Beiträge von Lagurus

    Nun zeig ich hier auch mal was von Luigi, obwohl ich ihn nicht als klassischen Hibbelhund bezeichnen würde, aber das Thema Stress haben sie sicher gemeinsam.

    Luigi hat vermutlich mangels ausreichend Sozialisierung mit Umweltreizen massiven Stress mit der Umwelt. Für ihn reichte es 3 Schritte vor die Tür zu gehen und er war schon kaum mehr ansprechbar, auch wenn für uns Menschen gefühlt überhaupt da nichts war, keine Menschen, keine Hunde, kein Verkehr, eben einfach nur "Umwelt". Drinnen ist er jedoch ein absolut entspannter und unauffälliger Hund, der gut zur Ruhe kommt und sich von sich aus viel Schlaf nimmt. Auch in fremden Wohnungen oder Gärten kann er sich relativ schnell entspannen und kommt zur Ruhe. Sein Problem besteht eigentlich hauptsächlich unter freiem Himmel. Für ihn gibt es draußen keine reizarme Umgebung, auch die Pampa war für ihn zu viel (Pampa ist eigentlich noch schlimmer, als beispielsweise asphaltierte Wege in ruhigem Wohngebiet).

    Seit über einem Jahr arbeiten wir da jetzt dran, am Anfang habe ich erstmal gebraucht um das überhaupt einordnen zu können und das Ausmaß zu begreifen. Die ersten zwei Trainer waren mist, keiner kannte sich mit sowas aus. Ich habe zig Bücher gewälzt, Webinare geschaut, hier im Forum gesucht, aber nirgendswo habe ich konkrete Tipps dazu gefunden, wenn der Hund allein durch draußen sein überfordert ist. Alle Tipps zum Thema Stress bezogen sich immer nur auf an- und abschaltbare Stressfaktoren, denen man sich langsam nähern kann und wieder entfernen kann, wenn es zu viel ist. Das geht aber beim Thema Umwelt nicht. Ich habe versucht mich alleine durchzuschlagen, es wurde auch etwas besser, aber ich kam an meine Grenzen mit ihm und wusste irgendwann nicht mehr weiter. Vor einem halben Jahr habe ich dann noch mal eine Trainerin hinzugezogen, die endlich die nötige Kompetenz für das Thema hatte. Hier habe ich das erste Mal eine wirkliche Trainingsanleitung an die Hand bekommen.

    Hier ist ein Video aus den ersten Wochen, als er zu uns kam

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    Das Video ist von gestern (ich hatte es für meinen Foto-Thread mit ein paar textlichen Hinweisen dokumentiert). Er ist immer noch unter Daueranspannung, ihn stresst seine Umwelt immer noch, aber es ist deutlich besser geworden, er ist in der Lage sich schneller wieder runter zu fahren und den Stress abzuschütteln, wo er am Anfang noch völlig hilflos war und sich überhaupt nicht selbst helfen konnte. Wir haben viel an der Leinenführigkeit gearbeitet und viel am "sich runter fahren". Wir haben noch einen langen Weg vor uns, aber ich bin schon ganz oft sehr stolz auf den Zwerg.

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    Es hat Auswirkungen auf zukünftige Impfungen - ein Abwägen, empfohlen wird oft nicht mehr zu impfen, um keinen Schub auszulösen.

    Ja, ich lasse Luigi nur gegen Tollwut impfen, weil ich das für Hundeverein und Urlaube einfach brauche. Meine Tierärztin ist da gespaltener Meinung, sie würde empfehlen auch andere Sachen zu impfen, weil die Ansteckung mit einer Krankheit den Hund noch vielmehr belastet als die Impfung. Ich habe da aber auch abgewogen und denke, dass die Ansteckungsgefahr eben nicht sonderlich hoch ist. Sie akzeptiert meine Entscheidung.

    Aber ich habe das auch immer im Hinterkopf, die Krankheiten können auch nach Jahren ausbrechen bzw. neue Schübe verursachen.

    Mein Luigi hat auch Ehrlichiose und Anaplasmose. Hat er schon aus Italien mitgebracht (er kommt aus dem TS). Es wurde aber nie behandelt, weil er keine Symptome zeigt. Er ist jetzt seit etwas über 2 Jahren in Deutschland. Ganz am Anfang hat die Tierschutzorganisation den Test gemacht und die Diagnose wurde gestellt. Ein halbes Jahr später hat die Pflegestelle den Test wiederholt und die Werte waren noch höher als beim ersten Test. Nachdem er ungefähr fast 1 Jahr bei mir war, habe ich erneut einen Mittelmeertest machen lassen. Anaplasmose wurde da plötzlich als negativ gekennzeichnet (war aber auch ein anderes Labor und die Werte irgendwie auch nicht vergleichbar mit den ersten Tests), Ehrlichiose war weiterhin positiv, auch wenn nicht mehr mit dem extrem hohen Werten wie aus den ersten Tests.

    Ich lasse auf Anraten meiner TÄ mindestens 1x im Jahr ein kleines Blutbild machen, sie sagt es ist wichtig seine Thrombozyten im Blick zu behalten, das wäre ein recht wichtiger Hinweis, ob die Krankheit ausbricht.

    Es muss nicht unbedingt Trollen sein, aber es sieht bei anderen so einfach aus. Ich hab jetzt ganz viel Ge-"Rrrrrrrrrr"t und hab nun keine Puste mehr und Halsschmerzen, aber getrillert hat da nix :lepra:

    Was habt ihr als Pfiff für die kleine Suche?

    Dann würde ich den Hund jetzt einfach anmelden und dazu nix sagen, wie lang ich ihn schon habe.

    Da hat bei mir noch nie einer gefragt.

    Ich musste da immer einen Kaufvertrag, Übernahmevertrag oder Bescheinigung vom Tierarzt (was auch immer da drauf stehen soll) vorlegen. Da steht ja unter Umständen drauf, seit wann man den Hund hat. Wenn man das alles nicht hat, weiß ich gar nicht, wie das dann abläuft :denker: