Über Telefonate und E-Mails, wie bei importierten Hunden auch?
Wenn ich mir 'nen Welpen aus dem europäischen Ausland kaufe, treffe ich den Züchter u.U. auch nur bei der Abholung, wenn ich z.B. einen Welpen aus Amerika importiere, treffe ich den Züchter vielleicht nie, sondern hole den Hund bloß am Flughafen ab. Genauso bei Tierschutzvereinen, die Nachkontrollen, aber keine Vorkontrollen machen. (Über Sinn und Unsinn solcher Kauf-Modelle kann man streiten, aber sie passieren – und das häufig.) Da kommt doch auch niemand, der wenigstens einen Hauch Ahnung von Vertragsrecht hat, auf die Idee solche Sachen zu fordern.
Und speziell auf die Hamster bezogen... Ich hab' immer noch nicht verstanden, wie das jetzt konkret durchgesetzt wird. Nehmen wir mal an, hinterher stellt sich heraus, dass das Tierchen in einem viel zu kleinen Gehege sitzt und zuckerhaltiges Zoohandlungsfutter bekommt. Und nu? Klagt da wer? Kommt der Züchter damit tatsächlich durch? Das war es, was ich daran wirklich bemerkenswert fand – wie stellt man sich die Umsetzung in der Praxis vor? 
Bei vielen Züchtern steht auf der Website, dass sie keine Welpen über das Internet verkaufen, sondern die Interessenten persönlich kennenlernen wollen. Ich denke nicht, dass es in Deutschland üblich ist bei seriösen Züchtern Welpen übers Telefon und via E-Mail zu verkaufen. Über die Abgabebedingungen und Mentalität der Hundehaltung im Ausland habe ich keine Ahnung und möchte das nicht beurteilen.
Dass auch bei 1-2 Besuchen beim Züchter kein Vertrauensverhältnis entsteht ist mir klar, aber dann beanstande ich beim Züchter auch nicht, dass er kein ausreichendes Vertrauen zu mir hat. Beim Hund kann ich nun mal auch vorher nicht kontrollieren, ob der genug Auslauf und Auslastung bekommt. Meine Wohnung hat sich die TS-Orga aber vorher durchaus angeschaut.
Die Haltung von Kleintieren ist in vielen Fällen richtig mies, es vegetieren deutlich mehr Kleintiere unter unwürdigen Bedingungen in Deutschland vor sich hin als Hunde, weil man zu denen einfach nicht dieselbe Bindung hat. Da möchte jeder Züchter, denen was an seinen Hamstern liegt natürlich die größtmögliche Sicherheit haben, dass sie auch in gute Hände kommen. Und sie verlangen oft nichts unmenschliches, im Gegenteil, mir sind die Gehegegrößen oft viel zu klein, die verlangt werden, das sind häufig Größen in denen viele Tiere immer noch Verhaltensstörungen zeigen. Da finde ich es nicht zu viel verlangt, vorher Bilder zu zeigen und zuzusichern, dass das Tier nach den Mindestanforderungen gehalten wird.
Die Verträge sind nicht haltbar, gerichtlich kann die Einhaltung nicht durchgesetzt werden, aber seien wir doch mal ehrlich, wie wahrscheinlich ist es, dass jemand den Aufwand und die Kosten in ein artgerechtes Gehege investiert und anschließend den Hamster in einen Schuhkarton setzt? Nicht ausgeschlossen, aber extrem unwahrscheinlich. Die meisten, die nicht vorhaben ihren Hamster artgerecht zu halten, werden schon vorher abspringen und sich nicht alles anschaffen, was der Züchter verlangt. Jedenfalls halte ich die Wahrscheinlichkeit für deutlich höher, dass das Gehege artgerecht ist, wenn man es vertraglich vorher verlangt, als wenn man nur was empfiehlt und anschließend auf das Vernunft der Interessenten hofft. Was habe ich schon oft genug von Hamsterinteressenten gehört, dass das Gehege doch groß genug sei und die Streu doch hoch genug, bis ich die Bilder gesehen habe...