Ist das noch aktuell? Ich habe jetzt nicht weiter gelesen.
Wegen Hütetrieb: Es gibt Beardies, die haben so gut wie keinen Hütetrieb. Dann wieder Beardies mit viel Hütetrieb - und alles dazwischen.
Es gibt Züchter, die achten mehr auf Hütetrieb und Sportlichkeit; andere, die sind eher an Shows interessiert. Dementsprechend wird auch gerne die Verpaarung ausgesucht.
Beardies hüten aber ein wenig anders als Border Collies. Wenn man es genau nimmt, sind sie ursprünglich eher die Treiber gewesen - ob nun für Vieh (auch Großvieh), das zum Markt getrieben worden ist; oder um die Schafe in den Bergen zu suchen und ins Tal zu treiben. Deshalb sind Beardies auch gerne mal laut beim Hüten (es gibt inzwischen eine Hüte-Szene für Beardies).
Beim Agility sind sie oftmals eher langsamer unterwegs. Aber es gibt auch die Bomben unter den Beardies, die mit einem Affenzahn durch den Parcours fetzen. Auch hier liegt es vor allem auch daran, wie die Verpaarung ist.
Diese Züchter z.B. züchten Working-Beardies hinein. Sie hüten mit ihren Beardies und machen Agility (wobei ihre Hunde rasend schnell sind). http://www.raving-spirit.de/
Es gibt auch Beardies, die Dummytraining machen.
Hat man sich für einen Beardie entschieden, muß man sich darüber im klaren sein, daß er öfter mal andere Entscheidungen trifft als man selber möchte. Wenn er also z.B. der Meinung ist, daß das Sitz gerade nicht angebracht ist, macht er es nicht - oder er macht es an einer Stelle, die ihm genehmer ist.
Ein Beardie lernt zwar leicht, aber mit der doch eher selbständigen Art kommen viele nicht zurecht. Und beschimpfen den Beardie dann fälschlicherweise als stur.
Auch braucht er gerne mal Abwechslung im Training. Ein paarmal hintereinander Sitz oder Platz üben? Nö. Nach zweimal wird dann oftmals gestreikt, so nach dem Motto "Du siehst doch, daß ich es kann. Warum dann nochmal?"
Viele Wiederholungen wecken gerne mal den Sturkopf in ihm.
Man muß sowas mögen.
Gab es noch weitere Fragen?
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Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Ich finde, er klingt sympathisch. So ein Exemplar in Form eines Parsonmixes, das nur an ihm bequemen Stellen Sitz macht, haben wir hier auch sitzen. Sich auf den Feld- oder Waldboden setzen? Iiiiiih, dass ist Schmutzig. Neee, da suche ich mir lieber etwas asphaltierteres. Aber sich in Dreck und Ausscheiden wälzen geht trotzdem.
Wie verhält esnsich mit der Größe? Ich glaube, irgendwer hat hier bzgl große geschrieben, es seien riesen? Lt Rassenstard entsprechen sie jedoch meinen Kriterien diesbezüglich.
Wie macht er sich denn als sportlicher Familienhund? Arbeitet er gerne mit der Nase? Ist er eher Wesensfest oder hochsensibel?(Was ja eigentlich als Hütehund eher kontraproduktiv wäre)
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Die Größe ist bei Hündinnen 51 - 53 cm, bei Rüden 53 - 56 cm. Wobei es Linien gibt, die etwas kleiner sind und Linien, die etwas größer sind. Meine Hündin ist 54 cm groß, ihre Vorgängerin war 50 cm. Ist bei mir beides Kniehöhe.
Leider gibt es recht viele Beardies, die ängstlich oder gar panisch sind, sogar beim kleinsten Geräusch. Ich kenne einen Beardie, der bei jedem LKW, der am Haus vorbeifährt, panisch in die Dusche springt und sich da versteckt. Oder Beardies, die panisch werden, wenn mal eine Metallschüssel runterfällt. Das Problem ist, daß sie nicht nur ängstlich oder panisch im Moment reagieren (was man noch verstehen könnte), sondern, daß sie ewig lange brauchen, bis sie sich wieder beruhigt haben.
Die Ängstlichkeit ist schon so sehr verbreitet, daß so manche - auch Hundetrainer - sagen, daß das rassetypisch wäre, was allerdings nicht stimmt. Meine Hündin verschläft sogar Silvester.
Apportieren und suchen tut meine Hündin für ihr Leben gerne; auch ihre Vorgängerin hatte Spaß daran. Es gibt aber auch viele Beardies, die das nicht gerne machen. Das ist sehr verschieden.
Meine vorige Hündin hat auch gerne getrickst. Mit meiner jetzigen Hündin kann ich das nicht machen - sie sieht darin keinen Sinn drin. Sie mag lieber Dummytraining und alles mögliche tragen und bringen. Wenn ich mein Steinzeit-Handy "verliere" und sie darf es suchen und bringen (ebenso Handschuhe, etc.), dann ist sie glücklich.
Aber wie gesagt, es ist nicht jeder Beardie so. Es gibt da auch Trantüten drunter. Vieles ist durch die Showzucht verlorengegangen oder es hat sich manch Dummes eingeschlichen.
Dann gibt es das Problem übermäßiges Fell, sowohl in Länge als auch in Menge. Das ergibt dann einen ziemlich hohen Pflegeaufwand. Außer man guckt nach alten Linien mit weniger Fell, die allerdings auch immer weniger werden.
Weil sich der Beardie doch sehr verändert hat, würde ich mir persönlich keinen Beardie mehr holen - außer mir gefällt die Verpaarung / Zuchtstätte. Auch wenn ich die Rasse so liebe. Vielleicht auch, WEIL ich die Rasse liebe.
Von daher bin ich immer zwiegespalten, einen Beardie zu empfehlen. Einerseits sind es tolle Hunde, richtige Clowns; andererseits hat sich der Beardie sehr verändert und so manche Probleme (auch gesundheitlich) bekommen.