hier in diesem Thread genauso wie in dem "nur ein Hund"-Thread so vor als wenn du Erklärungen nicht verstehen möchtest.
    Man kann doch auch einfach mal eine andere Meinung akzeptieren ohne alles bis ins kleinste Detail aufgedröselt zu bekommen. :???:
    Irgendwie werden die Thread dadurch sehr "anstrengend" finde ich.

    Dann lies doch meine Beiträge einfach nicht. Wenn dir andere Perspektiven zu anstrengend sind, ignorier' sie einfach.
    Das ist dein gutes Recht und eine sehr simple Möglichkeit, das Ärgernis zu vermeiden.

    Mir geht es auch hier wieder nicht um das Akzeptieren anderer Meinungen.
    Sondern um das Aufzeigen eventueller anderer Sichtweisen und möglicher Lösungen.


    Wenn ich mir denke: Wie kann der andere nur?! Der will mich doch nur ärgern!
    Ist das eben was anderes als: Oh, deswegen hat der das so gemacht. Mich nervt das aber. Was kann ich dagegen unternehmen?

    Ja ich weiß das diese Blockwartmentalität ein typisch deutsches verbreitetes Phänomen ist.

    Und bitte... erklär mir doch nochmal wie bei unseren Temperaturen hier ein Hund stirbt/erfriert? Hier gehts doch nicht um Sommerliche Temperaturen von 35 Grad, bei denen ich es noch verstehen könnte wenn man aufmerksam wird.

    Warum sollte ich dir das erklären? Ich hab schon immer mit Hunden zu tun gehabt. Ich kann sie einigermaßen lesen.
    Wenn mich einer aus einem Auto raus anbellt, ist das für mich nicht direkt ein Grund, schon mal 11... auf dem Telefon zu wählen. Allerdings würde ich bei 35 Grad und entsprechenden Stressanzeichen auch ne Scheibe einschlagen.

    Ich versuche hier gerade nur zu erklären, dass es dazu eben auch eine andere Sichtweise gibt. Und dann kann ich mich noch zig Mal drüber aufregen, dass die unerfahrenen (Nicht-)Hundehalter doch nur mal "richtig" hinschauen müssten.
    Ändert nix an dem Ärgernis. Ändert nix an der Unkenntnis anderer.

    Wenn der eine oder andere was ändern möchte: Stellt vielleicht eine Checkliste für die Unwissenden auf und verbreitet sie. Anzeichen für Frieren, Anzeichen für Überhitzen, Anzeichen für Stress - wie kann man den Halter kontaktieren, informieren.

    Ich habe schlicht und ergreifend deine Formulierung übernommen. Ich weiß nicht ob du es nicht verstehen möchtest, aber meine Aussage ist schlicht und ergreifend, wenn ich nicht wirklich weiss ob da irgendwas falsch läuft, dann halte ich mich zurück mit Anschuldigungen.

    Und andere denken eben: Wenn ich nicht weiß, ob da was falsch läuft oder nicht, dann rufe ich Hilfe. Weil es immer noch besser ist, einmal zu viel Hilfe gerufen zu haben, als, das aus unterlassener Hilfe ein Wesen stirbt.
    Einfach eine andere Perspektive.

    @straalster
    Es geht auch nicht darum, daß man als Hundehalter das Rufen der Polizei als persönlichen Angriff ansieht. Den meisten dürfte klar sein, daß dieses aus Unwissenheit geschehen ist.
    Der Punkt ist, daß ein solches Verhalten für den Halter, auch wenn er sich absolut korrekt verhalten hat, tiefgreifende Folgen und Einschränkungen haben kann.
    Wenn die Polizei gerufen wird, bekommen das alle Passanten auf einem Parkplatz mit. Das ist mit Sicherheit für den Halter extrem unangenehm, weil er dort erst einmal öffentlich am Pranger steht, ohne irgendetwas falsch gemacht zu haben. Das riskiert man kein zweites Mal. Also schränkt wird man sich gegebenenfalls massiv einschränken, ohne daß eigentlich etwas los war. Denn klar ist, solche Vorfälle ergeben viel Gerede und es bleibt nie nur bei dem was wirklich gewesen ist. In solchen Situationen kennt dann auch jeder noch irgendjemanden der wen kennt der etwas gesehen haben will... und schnell wird alles weitere auf dem Hintergrund dessen interpretiert. Das möchte man kein zweites Mal erleben. Zumal keiner riskieren möchte, daß irgendwann mal das Ordnungsamt vor der Tür steht.

    LG

    Franziska mit Till

    Da muss ich dir (obwohl ich das absolut verstehe) leider widersprechen.

    ICH hab doch alles richtig gemacht, was soll jetzt die Polizei hier?!

    Genau das ist eben gegebenenfalls von außen nicht erkennbar. Für den betreffenden Halter, der sich wirklich einen Kopf gemacht hat, ist das mehr als unangenehm und peinlich - es ist verletzend. Es ist ein Angriff. Mit Gerede und dummen Kommentaren und danach steht man noch mehr unter der "Lupe" anderer. Das ist zum Kotzen, wenn man alles richtig gemacht hat.

    Mein Punkt ist, dass dieses "alles richtig gemacht" eben von außen nur schlecht erkennbar ist. Gerade für Leute, die keine Ahnung von Hunden haben.

    Natürlich ist das ärgerlich und in (hoffentlich) vielen Fällen unnötig. Aber alles was wir als Halter machen können, ist doch eigentlich die anderen aufklären? Oder? Ich kann halt ne Nachricht von innen an die Tür machen und Leuten damit vermitteln: "Ich hab die Hunde nicht im Auto vergessen, sondern entsprechende Maßnahmen ergriffen."

    Das zeigt doch dann auch deutlich, dass ich mir als abwesender Halter Gedanken mache.
    Klar, kann ich darauf schreiben, was ich möchte. Aber es ist erst einmal ein Signal und reduziert das Risiko, für die Übergriffe durch andere.