Beiträge von dagmarjung

    In welchen Situationen winselt deine Hündin? Wie lange? Worauf ist ihre Aufmerksamkeit dabei gerichtet? Kam das Verhalten plötzlich oder allmählich?

    Nach der Läufigkeit folgt bei jeder Hündin die Scheinträchtigkeit. Manchmal merkt man davon gar nichts, manchmal ist es deutlicher. Darauf folgt die Scheinmutterschaft, das ist oft auffälliger, wenn die Hündin zB Spielzeug als Ersatzwelpen bemuttert oder sogar Milcheinschuß bekommt.
    Hormonell folgen diese diese zwei Phasen aber immer auf die Läufigkeit, egal ob man es als Halter bemerkt oder nicht.
    Deine Hündin ist also zeitlich noch nicht in der Ruhephase angelangt.
    Das Winseln muß aber nicht unbediungt etwas damit zu tun haben.

    Dagmar & Cara

    Ist das nicht noch ein bisschen früh...? Ich dachte, Rüden sollten nach Möglichkeit nicht unter 12 Monate kastriert werden?

    Hast du schon mal darüber nachgedacht, deinen Rüden nicht zu kastrieren (Hoden entfernen) sondern ihn nur zu sterilisieren (Samenleiter durchtrennen)? Denn anders als sonst meistens geht es bei deinem ja nicht ums Rammeln und Rüdengeprolle, sondern tatsächlich nur ums Unfruchtbarmachen.
    Auf diese Weise wäre könnte sich dein Rüde noch weiter entwickeln, weil er seine Hormone behält, er könnte aber keine Welpen produzieren.

    Dagmar & Cara

    dann den Punkt Hufschmied.
    Person: Wieso das denn? Braucht man doch nicht, so ein paar Eisen draufklatschen kann man doch selber.

    Und recht hat sie! Do it yourself ist die Lösung! Ob Hufschmied oder Chirurg, am besten selber machen, wenns gut & günstig sein soll!

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    Dagmar & Cara

    Aus Menschensicht würde ich sagen ihm machts spaß auf den "kleinen" drauf zu kloppen aber sowas gibt es bei Hunden doch eigentlich nicht oder?

    Oh doch! Sich stärker fühlen als ein anderer ist in hohem Maß selbstbelohnend!

    Also ich weis, dass Marley nie zu den souveränen gehören wird

    Das kannst du bei einem erst einjährigen Hund nicht vorhersagen. Bei einem Jungen von 14 Jahren weißt du auch noch nicht, wie souverän er mal mit 35 sein wird.

    Hunde vermeiden Beißereien ja eigentlich eher und ich kann mir nicht vorstellen, dass es für die Hunde in dem Moment selbst angenehm ist oder? Oder ist das wie beim jagen so ein selbstbelohnendes Verhalten?

    Erfolg beim Verprügeln eines anderen, das Gefühl des Sieges ist extrem selbstbelohnend. Es gibt Hunde, die nur in Notwehr beißen, andere suchen gezielt die Auseinandersetzung.

    stellen unsere Hunde sonntags überhaupt ein Rudel dar nur weil man einmal die Woche laufen geht?

    Nein, kein Rudel. Aber trotzdem eine Gruppe, die ihre Beziehungen untereinander klären muß. Da man ja während der Spaziergänge irgendwie miteinander oder nebeneinander agieren muß.

    Dagmar & Cara

    Wachverhalten kommt erst mit der Pubertät des Hundes, dann aber ganz von selbst. Ein Labrador ist meist nicht zum Wachhund geboren, aber jeder Hund ist aufmerksam seiner Umwelt gegenüber und registriert Ungewöhnliches. Ich würde ganz in Ruhe abwarten, bis dein Hund das Verhalten von sich aus anbietet. Das ist meist so ab 8 Monaten bis Ende des ersten Jahres der Fall. Wenn er dann aufmerksam wird und wufft oder bellt, dann zeig ihm, daß du dich dafür interessierst und geh mit ihm zusammen die Sachlage untersuchen. Dadurch bestärkst du ihn in seiner Wachsamkeit.

    Du mußt ihn nicht erst irgendwohin zum Gucken schicken. Der Hund kennt ja bis dahin alle normalen Abläufe und kann alleine mit dem Gehör unterscheiden, was ungewöhnlich ist und was nicht. Er soll auch weder alleine den Einbrecher stellen noch unbeaufsichtigt irgendwelche Besucher belästigen oder gar bedrohen. Seine Aufgabe ist lediglich das Melden, du selbst bist dann dafür verantwortlich, was du mit seiner Meldung anfängst.

    Dagmar & Cara

    Stute mit den Worten, "Beweg deinen Hintern, du dicke Murmel", weiter geschickt.

