Das Wort Hundeführerschein ist kein festgelegter Begriff. Es gibt Dutzende von Hundeführerscheinen, und damit sind völlig unterschiedliche Dinge gemeint. Hundeschulen und deren Verbände bieten HFS an, Länder oder Städte verlangen verschiedene Versionen. Das Spektrum reicht von anspruchsvollen Gehorsamsprüfungen bis zum Nachweis, daß eine Person einen (nicht unbedingt ihren eigenen!) Hund im Alltagsgeschehen verantwortungsbewußt führen kann.
Hier in Niedersachsen ist der offizielle Pflicht-HFS so, wie Der Malteser es beschreibt: Du als Hundehalter sollst nachweisen, daß du einen Hund so führen kannst, daß er niemanden belästigt oder gar schadet. Dazu gehört auch, daß du das Ableinen verweigerst, wenn du der Meinung bist, daß dein Hund dann nicht unter Kontrolle bleibt. Falls dein eigener Hund ängstlich oder sonstwie problematisch ist, mußt du ihn auch gar nicht in der Prüfung führen, sondern kannst die Prüfung mit einem anderen Hund ablegen. Es geht nämlich nur um dein Verhalten und nicht um Gehorsamsleistungen des Hundes.
Was in BW auf dich zukommt, kann man noch gar nicht voraussagen. Ich gehe aber sicher davon aus, daß niemand daran interessiert ist, verantwortungsvollen Menschen ihre verhaltensauffälligen oder ängstlichen Hunde wegzunehmen. Es ist ja längst nicht jeder Hund in der Lage, eine Gehorsamsprüfung zu bestehen, so wie sie von Hundeschulen oder Hundesportvereinen angeboten wird. Verantwortungsvolle Hundehaltung zeigt sich eben auch darin, bestimmte Situationen zu vermeiden oder angemessen zu managen.
Dagmar& Cara