Beiträge von Regula

    Wenn der Hund nachweislich aus Deutschland stammt und dort rechtmaessig gehalten werden darf darf man den Hund nach voruebergehendem Auslandsaufenthalt wieder einfuehren.
    Ob es ein Zeitlimit gibt und wenn ja, wie lange der Auslandsaufenthalt sein darf weiss ich grade auch nicht. Aber man darf auf keinen Fall den Hund in Deutschland abmelden.

    Zitat

    HundVerbrEinfVO § 2 Ausnahmen vom Verbringungs- und Einfuhrverbot

    (2) Gefährliche Hunde dürfen in das Inland verbracht oder eingeführt werden, wenn die Hunde nach vorübergehendem Verbringen in das Ausland oder vorübergehender Ausfuhr an einen Aufenthaltsort im Inland zurückkehren, an dem sie berechtigt gehalten werden dürfen.

    Ich habe mich damit beschaeftigt, weil ich mir mal ueberlegt habe, die Hunde fuer einen laengeren Aufenthalt nach Europa mitzunehmen. Und wie immer mit Listenhunden: es ist kompliziert :). Eine einheitliche Regelung gibt es nicht, jede Airline verfaehrt da anders.

    Hier die, die ich mir angeschat habe:

    Lufthansa: prinzipiell moeglich, aber man braucht einen Spezialkaefig, der wirklich einem Raubtierkaefig gleichkommt http://www.lufthansa.com/mediapool/pdf/…izie&blt_z=hier.

    British Airways: nein, keine Listenhunde, und in Grossbritannien gibt es sehr strenge Auflagen. Ein Bekannter, der einen American Bulldog mit Papieren aus den USA einfuehren wollte wurde an der Grenze abgelehnt und der Hund wurde wieder zurueckgeschickt.

    KLM: sind super, an Auslagen gibt's nur die fuer normale Hunde (IATA Flugbox)

    Air Canada: auch gut, ich bin mir aber nicht sicher, wie die das mit Codeshare-Fluegen handhaben (z.B. mit Lufthansa)

    Alle transatlantischen Charter (z.B. Air Transat): keine Listenhunde

    Zitat

    Fast jeder Hund wird seinen Hundehalter in einer wirklichen Notlage helfen. Sei es mit Gebell oder mit einem körperlichem Eingreifen. Ein Hund, der schnell und sofort reagiert reagiert aber auch im Alltag schnell und sofort. Das ist nicht immer unbedingt wünschenswert.

    Das wird von vielen Hundebesitzern gern geglaubt, stimmt aber mal einfach gar nicht. Immer und immer wieder hat sich gezeigt, dass ein Hund ohne gezielte Ausbildung eben kein effizienter Schutz ist, und selbst mit Ausbildung sind die Einsatzgebiete eines solchen Hundes sehr begrenzt und der Hund ist eine Riesen-Verantwortung...
    Der Abschreckungseffekt ist sicher da, aber wenn man sich wirklich bedroht fuehlt und eine 'Waffe' will, die am besten noch selbst entscheidet, was angebracht ist, geht das in die Hose. Pfefferspray odrr so sind ganz sicher um ein Vielfaches effizienter in einer solchen Lage.

    Zitat


    Das ist machbar. Dafür und für den Wachtrieb ist das Geschlecht völlig unerheblich. ;)

    Es mag ein Vorurteil meinerseits sein (der Grossteil meiner Erfahrungen stammt aus meiner Zeit als Gassigeher im Tierheim), aber ich finde grade bei den Rottweilern sind im Durchschnitt die Huendinnen erheblich einfacher als die Rueden. Bei den Rottweiler Rueden ist es nicht selten, dass sie den Halter / Hundefuehrer ganz schoen in Frage stellen. Bei den Huendinnen habe ich das nie so erlebt.

    Ansonsten gebe ich PocoLoco recht - es scheint, als haettet Ihr erst geschaut, was fuer Rassen Euch "gefallen" und dann erst ueberlegt, ob das denn zu Euch passt. Ich wuerde es andersrum machen - ueberlegen, was Ihr von einem Hund so erwartet und dann eine Rasse waehlen, die diesen Anspruechen gerecht wird.

    Zitat

    - Ist der Labrador tatsächlich derart wenig wehrhaft, wie man überall ließt? Um ein kurzes Beispiel zu nennen; wenn man Freundin abends im Park angegriffen werden würde, könnte und vor allem würde der Labrador sie verteidigen? Würde er wenn jmd. Fremdes mit Getöse in die Wohnung einbricht diesen verbellen, oder ihn nur schwanzwedelnd anschauen?

