Beiträge von straalster

    Ah, okay.

    Ich empfinde es genau andersrum und verstehe weder objektiv noch subjektiv, warum so viele Menschen Kinder haben, die vorher noch nicht einmal was mit Kindern zu tun hatten und als Grund für den Nachwuchs "das macht man so, weil man das so macht" nennen können. Mehr aber auch nicht.

    Also dieses Kind in die Welt gesetzt, aber keine Ahnung, warum.

    Das verstehe ich schon beim Thema Heiraten nicht. Es gibt in meinem Bekanntenkreis jede Menge Leute, die wollten unbedingt heiraten. Auf Nachfrage konnten sie mir aber noch nicht einmal einen einzigen Grund dafür nennen (und dafür gibt es ja eigentlich viele). Das sind dann auch meistens diejenigen, die fragen "Und, wann ist es bei euch so weit?" als müsse das der Lebensweg und das Ziel von jedem sein.

    Ich empfinde das als unreflektiert.

    aber wenn man die betreffenden Menschen dann mal in einer ruhigen Minute erwischt und sie gut genug kennt... viele würden nicht nochmal. Nicht nur, weil es Stress ist. Sondern, weil es für sie einfach die falsche Entscheidung war.

    Das ist eigentlich das, worauf ich hinaus wollte. So ne Ansicht muss ich eben akzeptieren, aber ich verstehe sie nicht. Das muss ich auch nicht.

    Und ich habe oft den Eindruck, das muss man alles mitfühlen und Verständnis bekunden.

    Darum ging es mir eigentlich nur.

    Einfach, weil du Kinder so magst? Oder warum verstehst du das nicht?

    (Ich will dich nur richtig verstehen, daher die Nachfrage.)

    Ich kenne das schon alleine aus dem Bekanntenkreis zur Genüge. Hat mir auch meine eigene Mutter gesagt: Ginge das mit der Zeit zurückdrehen, sie hätte weder mich noch meine Geschwister bekommen. Und das war nicht in Wut ausgesprochen, sondern ein ruhiges, offenes Gespräch.

    Nach außen hin ist natürlich immer alles toll und die Kinder werden total geliebt - aber wenn man die betreffenden Menschen dann mal in einer ruhigen Minute erwischt und sie gut genug kennt... viele würden nicht nochmal. Nicht nur, weil es Stress ist. Sondern, weil es für sie einfach die falsche Entscheidung war.

    Das wird ja gerne vernachlässigt. Was fühlt sich wohl schlimmer an und betrifft mehr Menschen? Ein Kind nicht bekommen zu haben oder ein Kind bekommen zu haben, das man eigentlich nie wirklich wollte?

    Genau deswegen verstehe ich das Drängeln durch Fremde nicht. Wenn jemand zu spät merkt, dass er eigentlich gerne ein Kind hätte, bereut er das für sich. Wenn jemand Kinder hat, die er nicht will... da hängt eine ganze Menge mehr dran.

    straalster es tut mir sehr leid, dass du das erleben musstest.

    Aber was du davor geschrieben hast sprach mir aus der Seele. Ich hatte keine Idee wie es sein würde mit Kind und auch während der Schwangerschaft war das alles sehr abstrakt, ich konnte da nicht wirklich eine Beziehung aufbauen. Nach der Geburt war es dann schon was anderes aber die ersten Wochen hab ich doch sehr gefremdelt mit diesem kleinen Wesen.

    Inzwischen ist das völlig vorüber und die Kleene ist das Größte was mir jemals passieren kann.

    Als ich das meinem Mann erzählte wie ich die ersten Wochen enofand hat er ziemlich gestaunt, er hatte da wohl schneller tiefer gehende Gefühle als ich.

    Erstmal: Schön, dass es für euch geklappt hat :smile:

    Sowas freut mich.

    Ich find das immer schade, wenn sich Menschen so einen Druck machen oder ihnen der Druck gemacht wird. Geburt ist doch eine unfassbar krasse Umstellung. In so vielen Hinsichten. (Körperlich und emotional)

    Bei mir gibt's keine Liebe auf den ersten Blick. Alle, die ich liebe, waren anfangs... joah. Im Falle der Kinder: 10 Finger, 10 Zehen, niedliche Stupsnase, Hauptsache gesund. Dass ihnen was passiert, hätte ich nicht zugelassen. Aber emotional :ka: hat gedauert bis es so war, wie es jetzt ist. Das zusammen Wachsen und Zusammenwachsen hat einfach Zeit benötigt und das finde ich sehr natürlich. Man muss sich ja erstmal kennenlernen. Das funktioniert am besten ohne zusätzlichen Stress. Den braucht man ja anfangs nun wirklich nicht auch noch obendrauf.

