Beagle-Mythos: Laut, fett, verfressen, nahezu unerziehbar, bindungsunwillig, kaum kontrollierbarer Jagdtrieb, kaum ableinbar, stur ohne Ende, machen nur ihr Ding.
Ich kenne inzwischen ziemlich viele Beagle, die eine gute Figur haben - mehr als zu proppere sogar. Meiner war ein Moppel beim Vorbesitzer (25kg), hat trotz Kastration und Alter noch gut abgespeckt( 17-18kg).
Dauerkläffer sind hausgemacht, sie fordern gerne lautstark etwas ein, gibt man nach hat man den Grundstein dafür gelegt. Spur und Sichtlaut sind allerdings durchaus gewünscht, kenne viele Beagle die sehr selten bellen, meiner ist sehr ruhig.
Verfressen stimmt bei den meisten, sie fressen rasend schnell und nahezu alles, glücklicherweise haben sie meist einen robusten Magen. Es gibt aber auch unter den Beagles Mäkler. Meiner wird es nun im Alter. Die Verfressenheit ist typisch bei Meutehunden, wer wählerisch und langsam frisst, geht oft leer aus. Man kann das beim Training allerdings gut zur Motivation und Belohnung nutzen.
Ich kenne viele recht ordentlich erzogene Beagle, die auch in Wald und Wiesen freilaufen können. Meinen darf ich dazu zählen, er war nie weg und steht selbst altersbedingt taub noch gut im Gehorsam.
Der Jagdtrieb ist unterschiedlich ausgeprägt, bei den meisten aber gut vorhanden - und kontrollierbar. Ich kenne auch Beagle im jagdlichen Gebrauch, die im Alltag ganz normal freilaufen können, Gehorsam und Impulskontrolle sind wichtig. Meiner hat eher weniger Jagdtrieb, ging anfangs aber durchaus mal Spuren eifrig nach oder Wild/Katzen wenn es direkt vor ihm lang huschte. Durch Training konnte ich das bald kontrollieren und umlenken. Er lebte hier frei mit Kaninchen, Hörnchen und Vogel, auch Wildtierpfleglinge akzeptiert er ohne Probleme.
Stur würde ich Beagle nicht nennen, eigenständig und sehr beharrlich trifft es für mich eher. Sie können sich gut allein beschäftigen und ernähren, es gibt schließlich überall was zu riechen, Müll und Aas, ab und zu auch ne Maus, füllen den Bauch auch gut.
Ihrem Job, ihrer Bestimmung können sie auch ohne Mensch gut nachgehen.
Die Beharrlichkeit ist erwünscht, er soll auf der Spur bleiben, egal was da ist, stundenlang auch mit Dornen in den Pfoten. Der profane Hausbeagle zeigt das gern wenn er etwas möchte, aber nicht bekommt. Er kann ewig wieder nachfragen, gibt die Hoffnung nicht auf sein Ziel zu erreichen. Konsequenz, Humor und Durchhaltevermögen können schon nicht schaden als Halter. 
Beagle muss man öfter mal erinnern, wie die Regeln waren. Als Halter muss man ihn davon überzeugen, dass man auch ein brauchbarer und interessanter Teilnehmer am Gassigang ist, dann kann der Beagle auch die Nase vom Boden bekommen, aufmerksam und willig sein. Sie lassen sich für vieles begeistern, durchaus auch ernsthaften Hundesport, sind für jeden Unsinn zu haben. Geschenkt bekommt man in der Erziehung nix beim Beagle.