    Zitat

    - Wir teilen uns mit den Eingangsbereich mit einer Anwaltkanzlei, lässt sich durch Erziehung der Wachtrieb soweit in den Griff kriegen, dass er nicht bei jedem Fremdem im Vorraum (der durch eine feste Tür getrennt ist) einmal bellt? (Hierzu vielleicht noch die Info, dass wir uns generell für einen weiblichen Hund entschieden haben.)

    Grundsaetzlich zeigt die Erfahrung immer und immer wieder, dass die wenigsten Hunde "natuerlich" in den richtigen Situationen verteidigen. Klar bellen viele Hund, wenn jemand fremdes zur Tuer reinkommt, aber (am besten ohne weiteres Training) zwischen "Einbrecher" und "freundlicher Fremder" zu unterscheiden ist schon viel verlangt von einem Hund... egal, ob das nun ein Rottweiler ist oder ein Labrador.
    Es gibt schon Rassen und individuelle Hunde, die wachsamer sind und hoeheren Schutztrieb haben, aber auch denen muss man beibringen, welche Situationen "bedrohlich" sind und welche nicht. Das allerwichtigste bei einem Hund mit Schutztrieb sind meiner Meinung nach gute Nerven.

    Ich denke, prinzipiell gilt fuer Leute, die einen "Familienhund" wollen, mit dem sie draussen was unternehmen koennen und der ueberall hin mit kann, lieber ein bisschen zuwenig Wach-/Schutztrieb als zu viel. In den allermeisten Faellen braucht man keinen Hund zur Verteidigung - oder die Tatsache, dass da jemand einen grossen (schwarzen?) Hund dabei hat ist abschreckend genug... Aber wenn der Hund einmal zuviel nach vorne geht kann das in einem Riesenaerger enden.

    Zitat

    - Wie intelligent ist ein Labrador im Durchschnitt? Kann er in diesem Punkt mit Rottweiler und Aussie noch mithalten?

    Was ist "Intelligenz"? Wenn Du meinst, ob der Hund gut Tricks lernen kann, dann waere wohl eher der Rottweiler an dritter Stelle und nicht der Labrador. Labradore sind oft "gefaelliger" als Rottis.
    Labradore sind sehr unterschiedlich in Aussehen, Jagdtrieb / jagdlicher Brauchbarkeit, Aktivitaetslevel etc, je nachdem aus welchen Linie sie kommen. Da wuerde es helfen, wenn Ihr Euch ein bisschen mit den einzelnen Zuchtlinien beschaeftigt und Euch ueberlegt, was Ihr wollt und was nicht.

    Zitat

    - Wie groß ist das soziale Stigmata der Rasse Rottweiler? Angenehmersweise steht er in unserem Bundesland nicht auf der Liste, aber wie häufig reagieren Personen auf einen Rottweiler aus eurer Erfahrung stark ängstlich, ablehnend oder aggressiv?

    Das kommt sehr drauf an. Ich bin zwar kein Rottweiler-Halter, aber meine Hunde haben ja auch das "soziale Stigma" weg. Solange die Hunde freundlich und gehorsam sind und sich gut benehmen ist der allergroesste Teil der Leute positiv. Wir werden oft angesprochen, die Hunde werden gestreichelt, und uns wird gesagt "Da sieht man mal wieder, was Rasselisten fuer ein Quatsch sind".
    Aber wehe es gibt Probleme mit so einem Hund. Dann ist die Toleranz erheblich niedriger und es heisst ganz schnell "war ja klar, ist ja "so einer", denen kann man einfach nicht trauen". Max hatte eine Zeit lang Probleme damit, wenn Fremde ihn zu schnell angefasst haben, vor allem mit beiden Haenden im Gesicht. Da konnte man vielen Leute richtig zuschauen, wie sich die Mine verduesterte, wenn wir sagten "bitte nicht anfassen".

    Wir haben's auch getan und am 12. August (erstmal nur standesamtlich) geheiratet :).
    Selbstverstaendlich mit Hunden, es waren auch nur fuenf Gaeste und kein grosser Trubel.