    Bitte nicht falsch verstehen - natürlich entwickelt man in der Schwangerschaft bereits Gefühle für das Kind (wobei das für mich alles sehr abstrakt war - ich konnte mir so vieles einfach überhaupt nicht vorstellen), aber ich würde Jonas genau so lieben, wenn er nicht in meinem Bauch gewesen wäre.

    Genau diese Vorstellung: Das Kind kommt auf die Welt und man hat schon die ultimativen Gefühle, erzeugt bei vielen ja auch einen extremen Druck, wenn sie nicht sofort absolute Liebe spüren. Echte Emotionen brauchen erstmal Zeit, um sich zu entwickeln. Aber vorher war halt alles abstrakt, wie du sagst.

    Auch biologische Eltern und Kinder müssen sich erstmal kennenlernen und aufeinander einspielen, obwohl das Kind im eigenen Körper herangewachsen ist. Ist einfach so. Und ich würde mir da mehr Offenheit wünschen, damit diese Eltern nicht diesen Druck spüren oder sich selbst erzeugen.

    Spoiler anzeigen

    Ich hab übrigens auch biologische Kinder. Die kann ich aber nur an einer Stelle besuchen, der voller Blumen ist. Wehen kenn ich auch.

    Bis auf zwei Ausnahmen waren das immer junge Mütter, die Säugling bis Grundschulkind hatten. :ka:

    Vielleicht war das einfach, weil sie dann erstmal mitbekommen haben, wie viel Kraft das zehren kann und wie viele Gefühle da beteiligt sind. Bei mir sah es angeblich "einfach" aus. Die meisten kannten meine erst, da waren sie schon im Kleinkindalter, weil ich sie dann eben immer überall mit hingenommen habe, wo es ging. Dass ich davor ganz genauso durchwachte Nächte hatte und Sorgen und nicht schlafen konnte, wenn einer irgendein Aua hatte... Da waren sie gerade zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt.

    Das mit den Genen :ka: Verstehe ich auch nicht. Für mich ist Liebe füreinander da sein und aufeinander eingehen. Nicht, wessen Spermium auf wessen Eizelle traf.

    Ich weiß nicht, mir kommt es vor dass gerade bei der älteren Generation gerne zu allem die Meinung bekundet werden muss. Ob die Leute das hören wollen oder nicht. Sei es zur Figur, zur Kinderplanung, zum Job, zu Hobbies, zur Partnerwahl. Man muss immer etwas sagen.

    Keine Ahnung woran das liegt aber es fällt mir auf dass sich das zum Glück ändert.

    Ich versuche meinen Kindern vorzuleben dass sie als Personen mir wichtig sind und nicht irgendwelche anderen Sachen, dass unsere Liebe als Eltern weder von Schulleistungen noch von Äußerlichkeiten oder von Entscheidungen die sie treffen (bzw ob in unseren Augen richtig oder falsche) abhängen.

    Naja, das ist der Plan, noch sind sie sehr klein.

    Mich hätte es nämlich gefreut nicht ständig nur bewertet zu werden sondern so angenommen zu werden wie ich bin. Ein Mensch der das Recht hat seine eigenen Erfahrungen und Fehler zu machen ohne Fingerzeig und "hättest du doch nur..." zu hören.

    Ich erlebe das nicht nur von der älteren Generation.

    Aktuell sind es tatsächlich vorrangig Jüngere oder vor allem Frauen in meinem Alter, die mir die Welt erklären wollen. Den sie haben ja (Zitat:) alles richtig gemacht. Soll heißen: Hochzeit, Haus, Kinder. Die Kinder sind noch sehr jung und die Mütter fitzen sich logischerweise erstmal rein und versuchen, ihren Weg zu finden.

    Aber trotzdem sind die der Meinung, sie müssten mir mit zwei erwachsenen Kindern erklären, dass sie alles viel besser machen und was ich angeblich falsch gemacht habe. :ka: Perfekt war ich mit Sicherheit nicht.

    Es ist aber auch echt anmaßend, wenn mich Leute rückwirkend belehren wollen, die noch bei Mami und Papi gewohnt haben und Taschengeld bekamen, als ich Alleinverdiener für zwei Kinder war.

    Was mir nicht nur aber gerade sehr stark bei Jüngeren ebenfalls auffällt: Nach vorne übertrieben freundlich und du machst alles soooo toll. Sobald die Tür zugeht, geht das Lästern los. Da ist mir die direkte Art deutlich lieber. Wenn mir jemand nämlich seine Meinung sagt, kann ich etwas entgegen und es gibt einen Austausch. Wenn er erst hinter verschlossener Tür über mich herzieht passiert genau gar nichts.