Zitat
Nun, ein Hund testet sein Leben lang immer mal wieder seine Grenzen aus. Das ist doch ein völlig normales Verhalten und keine menschliche Interpretation.
Doch, ich finde schon, dass das eine menschliche Interpretation ist. Vielleicht hat er an den "austest-Tagen" auch einfach einen schlechten Tag, keinen Bock oder dem MENSCHEN ist es schlichtweg entfallen, wie wenig das Kommando in der Zeit davor geübt wurde...? Kann alles sein. "Testen" impliziert, dass Hunde einen "wenn-dann"-Plan aufstellen, und das traue ich ihnen einfach nicht zu.
Naja, also so platt wie Freigeist oder Maschine, das lohnt sich ja fast nicht, zu diskutieren. Interessant ist es immer, wie man differenziert, also wo im Endeffekt die Prioritäten liegen, und wie man dahinkommt. Es wird ja kaum einer hier antworten: mein Hund darf alles, ich öffne ihm morgens die Haustür, und abends kommt er wieder, und genausowenig wird das andere Extrem vorkommen.
Bei meinen Hunden ist das sehr typabhängig. Während ich beim Ersthund durchaus mal böse werde und ihn an der Halsfalte anfasse, weil er in gewissen Momenten nicht ansprechbar ist, hat der Zweithund schon fast Narrenfreiheit, weil er einfach nur nett und süß und freundlich ist, und IMMER gesprächsbereit.
Kommandos werden so ausgeführt, wie ich sie haben will, basta. Und zwar sehr zeitnah, auch wenn die Hunde körpersprachliche Hilfen dafür brauchen (zB auf Liegeplatz deuten oder Hund dahin "drängeln" - der Zweithund ist so futtergeil, dass er manchmal einfach den Befehl nicht umsetzen kann, weil er näher am Futter sein MUSS).
Insgesamt sehe ich es wie Falco, die Hunde müssen draußen und drinnen ansprechbar sein, gesprächsbereit, dann "gängel" ich sie auch nicht weiter. Spaziergänge über 1-1,5h gehen meist mit maximal einer Handvoll Worte vor sich. Es sei denn, ich gehe zum Arbeiten auf eine Wiese.
Für diese "freigeistigen" komm-ich-heut-nicht-komm-ich-morgen-Ausführungen (zB Abruf mit erstmal Pieseln) kann ich mich nicht so recht erwärmen, weil meine Hunde zu schnell im Denken und Reagieren sind. Lasse ich ihnen so viel Freiraum beim Ausführen, sind die in der Zeit schon von 1000 anderen Dingen abgelenkt, das wird dann nix mehr. Ich denke aber hierbei hauptsächlich ans Abrufen. An der Leine laufen dürfen sie ein wenig mehr durcheinander, da ist mir zB eine superfixe Position nicht so wichtig, nur drüberstolpern will ich nicht und rumgezerrt werden auch nicht.
Grüßle
Silvia