Zitat
He Hee,
so langsam wird Hartz 4 für uns Freiberufler ja richtig interessant 
Diesen Spruch finde ich mal wieder einfach nur daneben! Weißt du, wie HartzIV Empfänger leben? Mann, 61 Jahre alt, hat Zeit seines Lebens geschuftet. Seine Frau hat bis vor 2 Jahren die schwerst pflegebedürftige Schwiegermutter bis in den Tod allein gepflegt zuhause. Die beiden konnten NIE gemeinsam ausgehen, weil immer jemand bei der Mutter bleiben mußte. Sie haben nie wirklich leben dürfen. Also die Mutter starb und alles geregelt war, haben sie "Leben" kennen gelernt. Nicht übermäßig, aber mal abends essen gehen usw. Vor knapp 1 Jahren die Hiobsbotschaft: Der Betrieb des Mannes ist pleite, er sitzt von heute auf morgen auf der Straße. Beim Arbeitsamt wurde er AUSGELACHT, daß er Arbeiten wollte. Frührente gibt es nicht - er ist ja gesund. In wenigen Wochen werden sie ins Hartz IV rutschen. Sie wissen nicht, wie es dann weiter gehen soll. Es wurde ihnen shcon jetzt gesagt, daß sie wohl ihr kleines Häuschen verkaufen werden müssen von amtswegen. Das Haus, daß ihr einziger Lebensinhalt war. Sie haben auch Tiere, Tiere, die z.T. aufwändigeres Futter brauchen, weil krank. Sie haben die Aufrechnung vom Amt bekommen, was sie an Hartz IV beziehen werden - sie sucht ein Zuhause für ihre Tiere!
Auch ich habe bis Ende 2006 Hartz IV bezogen. Mit Miete, Fahrtkosten von ca. 200 bis 250 Euro usw. usw. hatten wir ingesamt 1200 Euro im Monat zur Verfüung. Nach Abzug von Strom, Wasser, Miete, Versicherungen usw. blieb uns fast nichts mehr zum Leben, da Sven durch seine Arbeit auf ein Auto angewiesen ist. Glaubst du, das war eine schöne Zeit, in der ich mir hier in der Nase gepopelt habe und mich gefreut habe? Ohne die Unterstützung des IHIN (Irische Hunde in Not) hätte ich damals Faces Not-OP NICHT zahlen können. Nun hätte unsere TÄ uns Ratenzahlung in kleinsten Raten gestattet - aber auch sowas findet man nicht überall.
Leute, kommt mal auf den Teppich. Natürlich bin ich auch nicht dafür, daß HartzIVer sich 5-6 Hunde anschaffen und sich ein schönes Leben machen. Aber: Der Lebensinhalt in der HartzIV-Situation ist so düster und so trost- und hoffnungslos, das ein Hund einen vielleicht am Leben erhält. Denn: Jeden der sein Leben so nicht lebenswert findet mit den Demütigungen durch die Gesellschaft und die Ämter kann ich VOLL verstehen. Was man sich alles anhören muß ist unter aller Kanone.
ICH befürworte die Tiertafeln. ICH befürworte Spendenaktionen für Tiere in Not. Ich kann auch nicht immer mich beteiligen und helfen, weil in Reichtum schwimmen tun wir immer noch nicht, aber so es irgendwie geht, werde ich solche Projekte unterstützen wo es nur geht!