    Das hörte eine Freundin einer Einstellerin und echauffierte sich daraufhin lautstark, dass man das auch netter sagen könnte und wenn das Pferd zu dick wäre, müsste man es halt mehr bewegen und weniger füttern.

    Das erinnert mich an eine gegenteilige Geschichte. Eins unserer Vereinspferde, die Fjordstute Erle, sollte auf einer Zuchtschau gezeigt werden und vorher reiste ein Herr vom Zuchtverband an, um sie zu begutachten. Ich hatte die Aufgabe, ihm Erle zu präsentieren. Es war Sommer und die üppigen Weiden Niedersachsens kombiniert mit der Leichtfuttrigkeit des Fjordpferdes hatten wie jedes Jahr dafür gesorgt, daß Erle keine Idealfigur mehr aufwies. (Im Winter gab sich das dank angepaßter Fütterung wieder.)
    Der Herr vom Verband betrachtete sie und äußerte dann vorsichtig: "Noch stärker sollte sie aber nicht werden..."

    Das fand ich so rührend schonungsvoll ausgedrückt wie im Geschäft für Damenmode, wo die Größen "für stärkere Damen" hinten links in der Ecke zu finden sind. Die arme Erle wäre bestimmt beleidigt gewesen, hätte er sie einfach "dick" genannt!

    Dagmar & Cara

    Mein Bruder hat einen autistischen Sohn von inzwischen 11 Jahren und ich habe seit gut 10 Jahren meine Pudelhündin Cara. Die beiden kennen sich also schon seit früher Jugend.

    Ich weiß daß kein Autist so wie der andere ist, aber ich berichte einfach mal, wie es bei uns in der Familie läuft:

    Zuerst muß ich erwähnen, daß mein Bruder und ich weit auseinander wohnen und uns daher nur besuchsweise sehen. Mein Neffe liebt Cara auf seine stürmische Art. Cara schätzt ihn als Spielpartner, zB beim Bällchenwerfen oder Spielzeugverstecken. Aber seine launenhafte, sprunghafte, distanzlose Art ist anstrengend für meine Hündin. Ich sorge also dafür, daß sie viel Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten hat und nicht ständig mit meinem Neffen zusammen ist. Erleichtert wird das dadurch, daß mein Bruder nur für seinen Sohn zuständig ist und ich nur für meine Hündin. Die meisten Spaziergänge mache ich zB alleine, während mein Bruder etwas anderes mit seinem Sohn unternimmt.

    Hunde schätzen ausgeglichene Persönlichkeiten, die ihnen Sicherheit vermitteln, die empathisch und verläßlich sind. An solche Menschen binden sie sich gern. Da Hunde selbst sozial hochintelligent sind, erwarten sie vergleichbare Kompetenz von ihren Bindungspartnern. Ein Autist wie mein Neffe hat aber gerade in diesem Bereich Defizite.

    Meine Hündin ist vom Wesen her kein Einpersonenhund, obwohl ich mit ihr alleine lebe. Sie liebt das "Rudelleben" in einer größeren Familiengemeinschaft. Sie wird aber zu meinem Neffen nie eine besonders innige Bindung eingehen. Als Spielpartner für Action ist er willkommen, aber sie fühlt sich eben oft genervt von ihm.

    Cara ist von ihren Wesenseigenschaften her ein idealer Therapiehund, sie ist ziemlich genau, was du dir wünschst. (Wir sind auch geprüftes Hundebesuchsteam im Alterheim.) Sie ist wesensfest, kontaktfreudig gegenüber Menschen, spielfreudig, geduldig, hat eine hohe Frusttoleranz, verteidigt weder Futter noch Spielzeug gegen Menschen. Bei Konflikten weicht sie aus, statt nach vorne zu gehen. Sie hat in ihrem ganzen Leben 6 mal einen Menschen angeknurrt. 5 mal war es mein Neffe...

    Es ist wichtig, dass er Hektik, Stress und (plötzliche) laute Geräusche verträgt.

    Er sollte positiv mit dem Gestresstsein und Ängsten meines Sohnes umgehen können

    Diese zwei Punkte sind es, die Hunde nicht oder nur zeitlich eng begrenzt leisten können. Hunde sind nun mal Spiegel ihrer Menschen. Stress und Angst wirken überaus ansteckend auf sie.
    Bei Cara und meinem Neffen kann ich das gut abfangen, weil ich nur für meinen Hund da bin. Ich brauche mich nicht um meinen Neffen zu kümmern, das macht mein Bruder. Die ganzen Konflikte, Wut- und Trotzanfälle gehen mich nichts an, ich kann mich immer zurückziehen. Bei dir ist das anders, du müßtest dich als Mutter zunächst um dein Kind kümmern, der Hund kommt erst danach.

    Deswegen schließe ich mich der Empfehlung an, deinem Sohn Tierkontakte zu ermöglichen, aber auf einen eigenen Hund oder eine Katze zu verzichten.

    Dagmar & Cara