Bei mir ging auch nur entweder oder. Irgendwann hat es Klick gemacht und von da an hab ich kein Fleisch mehr gegessen und auch kein Verlangen mehr danach gehabt. Vorher habe ich schon einige Jahre mit mir wegen meines Fleischkonsums gehadert, habe versucht weniger Fleisch zu essen oder mal ne Woche gar keins, aber das habe ich nie lange durchgehalten, vorallem dann nicht, wenn ich nicht selbst gekocht habe, sondern in der Kantine, im Restaurant oder am Imbiss gegessen habe. Und wenn um einen herum alle immer nur Fleisch essen, kommt man schnell wieder in den gewohnten Trott und habe mein schlechtes Gewissen einfach wieder vedrängt, weil sich alle anderen auch keinen Kopf machen.
Was mich nun genau dazu bewegt hat, dass ich wirklich kein Fleisch mehr angerührt habe, weiß ich gar nicht so genau. Eigentlich war es dadurch, dass Freunde von heute auf morgen vom massiven Fleischesser zum Veganer wurden. Irgendwie hat mir das dann gezeigt, dass ich mit meinen Gedanken nicht alleine bin und dass ich dass ich es auch schaffen kann auf Fleisch zu verzichten. Dass mein Freund dann recht schnell mitgemacht hat, hat es noch mehr erleichtert. Seit über einem Jahr habe ich nun keinen Fleisch mehr gegessen und ich hatte auch noch kein explizites Verlangen danach, obwohl ich es mir von heute auf morgen komplett "verboten" habe. Klar, wenn mir der Magen knurrt und ich laufe an einer Dönerbude vorbei, dann würde ich mich schon noch gerne auf einen Döner stürzen, aber das liegt eher am Hunger und daran, dass das Fleisch am intensivsten riecht und ich mit dem Geruch immer noch leckeres Essen verbinde. Würde ich beim Inder vorbei laufen und es richten nach Linsencurry, würde mir genauso das Wasser im Mund zusammenlaufen ^^ Das ist also indem Moment kein verlangen konkret nach Fleisch, sondern einfach nach schmackhaften Essen.
An der Dönderbude kaufe ich mir dann doch die türkische Linsensuppe und ich bin happy, da ich die so liebe 