    Max mit Fliege

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    Nova mit ihrem besten Halsband (das eigentlich Max gehoert) und Bluemchen

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    ... und beide

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    Ich denke auch, dass man durchaus einen Hund halten kann, obwohl man noch nicht "gefestigt" ist. Es gibt dabei aber durchaus Dinge, die zu bedenken sind. Wir hatten hier erst vor kurzem den Fall einer 19jaehrigen, die unbedingt als Zweithund einen Listenhund wollte, obwohl sie weder einen Ausbildungsplatz noch eine geeignete Wohnung noch sonst irgendwelche konkreten Plaene hatte. Das ist dann vielleicht doch etwas suboptimal...

    Was ich mir an Deiner Stelle ueberlegen wuerde:
    - in Deiner Beschreibung kam mir das Wort "verliebt" ein bisschen haeufig vor. Du willst einen Hund, weil Du Dich in den einer Kundin verliebt hast; Du hast Dich in die 5monatige Huendin aus den Kleinanzeigen verliebt etc. Wie in jeder Beziehung ist aber Verlieben leider nur der Anfang, und danach geht die Arbeit los. Jeder von uns weiss, wie es ist, im Internet einen Hund zu sehen, bei dem ihm/ihr das Herz aufgeht. Einige von uns (mich eingeschlossen) haben in Folge Entscheidungen mit "das geht schon irgebdwie" getroffen. Im Nachhinein wuerde ich sagen, nimm jemanden mit zum Anschauen, der Deine Kriterien kennt und leg Dich NIE beim ersten Besuch auf eiben Hund fest. Allermindestens einmal drueber schlafen.
    - das mit der Patenschaft ist keine schlechte Idee, aber sei Dir im Klaren, dass der Hund nicht Dir gehoert, solange Du keinen Vermittlungscertrag unterschrieben hast. Das ist aehnlich wie bei Gassihunden im TH. Manchmal geht man mit einem Hund jahrelang regelmaessig, und dann ist es schon bitter, wenn der auf einmal weg ist. Wenn die Huendin also vermittelt wird, bevor Du das Gefuehl hast, bereit zu sein (was bei einem jungen, unkomplizierten Hund oft schnell geht), dann nimm's Dir nicht zu sehr zu Herzen...
    - wenn Du auf einen Studienplatz wartest musst Du moeglicherweise das nehmen, was die ZVS Dir anbietet. Also stell Dich drauf ein, dass Du moeglicherweise umziehen und mit Hund eine Mietwohnung finden musst...
    - das mit der Motivation sehe ich aehnlich. Sei ehrlich zu Dir, wieviel Du wirklich mit dem Hund machen willst (oder zieh von Deiner "Wunschvorstellung" ca. 30% ab :) ) und richte die Auswahl des Hundes danach. Die wenigsten jungen Hunde sind zufrieden damit, beim Badel oder Rodeln einfach mitzulaufen. Grade am Anfang ist das oft ganz schoen viel Arbeit.

    Und ganz OT - Bernd, der gestromte (links im Bild) ist ja ganz zauberhaft :)

    Und noch eine ganz allgemeine Anmerkung - aus leidvoller Erfahrung meinerseits heraus.
    Mach Dir Gedanken darueber, was passieren soll, wenn der Hund koerperlich nicht schafft, was Du gern haettest. Das kann immer mal sein, und wenn's passiert ist es total aetzend.
    Als ich Nova uebernommen habe habe ich auch gezielt nach eine Hund gesucht, der am Fahrrad (MTB), am Pferd und zum Wandern mitkommen kann. Innerhalb des ersten halben Jahres bei uns war's dann mit diesem Traum wegen Kreuzbandrissen in beiden Knien aus. Sie wird hoechstwahrscheinlich nie mehr laengere Touren am Pferd oder am Fahrrad mitlaufen koennen. Sie ist erst zwei, also wird sich an dieser Tatsache die naechsten ~10 Jahre auch nichts mehr aendern. Wir stellen uns drauf ein, aber enttaeuschend ist es schon.
    Ich glaube nicht, dass es an unserer Entscheidung etwas geaendert haette, aber manchmal wuenschte ich mir schon, ich waere mir dessen etwas bewusster gewesen. So bin ich mit einer Erwartungshaltung an die Sache rangegangen, die dann enttaeuscht wurde.
    Ich weiss nicht, wie Deine Einstellung dazu ist, aber ich kenne einige Leute, die den Sport einfach brauchen, um gluecklich und ausgeglichen zu sein. Das ist dann toll, wenn man einen Hund als Begleiter zur Seite haben kann, aber es kann eben auch immer sein, dass der Hund das Pensum dauerhaft nicht mehr schafft.

