Er fordert alle Hunde, egal ob groß, klein, alt oder jung immer sofort zum Spielen auf. Sogar dann, wenn er Anschiss von einem dieser Hunde bekommt.
Junge Hunde versuchen sehr oft, auf diese Art "gut Wetter" bei anderen Hunden zu machen. Gerade auch dann, wenn sie eigentlich Angst vor größeren, körperlich und altersmäßig überlegenen Hunden haben. "Guck mal, ich bin doch ein kleiner, lieber Welpe, hau mich nicht sondern spiel lieber mit mir!" Das nennt man Fiddeln, und es ist eine von vier grundlegenden Verhaltensstrategien, mit einer bedrohlichen sozialen Situation umzugehen. (Die anderen drei sind Flucht, Erstarren, Kämpfen)
Viele junge Hunde wählen zunächst einmal Fiddeln, aber wenn sie dann älter und selbstbewußter werden, wechseln sie zum Kämpfen. Und die Hundehalter fallen dann aus allen Wolken, wenn ihr lieber Hund, der doch immer mit allen spielen wollte, auf einmal so "böse" wird.
Aber letztlich ist es nur eine andere Strategie, mit Situationen umzugehen, die der Hund schon vorher als konfliktreich erlebt hat.
Natürlich gibt es außer dem Fiddeln auch schöne Spiele unter Hunden. Aber weniger ist da oft mehr. Der junge Hund muß nicht mit allen und jeden "spielen", ganz besonders nicht, wenn der andere schon signalisiert, daß er keine Lust hat.
Daß man an Hunden auch ganz neutral vorbeigehen kann, ist eine ganz wichtige Lektion für junge Hunde. Der Anblick anderer Hunde darf nicht das Signal für automatisch Spaß und Action sein.
Ich wohne auch in der Großstadt, wenn auch zum Glück in einer sehr grünen. Als Cara klein war, habe ich mich mit ihr auch nicht in die Einsamkeit zurückgezogen. Es findet sich aber doch meist der eine oder andere ruhigere Winkel auch im Park oder in der näheren Umgebung. Baubrachen. Kleine Wiesen in der Kleingartenanlage. Unbeliebte Restflächen.
Ich habe jedenfalls meine Stadt in dieser Zeit noch einmal ganz anders entdeckt.
Dagmar & Cara