Beiträge von dagmarjung

    Ich habe ja auch eine Kleinpudelhündin und wohne in der Stadt. :smile:

    Lösegänge sind zum Lösen da und dürfen ruhig kurz und langweilig sein. Nutz da ruhig deinen Garten, ganz ohne schlechtes Gewissen. Da muß der Welpe auch gar nichts Neues kennenlernen.

    Du machst ja außerdem auch täglich einen längeren Ausflug, auf dem sich dein Hund sicher auch mal löst. Er lernt also automatisch, sich auch anderswo als im eigenen Garten zu lösen.

    Ein Ausflug am Tag reicht vollkommen, um Neues kennenzulernen. Der Kleine braucht ja auch Zeit, um die neuen Reize zu verarbeiten.

    Dagmar & Cara

    Ich glaube, bei deinem Pudelkind wirkt tatsächlich noch die instinktive Welpensicherung der Wildcaniden. Wölfe, Füchse usw gehen jagen, ihre Welpen bleiben aber dicht am Bau, in den sie im Notfall schnell flüchten können und folgen den Eltern nicht.

    Wann sich diese angeborene Hemmung verliert, ist individuell unterschiedlich, zumindest bei unseren Haushunden. Aber sie verliert sich ganz von selbst, ohne Training. Weder Zwang noch Überredung mit Leckerlies ist angebracht. Denn es geht hier um einen inneren Reifungsprozess, nicht um eine Lernleistung.

    Man kann die Hemmung leicht überlisten, indem man den Welpen wegträgt oder sonstwie transportiert. Im fremder Umgebung verhält er sich dann unbefangen, wie du ja auch schreibst. Nur zu Fuß wird er sich nicht freiwillig vom sicheren Heim entfernen.

    Man muß ihn aber wirklich so weit vom Zuhause wegbringen, daß er nicht mehr weiß, wo sein "Bau" ist. Also nur ein paar Meter weiter die Straße runter reicht nicht.

    Weil unser Leben doch etwas anders ist als das Leben in der Wildnis, sollte man die Welpenzeit auch wirklich für Entdeckerausflüge aller Art nutzen und nicht damit warten, bis der junge Hund alt genug wäre, um im Wildleben seine Eltern zur Jagd zu begleiten. Das wäre verschenkte Zeit, die wichtig für die Umweltgewöhnung ist.

    Dagmar & Cara

    Klar sind die kultig. Der Hauch von Wildnis und Ursprünglichkeit, der alle Wolfshunde umgibt. Je wolfsähnlicher, desto besser. So unabhängig, wild und frei wie man selbst gerne wäre. Das ganz Besondere, was ein gewöhnlicher Rex oder Hasso einfach nicht bieten kann.

    Wie oft hatten wir hier schon Rassesuchthreads, in denen jemand unbedingt so einen Wolfshund haben wollte, weil vermeintlich nur ein solcher die Seelentiefe bieten konnte, die der oder die TE in sich selbst zu spüren glaubte.

    Oder einfach zum Angeben, weil einen Wolf an der Leine führen macht einen zum krassen Typ.

    Dagmar & Cara

    Übergriffig oder nicht, falls noch mal ein/e Züchter/in dir die Kinderwunschfrage stellt, frag doch einfach mal zurück, warum ihm oder ihr das so wichtig ist. Die Antworten dürften interessant sein

    Ich vermute stark, daß diese Frage auf eigener unguter Erfahrung der Züchter resultiert. Wenn abgegebene Welpen und Junghunde wieder zurückkamen, weil junge Paare sich Baby + Hund zu einfach vorgestellt hatte, nach dem Motto: es paßt so schön, weil ich jetzt sowieso erstmal zuhause bin. Oder wenn Hunde bis weit in die Pubertät aus Zeitmangel nur notdürftig nebenher liefen, bis die Probleme mit dem unerzogenen Rüpel zur Abgabe bzw Rückgabe führten.

    Denn eins ist klar: Wenn Kind und Hund um die Zeit und Energie der Eltern konkurrieren, dann ist es immer der Hund, der zurückstecken muß.

    Wenn ihr allerdings ein durchdachtes, verläßliches Sicherheitsnetz habt, so daß auch im ungünstigen Falle (schwere Schwangerschaft, Schreikind usw) der Hund nicht zu kurz kommt, dann laßt die Züchter das wissen.

    Zum Hund aus dem Tierheim als Alternative zum Welpen - es gibt so gut wie keine Tierheimhunde, die an Familien mit Kleinkindern abgegeben werden.

    Dagmar & Cara

    Ich dachte mir schon, vielleicht ist der Hund für seine derzeitigen Besitzer einfach eine Enttäuschung. Im Wesen wird er allmählich so anstrengend wie Wolfsmixe nun mal sind, aber ohne die coole Wolfsoptik als Entschädigung. Was hat man schließlich vom kultigen AWH, wenn der bloß aussieht wie ein nicht ganz echter Schäferhund?

    Dagmar & Cara

    Nochmal zur Frage, warum Welpen/Junghunde dieses anbiedernde Verhalten zeigen. Das ist ganz normal. Welpen "wissen"instinktiv, daß sie stark unterlegen sind, und zB in der Begegnung mit einen erwachsenen Hund nicht schnell genug wegrennen oder sich durch körperliche Stärke behaupten könnten. Deshalb wählen sie oft den Weg des aufdringlichen Anschleimens, wenn sie einer Person oder einem Hund gegenüber eigentlich unsicher und unwohl fühlen. "Tu mir nichts, ich bin klein und lieb!" Das Stichwort heißt "Fiddeln".

    Werden sie dann gestreichelt, fühlt sich das für sie übergriffig an und das beschwichtige Anschleimen wird dann noch verstärkt.

    Dieses kindlich unterwürfige Verhalten verliert sich normalerweise im Laufe der Pubertät. Allerdings gibt es Rassen, die permanent etwas davon beibehalten, wie Labrador oder Goldie. Auch bei meinem Pudel ist das so. Bei anderen Hundetypen wie dem Schäferhund kann es mit steigendem Selbstbewußtsein in agressive Abwehr umschlagen.

    In beiden Fällen profitiert der junge Hund sehr davon, wenn sein Mensch ihm rechtzeitig aus der konfliktbeladenen Situation heraushilft, ihm zeigt, daß man auch weggehen kann (von allein schafft er das nicht) und den Mensch oder Hund auf Abstand hält.

    Dagmar & Cara