Mal davon abgesehen, daß keiner bei einer Vorkontrolle erkennen kann, ob es das Tier gut haben wird (erzählen kann man viel; und ein großes, aufgeräumtes Haus mit Garten heißt noch lange nicht, daß der Hund dann artgerecht gehalten wird), frage ich mich, ob das rechtlich überhaupt so geht. Wenn z.B. selbst die Polizei einen Durchsuchungsbefehl braucht, um in der Wohnung umher zu gucken; und man auch niemanden von den Stadtwerken, etc. hinein zu lassen braucht. Es gibt eine Privat- und Intimsphäre, die jeder schützen darf. Wie ist das also rechtlich gesehen mit Vor- und Nachkontrollen? Vor allem, wenn es so abläuft, daß wirklich in jeden Winkel geguckt wird ("Und wo wird der Hund schlafen?" - "Bei uns im Schlafzimmer." Und dann muß man zeigen, wo der Hund sein Körbchen da bekommt, sprich die Leute ins Schlafzimmer lassen).
Also, die Arbeit in Ehren, aber manche TH übertreiben es da wirklich.
Wie war das bei so manchen TH, wo ich auch mal geguckt habe, als ich einen Hund gesucht habe?
Ablauf der Vermittlung:
1. Bewerbung schreiben, wo man über sich erzählt und auch warum man ein Tier möchte, warum ausgerechnet dieses Tier.
2. Wenn die Bewerbung für gut befunden wird, bekommt man noch einen Fragebogen, der noch genauere Fragen stellt.
3. Wird man noch immer für geeignet befunden, dann wird man zu einem Gespräch eingeladen.
4. Wenn man das Gespräch überstanden hat, kommt die Vorkontrolle. Das gewünschte Tier hat man aber bis dahin noch kein einziges Mal gesehen.
5. Wird man nach der Vorkontrolle noch immer für geeignet befunden, dann darf man sich mit dem Tier vertraut machen und x-mal herkommen. Und irgendwann bekommt man dann gesagt, ob man mit dem Tier harmoniert oder nicht - ob man es also bekommt oder nicht. - Klappt es mit der Vermittlung, dann sagt der Vertrag, daß das Tier aber Eigentum des TH bleibt und man nichts ohne dessen Zustimmung machen dürfe (noch nicht mal lebensrettende OP, Einschläferung); dafür darf man aber alles bezahlen. Und wenn bei der Nachkontrolle befunden wird, daß das Tier es doch nicht so super hat, darf es einfach mitgenommen werden, da es ja das Eigentum des TH ist (die Vermittlungsgebühr bekommt man aber nicht wieder).
Diese Vorgehensweise habe ich bei ein paar TH gesehen.
Ehrlich? Da vergeht es mir.
Aber ich kenne auch ein Beispiel von einem TH in der Nähe, die die Tiere überall hin vermitteln, keine Fragen stellen. Und es sie nicht interessiert, ob es die Tiere gut haben. Jemand hatte mal mitbekommen, daß wo die Hunde unter aller Sau gehalten wurden. Dieser jemand wußte, daß die Hunde aus dem TH waren und rief da an, um die Situation zu erzählen. Aber es kam nichts. Kein Interesse. Sie wären froh, die Tiere los zu sein, meinten sie wohl.
Und so bin ich dann doch wieder zu "meiner" Rasse zurückgekehrt und einen Züchter gesucht. Bereut habe ich es keine Sekunde.
Allerdings gehen mir so manche Züchter (egal welcher Rasse) auch so langsam auf den Senkel, mit den Ansprüchen, die sie an die Käufer haben (u.a. bekommt man nur einen Welpen, wenn man barft; oder wenn man ausstellt; man bekommt nur einen Welpen, wenn man Agility macht (und das auch nachweisen muß); oder - bei Langhaarrassen - ist man sofort unten durch, wenn man erwähnt, daß man das Fell schneiden möchte, auch wenn es der Hund super haben wird; und so weiter).
Ich meine, es ist ja richtig, wenn Züchter die Interessenten befragen, ob sie geeignet sind - aber solche Vorgaben sind übertrieben.
Und da ich es gerne wiederhole: Alles ist relativ. Es gibt unter den VDH-Züchtern so manche schwarze Schafe, die auch nur aufs Geld und Pokale aus sind; die ihre Hunde unter aller Sau halten (meine vorige Hündin war vom VDH-Züchter und war in einem Bretterverschlag aufgewachsen); Züchter, die nach dem Verkauf nicht mehr nachfragen, wie es dem Hund geht. Und dann gibt es Menschen, die den Ups-Wurf vorschriftsmäßig aufziehen, alles für die Welpen tun und auch beim Verkauf nicht jedem einen Welpen geben; die auch nach dem Verkauf Kontakt halten.
So pauschal kann man also nie eine Antwort geben.