Wenn ein Kleinsthund sich so benimmt, wird es belächelt und seltenst zur Anzeige gebracht. Wenn sich ein Großhund so benimmt, wird nach Konsequenzen geschrien, Ordnungsamt, Vet-Amt, das ganze Programmm. Da wird einfahc mit zweierlei Maß gemessen.
Ich kann deinen Frust verstehen aber das Gefahrenpotential ist nunmal ein anderes und eigentlich immer, wenn ein anderes Potential vorliegt, findet ein Messen nach "zweierlei Maß" statt. Nimm mal das Beispiel Versicherungen - da gibt es zig verschiedene Tarife, angepasst auf das finanzielle Schadenspotential, das bei der jeweiligen Gruppe angenommen wird.
Und bei Hunden ist es doch recht klar. Ein Kleinsthund kann fünf Mal zubeißen und es gibt vielleicht ne Punktierung oder n blauen Fleck. Ein Großhund beißt einmal mit Beschädigungsabsicht und für kleinere Lebewesen oder wenn er ne blöde Stelle erwischt, kann es das dann schon gewesen sein.
Und bei Großhunden muss es noch nicht mal ein Biss sein. Da reicht trampeliges Reinrennen für ne schwere Verletzung bis hin zum Tod = deutlich höheres Gefahrenpotential.
Deshalb finde ich nicht, dass Kleinsthunde ohne Anleitung /Erziehung auskommen sollten oder "alles dürfen".
Ich häng sehr an meinen Nasen und lass sie weder in andere (ganz egal welcher Größe oder Spezies) reinscheppern noch gibt es Freilauf um jeden Preis. Aber es ist nun mal Fakt: Ich kann mich mit Klein(st)hunden so vorbildlich wie nur möglich verhalten. Ausweichen, anleinen, erziehen, hochnehmen - wenn ein größerer Hund ankommt und es richtig ernst meint, haben wir verloren. Ich könnte meine Hund auch ableinen oder Leine fallen lassen. Dann guck ich halt dabei zu, wie sie ein paar Meter weiter erwischt werden. Denn schneller als der große Hund sind meine definitiv nicht.
Und wenn ein größerer Hund, der es ernst meint ankommt, dann muss ich mich nicht nur über Maulkorbpflicht, Leinenpflicht und die Einstufung als gefährlicher Hund ärgern - dann sind meine entweder (schwer) verletzt oder tot. Das ist andersrum potentiell eher nicht der Fall.
Die Folgen sind also andere, und dadurch verstehe ich schon, dass da auch das Messen anders erfolgt.
Und um den vorliegenden Fall zurückzukommen: Chis an der Leine, Halter des Dobermanns musste seinen Hund erstmal einholen (ob da jetzt gar keine Leine dran war oder der Haken nachgab oder was auch immer
) , Halterin der Chis verletzt, ein Hund tot - Fakt ist, ihre Hunde waren gesichert neben ihr. Seiner nicht.