Interessant, wie sich die Diskussion so entwickelt hat... ich habe mal meine Bedürfnisse und die meiner Hunde in puncto Gassigehen daraufhin überdacht...
Ich persönlich finde es wichtig, dass Hunde mindestens einmal am Tag einfach Hund sein dürfen, schnüffeln, rennen, mäuserln, was auch immer, und das, umso mehr, sie z.B. im Sport "eingesetzt" werden. Deswegen gibt es hier jeden Tag (meistens morgens) eine große Runde, auf denen die Mädels einfach hündisch sein dürfen... aber auch hier gibt es im Mehrhundehaltertrubelrudel unterschiedliche Interessen, meine einbezogen. Ich "brauche" meine morgendlichen Runden (ca. 5 km +/-) zum Wohlfühlen und somit laufe ich diese Gassirunden sowohl für die Hunde, als auch für mich. Nun führen die ggf. unterschiedlichen Interessen zu Stress in der Gruppe und da gilt es dann, Kompromisse für alle Beteiligten zu finden...
Vergleichsweise einfach fand ich es, als Sheela einfach alt wurde und größere Runden nicht mehr gut laufen konnte. Wir haben alle ein paar Gänge zurück geschraubt, sind morgens Trödel-Ömi-Runden (immerhin im Schnitt 3 1/2 km), da aber das restliche "Viehzeugs" links und rechts vom Weg Kilometer gemacht hat, war das gar nicht schlimm. Die Prämisse war ganz eindeutig... Rücksicht auf das schwächste Glied der Kette! Mich haben die Ömmelrunden entschleunigt, danke an mein gutes, altes Mädchen hierfür!
Seit Sheelas Tod laufen wir morgens wieder deutlich mehr, im Schnitt 5 1/2 +/- Kilometer jeden Tag. Aber auch hier gibt es ganz deutliche Interessensunterschiede. Der Jungspund zieht gerne Kreise, will auch mal ordentlich rennen, freut sich an der Bewegung und wenn nicht gerade ein Hase ihren Weg gekreuzt hat, ist sie auch immer (!) mit mindestens einem Auge bei mir. Das allerdings triggert mitunter das Tüütchen. Die ist eigentlich immer zu 100% bei mir, sofern das Zwergi nicht hochfährt. Das macht Stress und ist weder für die Mädels, noch für mich entspannend. Nun trifft das Beispiel zwar nicht auf die im Eingangspost zu diesem Thema zu, aber auch ich muss hier "Interessen managen" . Deswegen geht hier im Moment grundsätzlich eines der beiden Mädels an der Schlepp, das mögen sie zwar nicht, ich hätte es auch gerne anders, aber es hilft, Interessen auszugleichen, Ruhe herzustellen und für alle Beteiligten eindeutige Regeln zu haben. An der Schlepp ist übrigens ordentlich gehen angesagt. Kenzie, die früher eher jagdlich orientiert war, läuft mittlerweile einfach mit, mäuserlt hier und da, liest Zeitung, schließt selbsttätig auf und ist einfach... angenehm. Alles in allem empfinde ich unsere Runden als tatsächlich entspannend, ich habe jedenfalls genügend Ruhe und Zeit, die gerade aufkeimenden Krokus zu fotografieren und dem zunehmenden Vogelgezwitscher zu lauschen. Hier kommt also irgendwie jeder zu seinem Recht...