Ich glaube, bei deinem Pudelkind wirkt tatsächlich noch die instinktive Welpensicherung der Wildcaniden. Wölfe, Füchse usw gehen jagen, ihre Welpen bleiben aber dicht am Bau, in den sie im Notfall schnell flüchten können und folgen den Eltern nicht.
Wann sich diese angeborene Hemmung verliert, ist individuell unterschiedlich, zumindest bei unseren Haushunden. Aber sie verliert sich ganz von selbst, ohne Training. Weder Zwang noch Überredung mit Leckerlies ist angebracht. Denn es geht hier um einen inneren Reifungsprozess, nicht um eine Lernleistung.
Man kann die Hemmung leicht überlisten, indem man den Welpen wegträgt oder sonstwie transportiert. Im fremder Umgebung verhält er sich dann unbefangen, wie du ja auch schreibst. Nur zu Fuß wird er sich nicht freiwillig vom sicheren Heim entfernen.
Man muß ihn aber wirklich so weit vom Zuhause wegbringen, daß er nicht mehr weiß, wo sein "Bau" ist. Also nur ein paar Meter weiter die Straße runter reicht nicht.
Weil unser Leben doch etwas anders ist als das Leben in der Wildnis, sollte man die Welpenzeit auch wirklich für Entdeckerausflüge aller Art nutzen und nicht damit warten, bis der junge Hund alt genug wäre, um im Wildleben seine Eltern zur Jagd zu begleiten. Das wäre verschenkte Zeit, die wichtig für die Umweltgewöhnung ist.
Dagmar & Cara