Beiträge von dagmarjung

    Das richtige Leben ist nicht entfernt so logisch wie Informatik. Das gilt ganz besonders für soziale Beziehungen. Weder Hunde noch Menschen sind Automaten.

    Hunde entscheiden nach Gesamtlage und nicht nach einem einzelnen gehörten Befehl.

    Nehmen wir mal das Laufen bei Fuß. Ich sage Cara "Fuß" und meine es auch. Ich laufe dann konzentriert, halte Cara ein bißchen im Blick, bewege mich bewußter als sonst. Wenn ich das Kommando dann auflöse und Cara freigebe, dann werde ich automatisch etwas entspannter bummeln, meine Aufmerksamkeit von ihr wegnehmen. All das ist für Hunde überdeutliche Körpersprache. Selbst wenn ich mal das Freigabewort vergessen würde, würde Cara sich durch meine veränderte Körpersprache aus dem Komando entlassen fühlen.

    Ich kenne keinen einzigen Hund, der wie ein programmierter Automat stundenlang Fuß laufen würde, nur weil es ihm einmal gesagt und nicht wieder aufgelöst wurde.

    Mein Hund läuft solange Fuß, wie ich es will = wie ich geistig bei ihr bin. Vergesse ich sie und mache mein Ding, dann wird sie sich entlassen fühlen und umgekehrt auch ihr eigenes Ding machen.

    Fußgehen ist ja eine anstrengende Leistung für Hunde, es verlangt geistig viel Konzentration und körperlich die Anpassung des Lauftempos an den Menschen, was für die meisten Hunde eher unbequem ist. Es ist also angenehmer für den Hund, uns in einem kleinen Umkreis zu begleiten, zwischendurch zu schnüffeln usw, als stramm bei Fuß.

    Etwas anders liegt die Sache bei Kommandos wie "Sitz", "Platz" oder "Körbchen". Wenn das einmal gut auftrainiert ist dann gehört es zum Kommando dazu, daß der Mensch seine Aufmerksamkeit wegnimmt, sich zB auch mal entfernt, und der Hund trotzdem am Ort bleibt.

    Ich kenne mehrere glaubhafte Geschichten, wo Hunde mit "Sitz" oder "Platz" geparkt und anschließend vergessen wurden.

    Zum Beispiel wäre eine Familie beinahe ohne ihren Hund in Urlaub gefahren. Der Hund hatte gelernt, auf dem Bürgersteig zu warten, bevor er ins Auto einsteigen durfte und er tat dies auch brav, während Koffer und Kinder verladen wurden. In allgemeinen Aufbruchstrubel wurde er dann vergessen. Als es nnnnach einer Weile auffiel und die Familie zurückfuhr, saß er noch brav vor dem Haus.

    Dagmar & Cara

    Die Frau meint, ich soll meinen von der Leine machen, da ihr Hund ja ach so nett sei und es sonst zu Konflikten kommen würde.

    Finde den Fehler.

    Die Frau wußte also ganz genau, daß ihr Liebling eine A-Krampe ist und läßt ihn trotzdem auf gut Glück auf andere Hunde los.

    Ja, ich weiß. Natürlich trage ich auch hier die alleinige Schuld.

    Die Hauptschuld sehe ich hier bei der anderen Hundehalterin. Siehe oben.

    Karl verträgt sich aktuell noch super mit Rüden, allerdings ist er ja auch erst ein Jahr alt. Ist davon auszugehen, dass Karl irgendwann ebenfalls Rüden attackiert, wenn er älter wird?

    Havaneser gelten allgemein als verträgliche Hunde.

    Es gibt Rassen bei denen man mit dem Erwachsenwerden mit Artgenossenunverträglichkeit gegenüber gleichgeschlechtlichen Hunden rechnen muß, dazu gehören auch viele Terrier, aber nicht Havaneser.

    Aber natürlich hat jeder Hund auch seine ganz eigene Geschichte und lernt durch seine Erfahrungen. Deshalb ist es wichtig, daß Karl gute Erfahrungen mit Hunden macht - wozu nicht nur freundlicher Kontakt, sondern auch neutrales Vorbeigehen zählt - und nicht ständig überfallen wird. Sonst kann es passieren, daß er irgendwann aus Angst zum abwehrkläffenden und womöglich auch beißenden Kleinhund wird, weil er sich anders nicht zu wehren weiß. Dazu wurde ja schon im anderen Thread ausführlich geschrieben.

    Dagmar & Cara

    Bis vorgestern haben ihn Umgebungsgeräusche nicht interessiert...

    Das ist normal. Die ersten Tage lernt der Hund die Umgebungsgeräusche kennen. Wenn sich danach etwas Neues tut, ordnet er das als ungewohnt und alarmierend ein und reagiert entsprechend . Sogar meine Pudelhündin, die so gar keine Wachhundgene hat, bellt aufgebracht, wenn sich jemand direkt an unserer Wohnungstür zu schaffen macht oder da herumraschelt.

    Dagmar & Cara