    Zitat

    Ich finde, GRADE ein Hund, der sich im Familienumfeld bewegen soll, wie AnnetteV es beschreibt, braucht Nervenstaerke. Der darf eben nicht gleich hinlangen, wenn einer ihn mal falsch anfasst.

    In der perfekten Welt waere das "Familienhundzuechtern" klar. Das grosse Problem bei Zuechtern fuer "Familienhunde" ist fuer mich, dass sie oft nicht begreifen, wie hoch die Anforderungen an die Hunde sind, die sie da vermehren und verkaufen. Da hoert man dann so oft, dass die Elterntiere ja auch ohne Pruefungen soooo tolle Tiere sind. Es werden dann einfach ohne Ahnung von Genetik Hunde verpaart, die aus irgendeinem Grund keine Pruefung schaffen wuerden. Und ja, dann geht das Chaos los, dass man nicht mehr weiss, welche Eigenschaften weitergegeben werden und welche nicht, und schlimmtenfalls ein nervlich instabiler, aber mannscharfer Hund rauskommt.
    Wenn ein "Familienhundzuechter" seine Aufgabe wirklich ernst naehme und gezielt fuer die Beduerfnisse des Lebens in einer Familie zuechten wuerde, dann koennte das gar nicht mal so schlecht sein. Wenn ein Zuechter es schafft, gezielt mit hoher Konsistenz nervenstarke, aber nicht sehr triebige Hund zu zuechten, dann ist das doch eine super Leistung. Auch wenn ein Zuechter es schafft, durchgehend nervenstarke Hunde mit unterschiedlichem Trieb zu zuechten, und die weniger triebigen als Familienhunde abgibt, ist das doch gut. Das ist aber eine Riesen-Aufgabe.
    Das traurige ist, dass viel zu oft gedacht wird, ein Familienhund sei einfach ein Gebrauchshund mit weniger Trieb. Das resultiert dann oft in instabilen Hunden, die nicht triebig genug sind fuer den Sport, aber auch sonst zu nichts zu gebrauchen.

    Ich wuerde da auch nicht mit Rassen wie Weimaraner oder Dobermann anfangen, die eh nicht grade beruehmt sind fuer gute Nerven.

    Man sieht allerdings viel zu oft auch in Gebrauchshundezuchten, dass die Hunde nicht wirklich nervenstark sind. Grade bei ein bisschen hibbeligeren Hunden wie Mali und Dobermann (aber nicht nur denen) sieht man in der Sporthundezucht so viele Hunde, die mit Trieb die Nervenschwaeche wett machen. Oft funktioniert das auch - das sind dann oft Hunde, die auf dem Feld erfolgreich sind, super aussehen, und im Schutzdienst wie Haifische an den Aermel gehen, aber im Alltag mit Vorsicht zu geniessen sind. Im recht kontrollierten Umfeld auf dem Feld laesst sich das auch mit Erziehung ganz gut in den Griff bekommen. Oft sieht man in diesen Wuerfen Hunde mit ueberdurchschnittlichem Trieb und unterschiedlicher Nervenstaerke.
    Wenn man sagt "ein Hund der Rasse xy muss in erster Linie Gebrauchshund sein", dann bedeutet das fuer mich, dass er/sie fuer einen bestimmten Zweck funktionieren muss. Ein Gebrauchshund Border Collie muss Schafe zusammenhalten und von A nach B bringen koennen. Ob er in einem vollen Bus mitfahren kann oder will ist dabei erst mal egal.

    Ich kann dem nur zustimmen - Nervenstaerke hat nichts mit Erziehung oder Sozialisierung zu tun. Das ist genetisch.
    Ganz ehrlich, ich finde auch, ein Hund ist nicht unbedingt familientauglich nur weil er/sie "nie beissen" wuerde. Wenn ein Hund zwar nicht den Trieb hat, nach vorne zu gehen, aber sehr sensibel ist, dann waere das fuer mich nicht der perfekte Familienhund und ich bin mir auch nicht sicher, ob so ein Hund in einer "normalen" Familie, wo auch mal Trubel herrscht, besonders gluecklich waere. Ich verstehe drum auch nicht, warum immer wieder der Kurzhaarcollie als "perfekter Familienhund" verkauft wird, mir persoenlich waere der KHC als Rasse ein bisschen zu nervenschwach. Aber vielleicht sind das auch ungerechtfertigte Vorurteile meinerseits, weil ich's eh nicht so mit den sehr sensiblen Hunden habe...